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Region Burgdorf Nachrichten Lesen, hören, sehen: Bücherei gibt Tipps
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15:05 10.07.2018
Canan Berse (von links), Miriam Engelke, Andrea Nehmer-Rommel, Marcus Gelfert und Tanja König geben Lesetipps für die Sommerpause. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Zum Urlaub gehört für viele Burgdorfer auch ein gutes Buch – aber welche Lektüre soll mit ins Gepäck ans Meer oder in die Berge? Krimi oder Thriller, Liebesroman oder Satire? Die Mitarbeiter der Stadtbibliothek an der Sorgenser Straße haben in die Regale gegriffen und ihre aktuellen Favoriten herausgeholt.

Marcus Gelfert empfiehlt das Buch „Sterblich“ von Thomas Enger. „Mir gefällt das Buch, das zu einer ganzen Reihe gehört, vor allem wegen des untypischen Protagonisten gut“, sagt Gelfert mit Blick auf den Online-Journalisten Henning Juul, der zwar auch klassische Mordfälle recherchiert, sich dabei zugleich der eigenen Geschichte stellen muss. Denn im Laufe der Krimi-Reihe ergibt sich, dass Juuls bei einem Brand gestorbener Sohn offenbar auch einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. „Es ist deshalb gut, wenn man die Bücher chronologisch liest“, sagt Gelfert. Ob der Leser abends oder nachmittags am Strand zur Lektüre greife, hänge davon ab, ob er die skandinavisch-düstere Kulisse vor dem Einschlafen ertrage.

Eine Leseflaute? Kein Problem, meint Miriam Engelke und legt den Nutzern der Stadtbibliothek drei Serien ans Herz, die sie sich wie viele andere ausleihen können. So lasse sich der Sommer beispielsweise gut mit den Gilmore Girls überstehen: Sieben Staffeln bietet die Bücherei zu der alleinerziehenden Lorelai Gilmore und ihrer Tochter Rory. „Winter is Coming“ – Fans der Fantasy-Serie Game of Thrones kennen den Slogan. Sieben Staffeln gibt es in den Regalen, und wem die Sonne zu heiß auf den Balkon oder die Terrasse scheint, der kann sich bei Schneesturm-Szenen herunterkühlen.Orange Is the New Black lautet der dritte Tipp von Engelke, die die Zuschauer damit in einen Frauenknast schickt. „Das ist wirklich witzig“, sagt sie.

Vom ersten Date ins Grab: So fasst Tanja Köhler ihre Empfehlung zusammen, die sie den Nutzern gern auf die Fahrt in den Urlaub mitgeben möchte. Denn in dem Hörbuch „Durst“ nach dem gleichnamigen Roman von Jo Nesbo verfolgt Ermittler Harry Hole die Spur eines Mörders, der seine Opfer über eine Dating-App findet. Wer sich die neun CDs aber ausleihen möchte, der sollte erst die anderen Geschichten rund um den skurrilen Spezialisten für Serientäter lesen oder hören, sagt Köhler. „Immer wieder gibt es Verweise auf Fälle aus der Vergangenheit, die sich einem sonst nicht erschließen.“ Gleiches gelte für das von ihr favorisierte Buch „Die Zahlen der Toten“, in dem Linda Castillo über ihre Ermittlerin Kate Burkholder die Leser in die Welt der Amish People nimmt. „Es ist unglaublich, wie viel man auf diesem Weg über deren Kultur lernen kann“, sagt Köhler. Denn Burkholder sei selbst eine Amish gewesen und ermögliche ihren Kollegen – und ihren Lesern – damit ganz andere Ermittlungsansätze.

Büchereileiterin Andrea Nehmer-Rommel schlägt gleich drei Werke vor: Mit dem Hörbuch „Die Magie der Namen“ von Nicole Gozdek habe ihre Tochter sie auf den Fantasy-Weg gebracht. Eigentlich, gesteht sie, sei Fantasy nicht ihr bevorzugtes Genre. Bei einer gemeinsame Autofahrt habe sie das Buch, vorgelesen von Jacob Weigert, so in den Bann gezogen, dass sie es zu Hause zu Ende hören musste. Während die Jugendgeschichte um ein Internat mit geheimnisvollen Namen auf Spannung setze, gehe es bei „Hilde“ von Ildiko von Kürthy darum, wie die Autorin auf den gleichnamigen Hund kam. „Einfach amüsant“, lautet das Urteil mit dem Hinweis: „Das ist absolut balkontaugliche Unterhaltung.“ Gut unterhalten fühlt sich Nehmer-Rommel auch mit dem Buch „Töchter“ von Lucy Fricke. Sie beschreibt ironisch, bissig, manchmal zynisch, wie sich zwei Frauen mit Anfang 40 auf den Weg in die Schweiz machen, um den Vater der einen zur Sterbehilfe zu begleiten. In dem Fall gelte aber das Sprichwort, dass es erstens anders komme, als man zweitens denke, sagt sie.

Spannende Lektüre für den Nachwuchs holt Canan Berse aus den Regalen: So richten sich die acht Bände der Fantasy-Reihe „Spirit Animals“ an Neun- bis Zwölfjähre, die vier Kinder auf dem Weg begleiten können, die Welt zu retten. Wer erleben möchte, wie sich Kinder zu Berglöwen, Rothörnchen oder einen Bison verwandeln, der sollte „Woodwalkers“ lesen. Fünf Bände gibt es in de Reihe bereits, die Bücherei stellt vier zur Verfügung. Für über 13-Jährige empfiehlt Berse zum einen das Buch „36 Fragen an Dich“, in dem sich Hildi und Paul einem Experiment mit 36 Fragen zur Liebe stellen. Natürlich, so viel sei verraten, endet das Buch damit, dass beide ein Paar werden. Davor aber erfahren die Leser, weshalb sie überhaupt an dem Experiment teilnehmen. „Was wir dachten, was wir taten“ heißt das Buch von Lea-Lina Oppermann über den Amoklauf an einer Schule. „Eine Person geht in die Klassen und kennt die Geheimnisse der Schüler, die Tat gleicht einem Seelenstriptease“, sagt Berse. Stück für Stück erführen die Leser, wer sich hinter der Person verberge.

Längst bietet die Bibliothek neben Büchern auch DVDs und CDs, Hörbücher und Zeitschriften. „Auch die Generation Netflix wird hier fündig“, sagt Berse und nennt als ein aktuelles Beispiel den Roman „Nur drei Worte“ von Becky Albertalli, der das Coming Out des Schülers Simon beschreibt. Dieser sei derzeit als „Love Simon“ im Kino zu sehen.

Information: Die Stadtbibliothek an der Sorgenser Straße öffnet ohne Sommerpause montags, dienstags und freitags von 12 bis 18 Uhr, donnerstags von 12 bis 19 Uhr und an jedem ersten Sonnabend im Monat von 10 bis 14 Uhr. Mittwochs bleibt die Einrichtung geschlossen.

Von Antje Bismark

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