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Nachrichten Rat verabschiedet Resolution für Nachtflugverbot
Region Burgdorf Nachrichten Rat verabschiedet Resolution für Nachtflugverbot
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00:23 25.02.2019
Ein Flugzeug der Swissair im Landeanflug auf den Flughafen Hannover. Quelle: dpa
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Burgdorf

Der Rat der Stadt ist mehrheitlich der Auffassung, dass die Landesregierung gut beraten wäre, zum Schutz der Gesundheit der Bürger ein Nachtflugverbot für den Flughafen Hannover zu erlassen. Eine Resolution, die das deutlich machen soll, hat der Rat am Donnerstagabend mit den Stimmen von SPD, Grünen, WGS, Freien Burgdorfern und dem Ratsherrn Michael Fleischmann (Die Linke) verabschiedet. CDU, FDP und AfD und der SPD-Ratsherr Hans-Dieter Morich votierten dagegen, weil sie Arbeitsplatzverluste befürchten.

Vorbereitet hatte die Resolution der WGS-Ratsherr Volkhard Kaever. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass eine erhöhte Lärmeinwirkung nicht nur die Lebensqualität beeinträchtige, sondern auch die Gesundheit schädigen könne, argumentierte Kaever. Die rund 60 Flugbewegungen bei Nacht in Hannover könnten auch leicht am Tage abgewickelt werden, sodass die Nachtruhe nicht gestört würde. Im Übrigen wiege der Gesundheitsschutz der Bevölkerung schwerer als mögliche wirtschaftliche Auswirkungen eines Nachtflugverbots, zeigte sich der Wissenschaftler an der Medizinischen Hochschule Hannover überzeugt.

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Die Ratsmehrheit folgte schließlich Kaevers für die Mehrheitsgruppe formulierten Resolutionsvorschlag: „In Anbetracht möglicher gesundheitlicher Schädigungen betroffener Bürger durch nächtlichen Fluglärm setzt sich der Rat der Stadt dafür ein, dass im Zuge der für das Jahr 2020 anstehenden Verlängerung der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Hannover-Langenhagen durch die niedersächsische Landesregierung eine nächtliche Ruhepause für Flugbewegungen von 24 bis 5 Uhr, mit stufenweiser Ausdehnung in den folgenden Jahren, eingeführt wird.“

Auch der Linken-Ratsherr Michael Fleichmann, der die Stadt zur Kostenbeteiligung an einer Klage von Bürgerinitiativen gegen die Nachtflugerlaubnis aufforderte, stimmte zwar zu, wandte aber ein: „Der Erfolg wird gleich null sein.“ Die Landesregierung werde eine Resolution „nicht einmal zur Kenntnis nehmen“. Das Nachtflugverbot müsse über ein Gericht erzwungen werden.

Dieter Morich (SPD), die CDU-FDP-Ratsgruppe und die AfD äußerten wirtschaftliche Bedenken. Das Nachtflugverbot werde bis zu 2400 Arbeitsplatzverluste zur Folge haben und den Wirtschaftsstandort enorm schwächen. AfD-Mann Jens Braun sagte: „Ich möchte die sehen, die dann zwei Tage länger auf ihre Pakete warten müssen.“ CDU-Ratsherr Klaus Köneke führte ins Feld, dass der vor allem vom Urlaubsgeschäft abhängige Flughafen Hannover eher zu wenige Flugbewegungen ausweise als zu viele und deshalb gut daran tue, nicht auf die Nachtflüge zu verzichten.

Von Joachim Dege