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Nachrichten Gegen Mehrfach-Namen: Anwohner will Straße umbenennen lassen
Region Burgwedel Nachrichten Gegen Mehrfach-Namen: Anwohner will Straße umbenennen lassen
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16:21 25.03.2019
Setzt sich für die Umbenennung der Breslauer Straße in Fuhrberg ein: Anwohner Rolf-Dieter Strudthoff. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Fuhrberg

Rolf-Dieter Strudthoff ist genervt. Immer wieder irren Paketboten, Gäste und andere Besucher, die zu ihm wollen, durch Großburgwedel oder Wettmar – dabei lebt er in Fuhrberg. Das Problem: Strudthoff wohnt an der Breslauer Straße, und die gibt es nicht nur in seinem Ort, sondern auch in den beiden anderen genannten Burgwedeler Ortsteilen – und damit gleich dreimal. Deshalb hat sich der Vorsitzende des SV Fuhrberg mit der Bitte, „seiner“ Straße einen neuen Namen zu geben, an Ortsbürgermeister Heinrich Neddermeyer gewandt.

Hinter den Höfen gibt es gleich vier Mal

Die Anwohner der Breslauer Straßen in den Burgwedeler Ortsteilen sind mit dem Problem beileibe nicht allein. Mehr als 30 Straßen können in Burgwedel postalisch nicht eindeutig zugeordnet werden. Sie alle haben mit 30938 die gleiche Postleitzahl und obendrein mindestens einen Doppelgänger in einem der anderen Ortsteile.

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„Bitte keinen neuen Namen für ,meine’ Straße“

Die daraus resultierenden Probleme sieht Neddermeyer auch. Dennoch will er dem Ortsrat eine Umbenennung der Breslauer Straße in Fuhrberg nicht vorschlagen. „Am Ende bezieht dann der Ortsbürgermeister die Prügel der Anwohner“, sagt er und ahnt Vorbehalte voraus. Eigentlich – so der CDU-Politiker – sei ja jeder für eindeutige Adressen, aber gehe es dann an eine Umbenennung, dann heiße es sofort: „Aber bitte keinen neuen Namen für meine Straße. Die anderen könnten doch umbenannt werden.“ Dennoch macht er den Anwohnern an der Breslauer Straße ein Angebot. Sollten sie einer Umbenennung zustimmen, dann „können sie gerne einen neuen Straßennamen vorschlagen“. Dies sagte Neddermeyer auch Strudthoff zu – sollte es diesem gelingen, die Mehrheit seiner Nachbarn von dem Vorhaben zu überzeugen.

Nachbarn sind gegen Umbenennung

Dass dies gelingen könnte, da hat Strudthoff Bedenken. Mit zwei seiner neun Nachbarn an der Straße hat er bereits gesprochen – mit einem für ihn ernüchternden Ergebnis: „Der eine sieht zwar auch die Probleme, mag sich aber nicht zu einer Umbenennung durchringen. Der andere ist gleich ganz dagegen.“

Über die Probleme mit mehrfach vergebenen Straßennamen in Burgwedel hatten Kommunalpolitiker vor rund zehn Jahren schon einmal gestritten. Aufgebracht wurde die neuerliche Diskussion durch eine Fehlalarmierung der Rettungsleitstelle in Hannover. Die hatte die Kleinburgwedeler Feuerwehrleute zu einem Einsatz an die Großburgwedeler Straße in ihrem Ort gesandt – dabei waren durch den Sturm „Bennet“ in Thönse Bäume auf die dortige Großburgwedeler Straße gestürzt.

Trotz Nachschulung der Mitarbeiter in den Burgwedeler Besonderheiten hält man in der Rettungsleitstelle die Mehrfachverwendung von Straßennamen für problematisch. „Alarmierungsprobleme von Einsatzkräften lassen sich aufgrund der nicht eindeutigen Straßennamen ... leider auch ... zukünftig nicht vollständig vermeiden“, sagt Regionssprecherin Carmen Pförtner.

Wer haftet, wenn ein Mensch zu Schaden kommt?

Und genau wegen solcher Irrfahrten hält Strudthoff die nicht eindeutigen Burgwedeler Straßennamen nicht nur für ärgerlich, sondern auch für gefährlich und fragt: „Wer haftet eigentlich, wenn durch einen zu spät eintreffenden Rettungsdienst ein Mensch zu Schaden kommt?“

Von Thomas Oberdorfer