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Region Burgdorf Nachrichten Rat vereidigt Bürgermeister Armin Pollehn
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16:53 08.11.2019
Matthias Paul (rechts) übernimmt als stellvertretender Bürgermeister die Vereidigung des neuen Stadtoberhauptes Armin Pollehn. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

So wahr mir Gott helfe“ – mit dieser religiösen Formel hat der Mitte Juni zum Bürgermeister gewählte Christdemokrat Armin Pollehn in der Ratssitzung am Donnerstagabend im Schloss den Amtseid bekräftigt. Seinen Posten als Chef der Stadtverwaltung hatte er bereits am 1. November angetreten.

Es war eine kurze Ratssitzung, in der Burgdorfs Kommunalpolitiker drei Personalien in der gebotenen Sachlichkeit abhandelten: Die Vereidigung des neuen Bürgermeisters übernahm der bei der Bürgermeisterwahl unterlegene Kandidat der SPD, Matthias Paul, in seiner Eigenschaft als stellvertretender Bürgermeister. Vor dem Hauptwerk des Bilderzyklus „Schweigespuren“ des Malers Uwe Appold, das die Stirnseite des Ratssaals ziert, hob Pollehn die rechte Hand zum Schwur. Dann sprach er den von Paul verlesenen Amtseid nach. Anschließend gratulierten die Fraktionsvorsitzenden dem neuen Bürgermeister. Rüdiger Nijenhof von den Freien Burgdorfern übergab einen Blumenstrauß, der FDP-Fraktionsvorsitzende Karl-Ludwig Schrader eine Flasche Rotwein.

Pollehn verspricht, dass seine Tür jedem offen steht

Pollehn nutzte anschließend die Gelegenheit, sich bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und insbesondere bei den beiden Stadträten Michael Kugel und Silke Vierke zu bedanken. Diese hätten ihm den Amtsantritt leicht gemacht und einen herzlichen Empfang bereitet.

Dass das nicht überall in der Stadt der Fall ist, scheint Pollehn klar zu sein: „Es gibt große Erwartungen. Und es gibt große Skepsis.“ Deshalb sei es ihm ein Anliegen zuzusagen, dass er mit allen gut zusammenarbeiten wolle, „auch mit denen, die mich nicht gewählt haben und mir gegenüber skeptisch sind“. Das bedeute nicht, dass allenthalben Harmonie herrsche. Wo es aber in Zukunft gelte, strittige Debatten zu führen, solle dies mit gegenseitigem Respekt geschehen, bat Pollehn und wiederholte ein Angebot aus seinem Wahlkampf: Seine Tür stehe jedem offen, der ein Anliegen an ihn herantragen wolle. „Wenn etwas sein sollte, finden Sie bei mir immer ein offenes Ohr.“

Traditionen pflegen, Innovationen voranbringen

Pollehn bekannte, er habe hohen Respekt vor dem ihm übertragenen Amt. Dem wolle er versuchen, gerecht zu werden, indem er einerseits die in Burgdorf hochgehaltenen Traditionen pflegen und zugleich helfen wolle, Innovationen voranzubringen.

Nachdem der Rat Pollehn auch den Posten des Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Stadtsparkasse angetragen hatte, meldete sich WGS-Fraktionschef Kurt Ulrich Schulz zu Wort. Es sei kein Automatismus, dass der Rat immer den Bürgermeister in diese für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt wichtige Position entsende, sagte er. Es gebe im Rat womöglich geeignetere Kandidaten: die beiden Banker Thomas Dreeskornfeld (FDP) und Gerald Hinz (SPD) und den Unternehmer Robert Apel (CDU). „Trauen Sie sich alles und gleichzeitig zu?“, fragte Schulz und wollte zudem wissen, welche Prioritäten der Bürgermeister angesichts der Fülle seiner Aufgaben setzen will.

Pollehn fühlt sich fit für Stadtsparkassen-Aufsicht

Pollehn reagierte gelassen auf Schulz’ Einlassung: „Ich würde mich in Ihre Liste einreihen.“ Als jemand, der 20 Jahre lang zwei Firmen selbstständig geführt habe, sei er vertraut mit Finanzfragen. Fünf Jahre lang habe er dem Verwaltungsrat der Stadtsparkasse bereits angehört und sich tief in die Materie eingearbeitet. Schließlich habe er in der Verwaltung eine gute Mannschaft vorgefunden, sodass er dort nicht alles selbst machen müsse und manches delegieren könne.

Apel verwies darauf, dass jeder, der im Verwaltungsrat der Stadtsparkasse mitarbeitet, von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf seine persönliche und berufliche Eignung hin überprüft werde: „Wenn die BaFin Herrn Pollehn vertraut, können wir es auch.“

Zwei Frauen übernehmen Verantwortung

Während Bürgermeister Armin Pollehn nunmehr qua Amt über Sitz und Stimme im Rat verfügt und deshalb der CDU-Fraktion nicht länger angehört, rücken zwei Frauen an seine Stelle. Den Sitz im Rat nimmt als Nachrückerin Sonja Heyna aus Ehlershausen ein. Die 40-Jährige gehört auch dem Ortsrat für Ramlingen und Ehlershausen an und fungiert dort als stellvertretende Ortsbürgermeisterin. Die gelernte Bürokauffrau ist Mutter von zwei Kindern und engagiert sich ehrenamtlich als stellvertretende Elternratsvorsitzende der Waldschule sowie im Organisationsteam des Nikolausmarktes.

Mit der Dachtmisserin Beate Neitzel, die dem Rat mit einer mehrjährigen Unterbrechung seit 2001 angehört, übernimmt erstmals eine Frau den Vorsitz im männerdominierten Feuerwehrausschuss. Die CDU-Fraktion benannte die 56 Jahre alte Mutter zweier erwachsener Töchter, die 2002 als Quereinsteigerin der Feuerwehr Dachtmissen beitrat, wo sie sich zeitweise als Betreuerin der Jugendfeuerwehr engagierte. Neitzel entstammt einer Familie, in der die Mitgliedschaft in der Feuerwehr zum guten Ton gehört. Am Donnerstag, 14. November, 17 Uhr, leitet sie im Feuerwehrhaus in Weferlingsen ihre erste öffentliche Sitzung.

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Von Joachim Dege

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