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Nachrichten Eklat: Elternvertreter spricht von Klüngel
Region Burgdorf Nachrichten Eklat: Elternvertreter spricht von Klüngel
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15:24 25.01.2019
Für das Land dankt Andreas Stein, Referatsleiter im Kultusministerium, Rudi Alker (rechts) für die geleistete Arbeit. Quelle: Georg Bosse
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Burgdorf

Mit gemischten Gefühlen dürfte IGS-Schulleiter Rudi Alker noch lange an seine offizielle Verabschiedung in den Ruhestand am Freitagmittag zurückdenken. Einerseits, weil Schüler, Kollegen, das Land als Dienstherr und die Stadt als Schulträger ihm so viel Gutes nachsagten und wünschten für die folgende Lebensphase. Andererseits wegen der zum Fremdschämen geeigneten Rede des Elternratsvorsitzenden Jörg Fröhlich, der sich im Ton vergriff. Fröhlich unterstellte, dass es der Burgdorfer Klüngel und sozialdemokratische Seilschaften gewesen seien, die Alker auf den Posten als IGS-Schulleiters gebrachthätten. Schließlich lud er den scheidenden Schulleiter vor versammelter Gästeschar zum Biertrinken ein. Alternativ gehe auch ein Treffen bei „Rum und einer Zigarre“ in Ordnung, wenn Alker von seiner angekündigten Kuba-Reise zurückgekehrt sei.

Das war sogar dem mit Fehlleistungen beruflich vertrauten Pädagogen zuviel. Auf ein Bier, das er nach einen VHS-Kurs im Bierbrauen gern selbst herstellen wolle, könne man sich treffen, zog sich Alker aus der Affäre. Fröhlichs Klüngel-Behauptung widersprach er entschieden: „Es war kein Burgdorfer Klüngel. Aus Burgdorf wollte es keiner machen. Daraufhin hat die Landesschulbehörde bestimmt, dass ich hier Schulleiter werden soll.“

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Dass der Sozialdemokrat und langjährige Kommunalpolitiker AlkerKreistag, Rat, Regionsversammlung – gut vernetzt ist, ließen mehrere Redner durchblicken. Etwa Andreas Stein, für die IGS zuständiger Referatsleiter im Kultusministerium und Alkers Vorgesetzter, outete sich in seinem Rückblick aus Dienstherrensicht öffentlich als Duz-Freund und parteipolitischer Weggefährte Alkers, um dann das Hohelied auf diesen zu singen: Dem unbequem geltenden Lehrer sei es stets darum gegangen, soziale Gerechtigkeit herzustellen. An die Burgdorfer FDP gerichtet stellte Stein klar: Versuche politischer Einflussnahme am Rat vorbei auf die allein sachorientierte Entscheidung der Landesschulbehörde zur IGS-Oberstufe liefen ins Leere.

Gerührt zeigte sich Alker, als seine designierte Nachfolgerin Saskia Matschke für das Kollegium ihrem Chef attestierte, dass er den IGS-Aufbau mit Herzblut betrieben habe: „Du brennst für diese Schule und die Schulform.“ Alker sei nie bereit gewesen sei, einen Schüler aufzugeben. Schließlich zitierte Matschke Alkers Ehefrau Sonja: „Rudi ist kein Mann zum Unkrautzupfen, sondern einer zum Bäumeausreißen.“

Von Joachim Dege