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Region Burgdorf Nachrichten Kein Führerschein: Angeklagter muss ein Jahr in Haft
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06:28 22.07.2019
Amtsrichter Michael Siebrecht schickt jetzt einen Handwerker ins Gefängnis. Quelle: Frank Walter
Burgwedel/Burgdorf

Für ein Jahr muss ein Handwerker aus Burgwedel ins Gefängnis – weil er seit Jahren ein Auto steuert, ohne einen Führerschein zu besitzen. Nach mehreren Geld- und Bewährungsstrafen sah Amtsrichter Michael Siebrecht nun keine andere Möglichkeit, die Straftat zu ahnden.

Vor dem Amtsgericht offenbarte sich in der Verhandlung eine durchaus tragische Biografie: So hatte der Angeklagte – Vater zwei minderjähriger Kinder – wohl einen Versuch unternommen, auf legalem Weg eine Fahrerlaubnis zu erlangen. Allerdings gab es nach Aussage Siebrechts bereits erste Eintragungen im Bundeszentralregister wegen Fahrens ohne Führerschein. Deshalb, so sehen es die rechtlichen Bedingungen vor, hätte der Mann vor der Prüfung erst die Medizinisch-Psychologische Untersuchung absolvieren und vor allem bestehen müssen.

Angeklagter fällt durch die MPU-Prüfung durch

Sowohl der Vorbereitungskurs als auch die Prüfung indes kosten Geld, und um dieses zu sparen, verzichtete der Angeklagte auf den Kurs und meldete sich gleich für die Prüfung an – allerdings fiel er durch und deshalb setzte er sich weiterhin ans Steuer, insbesondere im Firmenwagen. Diesen hatte ihm sein Arbeitgeber, Chef einer Dachdeckerfirma, zur Verfügung gestellt. „Er wusste nicht, dass sein Mitarbeiter gar nicht hätte fahren dürfen“, sagte Siebrecht.

Gleichwohl erwischten Polizeibeamte den Familienvater immer wieder, ein ums andere Mal erhielt er eine Geldstrafe. Im vergangenen Jahr kassierte er dann zwei Bewährungsstrafen von drei und von vier Monaten mit einer Geldauflage. „Weil er dieser Forderung nicht nachkam, wurde die Bewährung widerrufen“, sagte Siebrecht. Der Angeklagte musste von Ende Juli bis Mitte Oktober 2018 eine Freiheitsstrafe verbüßen – im offenen Vollzug Burgdorf der JVA Sehnde.

Justizbeamter informiert ahnungslosen Chef

Weil sein Arbeitgeber aber wegen Personalmangels nicht auf seinen Angestellten verzichten konnte, suchte er die JVA-Verwaltung auf und bat darum, seinen Mitarbeiter weiterbeschäftigen zu können. Abends könne dieser ja wieder in die JVA zurückkehren, lautete der Vorschlag des ahnungslosen Chefs. „Erst ein Justizbeamter klärte ihn letztlich auf, dass der Beschäftige über Jahre ohne Berechtigung gefahren war“, sagte Siebrecht. Seinen Angaben zufolge schob der Beamte dann das neue Verfahren an, dem sich der Angeklagte nun stellen musste.

Anhand von Kreditkartenabrechnungen ließen sich zwei ungesetzliche Touren nachweisen, für die der Amtsrichter eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung verhängte. Hinzu kommen die vier Monate der Bewährungsstrafe aus dem vergangenen Jahr und mehr als ein Jahr aus der zweiten Bewährungsstrafe, die er nicht komplett in Burgdorf abgesessen hatte. „Auch mit Blick auf ihre familiäre Situation – eine Bewährung kommt für sie nicht mehr in Frage“, sagte Siebrecht, der keine Sperre zur Erlangung eines Führerscheins verhängte.

Von Antje Bismark

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