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Region Burgdorf Nachrichten So steht es um die Wasserqualität im Burgdorfer Holz
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19:00 21.09.2019
Sandra Ramdohr (zweite von links) führt die Teilnehmer durch das Wasserwerk am Schwüblingser Kreisel. Quelle: Laura Beigel
Schwüblingsen

Die Debatte nach der Qualität unseres Wassers hat Fahrt aufgenommen – ob es um die Nitratbelastung des Grundwassers durch intensive Landwirtschaft oder um drohende Wasserknappheiten in heißen und trockenen Jahren wie 2018 geht. Bei einer Infotour wollten am Freitag 40 Bürger der Gemeinde Uetze die Frage klären: Was tun der Wasserverband Peine und die örtlichen Landwirte für den Trinkwasserschutz im Wassergewinnungsgebiet Burgdorfer Holz?

Wasserwerk produziert 400 Kubikmeter Trinkwasser stündlich

Zur Infotour eingeladen hatte Anette Kobbe vom Landfrauen-Kreisverband Burgdorf, die mit ihrem Mann Henning zusammen einen landwirtschaftlichen Betrieb in Schwüblingsen führt. Ihr sei es wichtig, das Thema Wasserqualität direkt mit den Menschen zu besprechen. „Ich freue mich über Leute, die nachfragen und sich informieren wollen“, sagte Kobbe.

Aufgeteilt in zwei Gruppen erkundeten die Teilnehmer zuerst das Wasserwerk am Schwüblingser Kreisel. Seit rund sechs Jahren herrsche dort ein „stabiler Dauerbetrieb“, sagte Sandra Ramdohr vom Wasserverband Peine, der das Werk seit 2013 betreibt. Mehr als 400 Kubikmeter Trinkwasser werden in der Anlage stündlich produziert. Gespeist wird das Wasser aus fünf Brunnen, die sich im Burgdorfer Holz entlang der Bundesstraße 188 befinden. Diese haben eine Tiefe von rund 40 Metern und können jeweils 100 Kubikmeter Wasser pro Stunde generieren.

In 2018 musste Wasserwerk „auf Spitzenlast fahren“

Durch die Brunnen sei das Wasserwerk jederzeit darauf vorbereitet, auch größere Wasserverbräuche in der Gemeinde Uetze abzudecken. Vor allem das Jahr 2018 hat den Wasserverband gefordert: „Wir mussten lange Zeit auf Spitzenlast fahren“, sagte Ramdohr. Von Wasserknappheit sei allerdings keine Rede. Ähnlich sieht es auch mit der Nitrat- und Glyphosatbelastung des Grundwassers aus. In Proben aus dem Frühjahr 2018 stellte der Wasserverband einen Nitratwert von einem Milligramm pro Liter fest; bei Glyphosat waren es 0,00005 Milligramm pro Liter.

Gefahr für Wasserqualität sind absterbende Waldflächen

Diese Messwerte seien gut, stellte Henning Westphal klar. Der landwirtschaftliche Berater der Ingenieurdienst Umweltsteuerung GmbH (Ingus) zeigte im zweiten Teil der Tour, wie Landwirte das Grundwasser schützen können – am Beispiel eines Ackers der Familie Kobbe. Auf knapp 200 Hektar haben die Schwüblingser in diesem Jahr Zwischenfrüchte angebaut. Der Anbau dieser Pflanzen erfolge in Wassergewinnungsgebieten wie dem Burgdorfer Holz freiwillig, erklärte Westphal.

Das Wasserwerk am Schwüblingser Kreisel und ein Acker mit Zwischenfrüchten – an den beiden Stationen der Infotour konnten nicht nur die jungen, sondern auch die älteren Teilnehmer noch etwas lernen.

Der Vorteil von Zwischenfrüchten wie dem Ölrettich ist, dass sie den Stickstoff aus Düngemitteln in den oberen Bodenschichten binden und so verhindern, dass dieser ins Grundwasser sickert. Ein zusätzlicher Standortfaktor sei das nahe gelegene Waldgebiet, das zum Beispiel Nitrate aus dem Grundwasser aufnimmt und somit verdünnt. Als Gefahr für die Wasserqualität sieht Westphal deshalb zusätzlich absterbende Waldflächen.

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