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18:41 31.05.2016
Von Anette Wulf-Dettmer
Abschied von der Kirchturmspolitik: Ein Pastoralteam soll künftig in St. Matthias in Uetze (von links), in St. Maria in Sehnde, in St. Bernward in Lehrte und in St. Nikolaus in Burgdorf für die Seelsorge der zusammen rund 11 000 Gemeindemitglieder zuständig sein.
Abschied von der Kirchturmspolitik: Ein Pastoralteam soll künftig in St. Matthias in Uetze (von links), in St. Maria in Sehnde, in St. Bernward in Lehrte und in St. Nikolaus in Burgdorf für die Seelsorge der zusammen rund 11 000 Gemeindemitglieder zuständig sein. Quelle: Archiv (4)
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Burgdorf/Lehrte

Der Kirchenvorstand der St.-Nikolaus-Gemeinde stellt diese Neuausrichtung der Gemeindearbeit in den Mittelpunkt seiner Pfarrgemeindeversammlung am Sonntag, 5. Juni, die im Anschluss an den 10.30-Uhr-Gottesdienst beginnt.

Seit mehr als einem Jahr beschäftigen sich die Gremien der St.-Nikolaus-Gemeinde, zu der auch die Hänigser Katholiken und der Kirchenstandort St. Matthias in Uetze gehören, mit der Personalplanung. Diese habe im Dekanat Hannover aufgrund der fehlenden Priester Priorität, sagt Wolfgang Obst, designierter Vorsitzender des Kirchenvorstands. Weitere Zusammenlegungen von Pfarrgemeinden soll es laut Obst nicht geben.

„Das ist uns vom Bistum in Hildesheim immer wieder bestätigt worden“, sagt Obst. In der Vergangenheit hätten die Fusionen und die damit verbundenen Kirchenschließungen für großen Unmut in den Gemeinden gesorg. „Betroffen war auch St. Nikolaus mit der Profanierung der Hänigser St.-Barbara-Kirche.“

Auch die Fusion der Pfarrgemeinden St. Maria in Sehnde und St. Josef in Bolzum mit St. Bernward in Lehrte war kein einfacher Prozess. Seit dem 1. November 2014 sind die drei Gemeinden eine Einheit mit rund 6000 Mitgliedern. Der zuständige Pfarrer Roman Blasikiewicz wird in absehbarer Zeit in Ruhestand gehen.

Laut Obst soll es einen gleitenden Übergang zu dem Pastoralteam geben, entsprechend der natürlichen Fluktuation in den Gemeinden. Wie von St. Bernward zu erfahren war, gibt es dort noch keine Überlegungen, wie die Gemeinde sich angesichts der künftigen personellen Neuausrichtung im Bistum aufstellen will. „Das ist alles noch ganz am Anfang“, hieß es aus dem Kirchenbüro.

Für den Pastoralraum Ost im Dekanat Hannover sind laut Obst – „ein entsprechender Beschluss des Dekanatspastoralrats steht noch aus“ – ein Pfarrer, der das Pastoralteam leitet, zwei Pastoren, zwei Gemeindereferenten, ein Diakon sowie ein weiterer Mitarbeiter vorgesehen. Ein erster Schritt auf dem Weg, neue Verantwortlichkeiten und Strukturen auch auf der ehrenamtlichen Seite zu entwickeln, ist nach Ansicht Obsts die Versammlung der St.-Nikolaus-Gemeinde am nächsten Sonntag.

„Denn Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat können das nicht allein entscheiden. Die Gemeinde mit ihren rund 5000 Mitgliedern muss die Planung mitgestalten, sonst funktioniert es nicht.“ Am Sonntag wird zunächst ein fachkundiger Referent den Gemeindemitgliedern das Pastoralteam-Konzept vorstellen. Dann sollen erste Ideen gesammelt werden.

Obst geht davon aus, dass St. Nikolaus mittelfristig keinen eigenen Pfarrer mehr haben wird. Martin Karras habe ihm schon gesagt, er stünde für ein Pastoralteam nicht als Pfarrer zur Verfügung. „Ich hoffe, er bleibt als Pastor“, sagt Obst.

Ein Zeichen für die Neuausrichtung des Gemeindelebens ist auch die Wahl Obsts zum Vorsitzenden des Kirchenvorstands – üblicherweise die Aufgabe des Gemeindepfarrers. Das Bistum muss Obst im neuen Amt, in dem ihn seine beiden Vertreter Magdalena Giebeler-Degro und Andreas Marx unterstützen werden, noch bestätigen.

Anette Wulf-Dettmer 03.06.2016
Antje Bismark 03.06.2016
Antje Bismark 31.05.2016