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Nachrichten Warnung vor falschen Polizisten
Region Burgdorf Nachrichten Warnung vor falschen Polizisten
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00:17 23.12.2018
Mit solchen Plakaten warnt die Polizei von Trickdiebnen. Quelle: Polizei
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Uetze

Erneut warnt die Polizei vor falschen Polizisten am Telefon, die es nur darauf abgesehen hätten, vor allem ältere Menschen um deren Geld zu bringen. Der dringende Rat lautet: Beim geringsten Verdacht sollten Betroffene das Telefonat sofort abbrechen und sich an die nächste Polizeidienststelle wenden.

Am Mittwoch hatten sich gleich zwei Bürger mit dem Verdacht bei der Polizei gemeldet, dass sie es mit falschen Polizisten zu tun bekommen haben könnten. Im einen Fall sei eine Frau Anfang 70 aus Dollbergen betroffen gewesen, im zweiten Fall ein Hänigser. Mit welcher Masche die mutmaßlichen Täter versucht haben, ihre Opfer übers Ohr zu hauen, wollte Jens-Uwe Meyer von der Polizeiwache an der Kaiserstraße in Uetze aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben: „Das ist Täterwissen.“ Nur soviel: Stets gehe es um Geldforderungen.

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Wie geschickt es die Täter – laut Meyer meist organisierte Gruppen – bisweilen anstellen, zeigt ein Fall, den die Polizeidirektion Hannover Anfang November aus Burgdorf meldete. Dort hatte ein falscher Polizist eine 79 Jahre alte Frau abends angerufen und ihr die Geschichte eines Einbruchs in der Nachbarschaft aufgetischt. Im Verlauf des Gesprächs entlockte der Täter der besorgten Frau Informationen über deren Vermögensverhältnisse Letztlich brachte er sie dazu, als angebliche Vorsichtsmaßnahme ihren Schmuck zusammenzupacken und vor die Hauseingangstür zu stellen.

Auch in der Gemeinde Uetze traf es in diesem Jahr eine Frau, die von einem Trickbetrüger dazu gebracht worden war, mit der Post einen hohen Geldbetrag zu versenden. Eine andere Polizeidienststelle hatte im Zuge ihrer Ermittlungen Kenntnis davon bekommen und die Kollegen in Uetze informiert, sodass diese die Post abfangen und das Geld sichern konnten, berichtet Meyer.

Der erfahrene Polizist weiß, dass es die Betrüger immer auf alte Menschen abgesehen haben. Dazu durchsuchten sie vor einem Anruf die Telefonverzeichnisse nach Vornamen, die schon lange Zeit nicht mehr in Mode sind. Mitunter befleißigten sich die Täter sogar der Nachnamen von echten Polizisten am Ort, die sie in der Zeitung gelesen hätten. Wer auch nur den leisesten Verdacht hege, dass etwas nicht stimmt, solle einfach auflegen und die Polizei informieren, lautet Meyers Empfehlung. Außerdem rät die Polizei: „Den Forderungen der Anrufer keinesfalls nachkommen.“

Von Joachim Dege