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Nachrichten Drogenprozess: Geständnis bringt die Freiheit
Region Burgdorf Nachrichten Drogenprozess: Geständnis bringt die Freiheit
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00:19 06.06.2019
Das Landgericht Hildesheim verurteilte einen geständigen Helfer in Drogengeschäften zu einer milden Strafe. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Weil er seinem Wohnungsnachbarn bei Drogendeals half, musste sich ein 32-jähriger Burgdorfer in Hildesheim vor Gericht verantworten: Er bewahrte große Mengen von Marihuana sowie Drogengeld für den Freund auf – unterm eigenen Bett. Weil er nach der Festnahme und auch im Prozess reinen Tisch machte, kam er jetzt mit einer milden Bewährungsstrafe davon.

Die Große Strafkammer 9 des Landgerichts Hildesheim sprach am Montag ihr Urteil in dem vom Hauptverfahren abgetrennten Prozess, in dem sich der geständige Nachbar des Dealers zu verantworten hatte. Das Gericht unter dem Vorsitz von Rainer de Lippe verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und setzte diese auf drei Jahre zur Bewährung aus. Zudem brummte es dem 32-Jährigen eine Geldauflage von 1000 Euro auf.

„Mit den Drogen kann man ganz Burgdorf drei Monate lang versorgen“

Das ist die strafrechtliche Quittung für Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen – ein Verbrechen, das normalerweise weit härter bestraft wird. Immerhin hatte die Polizei 6000 Euro Drogengeld sowie annähernd drei Kilogramm Marihuana und etwas Kokain beim Angeklagten gefunden, gemessen am später analysierten Wirkstoffgehalt genug für 15.000 Konsumeinheiten. „Damit kann man ganz Burgdorf drei Monate lang versorgen“, hielt der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung anschaulich fest.

Günstige Sozialprognose

Weil der Angeklagte, der in Bahnhofsnähe lebt, am Vertrieb der Drogen nicht mitgewirkt, diese lediglich bei sich gebunkert und vor allem mit seinem Geständnis den Ermittlungsbehörden die Aufklärungsarbeit erheblich geholfen habe, sei ein Strafrabatt möglich gewesen, erläuterte der Richter dem Angeklagten. Auch die günstige Sozialprognose wegen des gesunden sozialen Umfelds, des festen Jobs und der eigenen Wohnung habe eine strafmildernde Rolle gespielt. Der Angeklagte und seine Anwältin, die hannoversche Strafverteidigerin Tanja Brettschneider, erkannten das milde Urteil umgehend an und verzichteten auf Rechtsmittel.

Prozess gegen mutmaßlichen Dealer geht am Dienstag weiter

Am Dienstag, 4. Juni, setzt die Kammer den Prozess gegen den Hauptangeklagten fort. Dann will der 25 Jahre alte Hauptangeklagte, der durch das Geständnis seines nun verurteilten Bunkerhalters schwer belastet wird, eine Aussage machen. Die Beweise gegen ihn scheinen erdrückend zu sein. Ein Gutachten des Landeskriminalamtes beweist, dass DNA-Spuren des 25-Jährige an den Verpackungsbeuteln der gefundenen Drogen haften. Zudem hatte der Mann die Schlüsselgewalt zur Wohnung seines Helfers.

Von Joachim Dege

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