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Nachrichten Entrümpeln vor dem Weihnachtsfest
Region Burgdorf Nachrichten Entrümpeln vor dem Weihnachtsfest
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00:17 26.12.2018
Holger Haupt gibt seinen kaputten Staubsauger bei den Aha-Mitarbeitern Sabine Domm und Salvatore Borsette ab.
Holger Haupt gibt seinen kaputten Staubsauger bei den Aha-Mitarbeitern Sabine Domm und Salvatore Borsette ab. Quelle: Konstantin Klenke
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„Papa, wo kommt das hier hin?“, fragt Jamie und hält seinem Vater Tobias Thompson ein Holzbrett unter die Nase. Tobias Thompson greift aus seinem Kofferraum gleich eine ganze Kiste mit Parkettstücken und zeigt seinem Sohn den Weg zum richtigen Container. Auch ein Waschbecken haben die Thompsons von zu Hause mitgebracht – das musste beim Badumbau vor einem Monat einem neuen weichen und lagerte seitdem in der Garage. „Zu Weihnachten soll in der Garage wieder Platz für unser Auto sein“, sagt der Familienvater. Der heutige Sonnabend ist für Kunden die letzte Gelegenheit, vor Heiligabend noch einmal Müll zur Deponie zu bringen.

„Ich erfülle mir gerade einen Lebenstraum“, sagt Thomas Schäfer, und meint damit keinesfalls den Deponiebesuch – der hat nur damit zu tun: In Otze wohnt Schäfer gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern noch in einer Mietwohnung. Seit einem halben Jahr renoviert er das Haus, das er sich mit seiner Frau gekauft hat – er schätzt, es dauere noch einmal solang, bis sie dort einziehen können. „Momentan bringe ich jede Woche eine Anhängerladung vorbei“, sagt Schäfer – eine Menge Estrich ist er heute erst einmal losgeworden.

Entrümpeln statt Gartenarbeit

Im Laufe des Vormittags kommen zunächst ziemlich wenige Kunden an der Deponie vorbei. Es regnet allerdings auch den ganzen Vormittag lang: „Viele Kunden kaufen wahrscheinlich erst ein und kommen dann am Mittag zu uns – in der Hoffnung, das dann besseres Wetter ist“, vermutet Deponie-Mitarbeiterin Sabine Domm. Sylke Bohlens Plan verläuft umgekehrt – gemeinsam mit Mann Thomas entsorgt die Engenserin erst ihre alten Sofas auf der Deponie: „Jetzt müssen wir noch alle Weihnachtsgeschenke kaufen und alles, was es Weihnachten zu essen geben soll, besorgen“, sagt Bohlen – und klingt dabei erstaunlich entspannt. Immerhin: Neue Sofas hat das Ehepaar schon angeschafft, bevor die alten auf die Deponie kamen. Ein altes Sofa bringt auch Egbert Heinemann zum Sperrmüllcontainer: Er habe vor Weihnachten die Wohnung seines Vaters ausgeräumt, erzählt der Sorgenser.

Vor Weihnachten scheint Hausentrümplung eindeutig vor Gartenarbeit zu gehen: Siegbert Brandes ist heute nur einer von wenigen Kunden, die Grünabfälle zur Mülldeponie bringen – allerdings hat auch Brandes vorher nicht im Garten gearbeitet: „Der Wind hat uns gestern Abend jede Menge Äste vor die Haustür geweht. Die habe ich heute morgen aufgesammelt und will sie jetzt gleich loswerden“, sagt Brandes. „An Weihnachten soll schließlich alles schön aussehen“, findet der Lehrter.

Holger Haupt erfüllt sich Wunsch schon vor dem Fest

Auch wenn eigentlich noch nicht Weihnachten ist: Holger Haupt und seine Frau haben sich schon jetzt einen Wunsch erfüllt und einen neuen Fernseher gekauft. Haupt wirft schnell die riesige Verpackung und weitere Kartons in einen Container, gibt seinen kaputten Staubsauger am Stand für Elektrogeräte ab – dann ist er mit seinem Deponiebesuch fertig.

Jamie Thompson indes muss sich, bis seine Weihnachtswünsche erfüllt sind, wohl noch ein wenig gedulden. Der Siebenjährige freut sich schon auf Heiligabend – und seinen Geburtstag am Tag davor. Zur Ablenkung kam eine Fahrt zur Deponie mit Papa wie gerufen. Und auch wenn Vater und Sohn hier einiges losgeworden sind: Jamies Vorfreude ist wieder mit ins Auto gestiegen – für die hat zum Glück keine Deponie der Welt den passenden Container.

Erweiterung des Wertstoffhofes: Umbauarbeiten dauern noch bis März

Die Autos vor der Mülldeponie an der Steinwedeler Straße stauen sich zu Stoßzeiten häufig über die Abbiegespur hinaus. Um dem Problem Herr zu werden, verdoppelt Aha zurzeit die Größe seines Wertstoffhofes.

Bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind, stehen die Wertstoffcontainer auf einer vorher freien Fläche hinter dem Abfallbehandlungszentrum. Dorthin führt eine ausgeschilderte Umleitung: „Das klappt sehr gut“, urteilt Deponiemitarbeiterin Sabine Domm. „Zu dieser Jahreszeit entsorgen nicht so viele Menschen Grünabfälle, wir haben also auch insgesamt keinen so großen Andrang.“ Während der Bauarbeiten können Kunden weiter fast alle Abfälle auf der Deponie entsorgen. Lediglich Sondermüll müsse nach Sehnde oder Altwarmbüchen gebracht werden, so Domm. „Der neue Wertstoffhof wird voraussichtlich im März fertig“, schätzt sie– wann genau, hänge vom Winterwetter ab.

Von Konstantin Klenke