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Nachrichten Erziehungsmethode Marte Meo: Deshalb setzt die Kita Südstern Kameras ein
Region Burgdorf Nachrichten Erziehungsmethode Marte Meo: Deshalb setzt die Kita Südstern Kameras ein
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15:01 26.09.2019
Anja Mathesius (von rechts) filmt Daniela Jessolat, Sybille Dralle und Ronja Meyer – im Kita-Alltag ist die Kamera auf die Kinder und die Eltern gerichtet. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Die Videokamera kommt immer öfter zum Einsatz, wenn Daniela Jessolat das Spiel von Kindern beobachtet: Die Leiterin der Kita Südstern hat mit ihren Kolleginnen Sybille Dralle und Ronja Meyer eine Weiterbildung mit Fokus auf die Erziehungsmethode Marte Meo absolviert, um auf eine neue Weise mit Kindern und Eltern zu agieren. Marte Meo setzt zum einen auf bewegte Bilder im Spiel, beim Reden oder auch beim Zuschauen im Gruppenraum.

Marte Meo setzt auf die Wertschätzung

Zum anderen rückt die Methode die Fähigkeiten, die das Kind bereits beherrscht, in den Vordergrund – und die Defizite nehmen keinen Raum mehr ein. Eigentlich klingt die Methode selbstverständlich, in vielen Familien, mitunter auch in Kitas und Schulen aber rückt das Nichtkönnen in den Fokus. „Wir hingegen achten nun mehr auf die Wertschätzung, indem wir die Kinder mit einem guten Ton und einem freundlichen Gesicht ansprechen und sie schon fast übertrieben dafür loben, was sie geschaffen haben“, sagt Jessolat, die mit den anderen Erzieherinnen von ihren Kolleginnen Anja Mathesius und Sina Bieler ausgebildet wurden und dafür nun ein Zertifikat erhielten.

Für das Quintett ist das nur ein Zwischenschritt: Mathesius und Bieler schulen auch die weiteren 20 pädagogischen Kräfte der Einrichtung, die 130 Jungen und Mädchen in sechs Kita-Gruppen und 1,5 Hortgruppen betreuen. Vor allem in der Fördergruppe komme die Kamera zum Einsatz, sagt Jessolat. Sie besuchen vier Kinder mit einem höheren Bedarf an Betreuung, und mitunter zeigen sich die Fortschritte dann an bewegten Bildern.

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Videosequenzen verändern Blick auf das Kind

„Die Sequenzen dauern nur ein bis zwei Minuten“, sagt Mathesius. Diese aber reichten aus, um einen anderen Blick auf das Kind zu bekommen oder es in Interaktion mit den Eltern zu erleben. Jessolat verdeutlicht dies am Beispiel eines sehr zurückhaltenden Kindes, bei dem die Erzieher fürchten müssten, dass es sich in einer Gruppe nichts zutraut. Wenn dann aber die Kameraaufzeichnung zeige, dass das Kind sich seinen Raum nehme, sich freue und auf seine Weise mitmache, dann sei das für die Pädagogen ein gutes Signal. Die Aufnahmen bekämen entweder die Eltern oder sie würden vernichtet, sagt Heidi Mikoleit, Fachberaterin für die Burgdorfer Kindertagesstätten.

„Wir sehen in jedem Film etwas Positives“

Die Erzieherinnen filmen nach eigenen Angaben auch Gespräche und Spiele zwischen Eltern und Kindern: „Dabei sieht man sehr schnell, ob beide Seiten miteinander sprechen“, sagt Jessoleit, und Mathesius betont: „Wir sehen in jedem Film etwas Positives.“ Das gelte es, herauszuarbeiten und zu stärken. Denn letztlich, ergänzt Mikoleit, müssten oft auch die Eltern gestärkt werden. „Viele haben schlicht zu viel Angst, dass ihrem Kind etwas passiert. Sie sollten sich und dem Kind einfach mehr zutrauen“, wünscht sie sich.

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – erst recht, wenn es bewegt ist“, hat Mathesius festgestellt. Das gelte besonders für die Kita Südstern mit einem hohen Migrationsanteil, Kinder aus rund 20 Nationen besuchen die Einrichtung. „Dank der Videos erreichen wir Kinder und Eltern einfach besser“, sagt Jessolat. Deshalb geht die Ausbildung jetzt in der Einrichtung weiter: „Und wenn Kollegen aus anderen Kitas eine Beratung benötigen, dann stehen wir ihnen offen – mit unseren Ressourcen“, sagt Bieler.

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Von Antje Bismark

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