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Region Burgdorf Nachrichten So sieht der Maria-2.0-Protest bei St. Nikolaus aus
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17:08 16.05.2019
Für Barbara Gebbe geht es bei Maria 2.0 auch um die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

„Es geht uns nicht um Rebellion, es geht uns um die Zukunft und die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche“: Mit diesem Satz fasst Barbara Gebbe für sich und ihre Mitstreiterin Karin Klüsener zusammen, weshalb die beiden Katholikinnen seit Jahresbeginn den Maria-2.0-Gottesdienst für Sonntag, 19. Mai. vorbereiten.

Damit beteiligt sich die katholische St.-Nikolaus-Gemeinde als eine der wenigen in der Region an der Aktion Maria 2.0, die Frauen in Münster initiiert haben. „Dahinter steht der Gedanke, dass die Hälfte der Gemeindemitglieder weiblich ist, Frauen also in der Gemeinde sehr präsent sind, aber sie noch immer keinen Zugang zu den Weiheämtern erhalten“, sagt Gebbe, sich sich als Vorsitzende des Pfarrgemeinderats ehrenamtlich eingebunden ist. Frauen sollten nicht nur sitzen und nicken, sondern aufstehen für ihre Rechte.

Kein Kirchenstreik, dafür ein Gottesdienst

In Münster traten die Frauen am vergangenen Sonnabend in einen Kirchenstreik, sie betreten kein Gotteshaus und leisten bis Sonnabend, 18. Mai, auch keine ehrenamtlichen Dienste. „Diesen Weg wollten wir nicht gehen“, sagt die Burgdorferin. Schließlich übten die Kommunionshelfer oder Lektoren, also die Laien in der Gemeinde, ihre Ämter gern aus. Mehr noch: „Aus unserer Sicht darf die Gemeinde nicht abgestraft werden für Entscheidungen, die sie nicht getroffen hat.“ Denn Gebbe und ihre Mitstreiterinnen fühlen sich durchaus wertgeschätzt in der St.-Nikolaus-Gemeinde, deren Pfarrer Martin Karras die Aktion unterstütze.

Deshalb laden Gebbe und Klüsener neben den Mitglieder der katholischen Gemeinden in Burgdorf, Hänigsen und Uetze auch alle Interessierten – unabhängig von der Konfession – für Sonntag ab 11 Uhr zur Heiligen Messe ein, welche die beiden Frauen in den vergangenen Wochen vorbereitet haben. Um zu demonstrieren, wie viele Frauen der Gemeinde angehören, betreten an diesem Tag zunächst nur die Männer das Gotteshaus. Die Frauen treffen sich auf dem Kirchhof und gehen anschließend gemeinsam in die Kirche.

„Kein biblischer Grund für Ausschluss von Frauen“

„Wir haben bereits mit vielen Menschen darüber gesprochen und eine gute Resonanz erhalten“, sagt Gebbe, hauptberuflich im sozialen Dienst beschäftigt. Sie sieht den Gottesdienst als Impuls an, aus dem sich ein Dialog in der Kirche, aber auch über deren Grenzen hinweg entwickeln sollte. „Frauen und Männer treibt gleichermaßen die Sorge um, wie es mit der katholischen Kirche in Zeiten des Priestermangels, der Missbrauchsskandale und deren Aufklärung weitergehen soll.“

Natürlich wüssten die Aktiven, dass sie mit einer einzelnen Veranstaltung nicht die traditionellen Strukturen aufbrechen könnten und Frauen nicht per se die besseren Menschen seien: „Aber es gibt keinen biblischen Grund für den Ausschluss von Frauen, die oft eine andere Sicht der Dinge oder neue Lösungsansätze haben.“

Von Antje Bismark

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