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Nachrichten IGS: Totalunternehmer baut billiger
Region Burgdorf Nachrichten IGS: Totalunternehmer baut billiger
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15:13 23.11.2018
Die Stadt will den Neubau für ihre Integrierte Gesamtschule einem Totalunternehmer überantworten. Quelle: Joachim Dege (Archiv)
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Burgdorf

Die Stadtverwaltung rät dem Rat, für den IGS-Neubau einen Totalunternehmer anzuheuern. Der könnte die Schule im besten Fall für fast neun Millionen Euro billiger bauen, als es die Stadt selbst könnte. Das sagt die SIKMa GmbH aus Achim, welche die Stadt mit einer Wirtschaftslichkeitsuntersuchung beauftragt hatte.

Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung muss die Stadt bei jedem größeren Bauprojekt anstellen. Dazu hat sie sich der Expertise des auf die öffentliche Hand spezialisierten Beratungsunternehmens SIKMa versichert. Die SIKMa kommt nun zum Ergebnis, dass die Stadt gehörig Geld sparen kann, wenn sie die IGS nicht selbst plant, baut und zwischenfinanziert, sondern dies einem sogenannten Totalunternehmer überlässt und der den Bau am Ende fix und fertig an die Stadt übergibt. Nähme die Stadt den Neubau von der Planung bis zur Fertigstellung wie beim Schulneubau am Berliner Ring selbst in die Hand, würde sie das laut SIKMa etwas mehr als 57 Millionen Euro kosten. Ein Totalunternehmer bekäme das günstiger hin. Je nach Ausschreibungsergebnis müsste die Stadt zwischen 4,1 (Minus 7,2 Prozent) und 8,9 Millionen Euro (minus 15,5 Prozent) weniger auf den Tisch legen, schreiben die Berater in ihrer 41-seitigen Untersuchung.

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Rat diskutiert am 13. Dezember über die Vergabe

Mit der Untersuchung werden sich nun die Ratsgremien befassen. Der Rat soll dann am 13. Dezember entscheiden, welche Schlüsse die Stadt aus ihr zieht. Die Stoßrichtung freilich ist klar. Die Stadtverwaltung empfiehlt den Kommunalpolitikern ohne Wenn und Aber, den Neubau an einen Totalunternehmer zu vergeben. Vorbild für eine solche Vergabe, die für Burgdorf eine Premiere darstellt, ist nach Angaben von Bauamtsleiter Andreas Fischer ein Schulneubau in Laatzen.

Voraussetzung für eine Vergabe an einen Totalunternehmer ist, dass die Bauverwaltung im Rathaus ihre Hausaufgaben macht: Das Raumprogramm für die IGS liegt bereits vor. Die Stadt klopft es zurzeit mit der Schule ab auf pädagogische Anforderungen und Funktionalität. Das Bauamt müsse noch städtebauliche Studien und Gutachten beisteuern, sagt Fischer. Totalunternehmer könnten sich dann nach einer Ausschreibung um den Bauauftrag bewerben und müssten darlegen, wie sie den Neubau planerisch umsetzen wollen. Ein Gremium aus Vertretern der Schule, Kommunalpolitikern und Fachleuten aus der Verwaltung entscheide am Ende, wer den Zuschlag erhalten soll. Dabei werde die Stadt im Vertrag von vornherein eine Preisobergrenze festlegen.

Die Idee, einen Totalunternehmer ins Bott zu holen, und die daraus resultierende Kostenersparnis reklamieren inzwischen sowohl die Freien Burgdorfer (FB) wie die CDU für sich. Die Freien Burgdorfer regen außerdem an, den geplanten Neubau der Pausewang-Grundschule sowie das Schulbauprojekt in Otze mitsamt Kita-Erweiterung und Turnhallen-Neubau ebenfalls an einen Totalunternehmer zu vergeben. Die Stadt hat das laut Fischer tatsächlich für die Pausewang-Gundschule ins Auge gefasst, hält es aber für Otze für „kein gutes Konstrukt“.

Von Joachim Dege