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Nachrichten Tempolimit auf Autobahn 37 – wegen der Mittelleitplanken
Region Burgdorf Nachrichten Tempolimit auf Autobahn 37 – wegen der Mittelleitplanken
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00:15 23.02.2019
Von der Abfahrt Misburg (links im Luftbild) über beide Autobahnkreuze bis nach Burgdorf-Beinhorn im Osten zieht sich das Tempolimit auf der Autobahn 37. Kurios: Auf der sich anschließenden Verlängerung der Bundesstraße 3 darf dann teilweise wieder 120 gefahren werden. Quelle: Google/dpa (Montage)
Hannover

Auf der A 37, der Verlängerung des Messeschnellwegs Richtung Burgdorf, gilt seit etwa einem Jahr ein Tempolimit auf 100 Kilometer pro Stunde – doch für Autofahrer ist nicht nachvollziehbar, warum. Die Straße ist gut ausgebaut und weitgehend schlaglochfrei, und auch an zu dichtem Verkehr kann es nicht liegen, denn die Regelung wird auch bei leerer Straße angezeigt. Der Grund: Die Mittelleitplanken auf dem Abschnitt von Misburg bis Burgdorf-Beinhorn entsprechen nicht dem aktuellen EU-Standard. Und das wird sich bis mindestens Ende 2020 wohl auch nicht ändern.

Limit gilt auf der Autobahn zwischen Misburg und Burgdorf-Beinhorn

Tag für Tag pendelt André Peter auf der Strecke, und Tag für Tag ärgert er sich über das Tempolimit. „Dass man dort nur mit 100 Stundenkilometern fahren darf, müssen sich Menschen ausgedacht haben, die jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fahren“, beschreibt er seinen Ärger, der sich seit einem Jahr aufstaut. Denn seit dieser Zeit müssen Autofahrer ihren Fuß vom Gaspedal nehmen, ohne dass sich ihnen der Grund erschließt.

Alles nur Schikane?

Kurios: Peter startet in Ehlershausen, dort ist die Strecke noch Bundesstraße – und dort kann er streckenweise mit Tempo 120 fahren. „Und kaum bin ich auf der Autobahn, dann bremse ich ab, das kann mir doch niemand erklären.“ Weil niemand einen Sinn in dem Tempolimit sehe, halte sich auch kaum einer daran. Gleiches gelte in der Gegenrichtung, weil viele Autofahrer von der Autobahn 2 oder 7 kommen und dann das mitunter höhere Tempo nicht drosselten. „Wer mit 100 fährt, bremst dann eher den Verkehr“, sagt Peter. Er vermutet, dass die zuständige Behörde das Limit zur Schikane eingeführt habe.

Diesen Vorwurf weist Friedhelm Fischer, der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover, weit von sich. „In diesem Streckenabschnitt entsprechen die Leitplanken auf dem Mittelstreifen nicht mehr den heutigen Anforderungen“, sagt er. Damit sei die „Durchbruchsicherheit“ für Lastwagen, aber auch für Autos nicht mehr gegeben. Mehrere Autobahnen im Raum Hannover sind bereits mit den modernen Leitplankensystemen ausgestattet. 

Frühestens zum Jahreswechsel 2020/2021 wird sich etwas ändern

Auch wenn Fischer die Kritik am Tempolimit nachvollziehen kann und derzeit bereits erste Vermessungen liefen – eine schnelle Lösung sieht er derzeit nicht. Frühestens zum Jahreswechsel 2020/21 stünden Arbeiten an der „Schutzzone“ an, eingebunden in ein Konzept für die Autobahn 37, aber auch für die Autobahn 7. Dem wiederum müsse noch das Bundesverkehrsministerium zustimmen, sagt Fischer und betont zugleich, dass sich bis dahin noch die Zuständigkeit der Autobahnen ändert – vom Land zum Bund. Wann die Planken getauscht sein werden, ist daher noch völlig offen. So lange gilt das Limit.

Viele Autobahnen haben schon die moderneren Leitplanken

Wegen einer neuen EU-Richtlinie, die seit 2009 in Deutschland umgesetzt wird, müssen bundesweit sukzessive alle Mittelleitplanken ausgetauscht werden. Die neuen Modelle sind tiefer verankert und fester, sodass sie mit Blick auf Lkw-Unfälle als durchbruchssicherer gelten. Die mit 1,30 Metern deutlich höheren Planken sollen gleichzeitig verhindern, dass 40-Tonner umstürzen und auf die Gegenfahrbahn kippen.

Im Raum Hannover sind die Autobahnabschnitte bereits weitgehend mit den neuen Mittelleitplanken ausgestattet . So nahm sich die Straßenbaubehörde beispielsweise 2017 auf der A 2 den Bereich Lehrte vor. Vergangenes Jahr fanden die letzten großen Arbeiten zwischen den Anschlussstellen Hannover-Bothfeld und dem Autobahndreieck West statt. Allein dort kostete das Vorhaben rund acht Millionen Euro.

Von Antje Bismark

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