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17:10 17.07.2019
Ortsvorsteher Klaus Köneke wünscht sich von Nachbarin Ursula von der Leyen, dass sie sich für den Zusammenhalt Europas starkmacht. Quelle: Antje Bismark
Beinhorn

Um Ursula von der Leyen dreht sich an diesem Mittwoch die Politik in Berlin und in Brüssel – in ihrem Heimatort Beinhorn indes dreht sich die Erde ganz unaufgeregt weiter. Wer in den Mittagsstunden in das 137 Einwohner zählende Dorf einbiegt, findet nichts außer Ruhe. „Die meisten Einwohner pendeln von hier zur Arbeit“, begründet Ortsvorsteher Klaus Köneke die Menschenleere.

Mit Foxterrier-Dame Emma sitzt der Christdemokrat auf dem Hof seines Bauernhauses, das sich an einer der drei Straßen befindet, und holt das Thema Europa dann doch auf den Tisch. Denn seit 1976 zählt Familie Albrecht zu seinen Nachbarn, seit etwa zehn Jahren auch die Familie von der Leyen. Seine Biografie und die der künftigen EU-Kommissionspräsidentin indes finden bereits vor dem Umzug von Ilten nach Beinhorn so manchen Schnittpunkt: „Wir haben beide unser Abitur am Gymnasium Lehrte bestanden“, nennt Köneke ein Beispiel und fügt hinzu: „Sie aber sieben Jahre nach mir.“

Ursula von der Leyen ist „eine echte Europäerin“

Danach verfolgte der CDU-Ratsherr die politische Karrieren seiner Nachbarn: von Ernst Albrecht als Oppositionsführer und Ministerpräsident über den Start seiner Tochter Ursula in die Kommunalpolitik, in den Landtag und als Verteidigungsministerin bis nun nach Europa. Dass er von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin für geeignet hält, daran lässt Köneke keinen Zweifel. „Sie agiert immer noch kraftvoll, das zeigen ihre Rede und ihre Ausstrahlung“, sagt er. Und vor allem: „Sie ist eine echte Europäerin, besser konnte es nicht kommen.“ Er habe auf die Wahl gehofft, aber keine Prognose gewagt. „Ich weiß ja nicht, wie die da ticken in Brüssel“, so Köneke.

Ihre Kraft ziehe sie sicherlich auch daraus, dass sie nie zu lange an einem Amt gehangen habe. „Alle sechs bis acht Jahre sollte man etwas anderes machen, sonst gibt es Ermüdungserscheinungen“, sagt der 68-Jährige mit Blick auf seine beruflichen Erfahrungen. Dass von der Leyen gleich zweimal in Spitzenpositionen eine Vorreiterin ist, begrüßt er – schließlich übernahm sie als erste Frau das Verteidigungsministerium, nun ist sie als erste Frau zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt worden.

Polizeistation bleibt bestehen

Ob Berlin oder Brüssel: Dass die Familie von der Leyen ihren Lebensmittelpunkt in Beinhorn aufgeben wird, damit rechnet Köneke nicht. „Ich kann mir aber vorstellen, dass sie sich eine Zweitwohnung nimmt“, sagt er und geht zudem davon aus, dass sich für das Dorf selbst nicht viel ändern wird. Wegen der prominenten Bewohnerin gibt es bereits die Polizeistation. Ob und in welchem Umfang das Personal aufgestockt wird, vermag eine Polizeisprecherin nicht zu sagen. „Das Bundeskriminalamt übernimmt die Prüfung dazu“, sagt sie.

Eine besondere Begrüßung plane Beinhorn nicht für die neue Amtsinhaberin. „Ein Vorteil hier ist, dass wir uns über den Gartenzaun oder beim Joggen grüßen, aber nicht aufeinanderglucken“, sagt der Ortsvorsteher, nach dessen Angaben es kein EU-Projekt im Ort gibt. „Wir Beinhorner sind aber alle überzeugte Europäer, deshalb hat die AfD bei uns auch keine Chance.“ Lediglich zwei Stimmen habe die Partei bei der jüngsten Europawahl erhalten. Sein Wunsch an die Nachbarin in Brüssel: „Sie muss dafür sorgen, dass Europa nicht auseinanderbricht.“

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Von Antje Bismark

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