Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Psychologen und Seelsorger betreuen Schüler
Region Burgdorf Nachrichten Psychologen und Seelsorger betreuen Schüler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:23 26.11.2018
Seit Freitag erhalten Schüler der Realschule, des Gymnasiums und der IGS eine psychologische Betreuung durch die Landesschulbehörde und durch Pastoren.
Seit Freitag erhalten Schüler der Realschule, des Gymnasiums und der IGS eine psychologische Betreuung durch die Landesschulbehörde und durch Pastoren. Quelle: Symbolbild
Anzeige
Burgdorf

In einem Gedenkbuch an der Realschule können Schüler seit Montagmorgen ihre Erinnerungen und Gedanken aufschreiben, die sie nach dem Tod ihrer 16-jährigen Mitschülerin bewegen. Die Jugendliche war am Freitagmorgen bei einem Unfall an der Kreuzung Vor dem Celler Tor/Gartenstraße tödlich verletzt worden, nachdem ein Lastwagenfahrer die Radlerin beim Rechtsabbiegen übersehen und der Lastwagen sie erfasst hatte.

Neben den Pastoren Friederike Grote und Matthias Paul, die die Realschüler seelsorgerisch begleiteten, kümmerte sich Pastorin Anette Heinze um die Gymnasiasten. „Sie sprechen beispielsweise viel im Religionsunterricht über den Unfall“, sagte Pastor Paul, der am Morgen eine Gedenkandacht in der vollen Mensa gestaltet hatte. Viele der Schüler hätten daran teilgenommen, sagte der Theologe und fügte hinzu, dass die Schule für alle anderen eine Betreuung angeboten habe.

Eine psychologische Begleitung ermöglicht zudem die Landesschulbehörde in Realschule, Gymnasium und IGS, wie Sprecherin Bianca Schöneich sagte. Ihren Angaben zufolge gibt es dort speziell geschulte Fachkräfte, die bei Bedarf die Schulen unterstützen – indem sie mit den Schülern sprechen oder Lehrer auf emotional belastende Gespräche vorbereiten. „Der Einsatz richtet sich nach dem Bedarf der Schulen“, sagte Schöneich. Im vergangenen Jahr hätten die Notfallpsychologen landesweit 120 Einsätze absolviert.

Unterdessen hält die große öffentliche Anteilnahme an, wie Pastor Paul und ein Freund der Familie sagten. „Viele Menschen bewegt das Schicksal des Mädchens und ihrer Familie“, sagte Paul und nannte als Beispiel dafür die Andachtsstätte am Unfallort und die Gedenkandacht am Sonnabend. „Viele Burgdorfer, die die Familie nicht kennen, sind bewegt, erschüttert und traurig“, berichtete der Freund. Gemeinsam mit anderen initiierte er eine öffentliche Spendensammlung via Facebook: „Wir haben das Konto nicht angelegt, um um Spenden zu bitten, sondern wir wurden angesprochen von Menschen, die spenden wollten und uns fragten, wie sie dies tun können.“ Diesen Menschen wollten die Freunde einen Raum geben, um ihr Mitgefühl zeigen zu können. Wofür das Geld verwendet werde, entscheide die Familie. „Diese Solidarität – so hoffe ich – gibt der Familie Kraft.“

Von Antje Bismark