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Region Burgdorf Nachrichten Sozialer Wohnungsbau hat es schwer
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17:49 29.11.2018
Auf dieser Grünfläche an der Gerickestraße in der Südstadt plant die Stadt sozialen Wohnungsbau für Menschen mit kleinem Portemonnaie. Quelle: Joachim Dege (Archiv)
Burgdorf

Obwohl Wohnraum knapp ist und es dringend bezahlbaren Wohnraumes bedarf, hat der Bauausschuss des Rates in seiner jüngsten Sitzung keine Entscheidung zum Wohnbauprojekt Heidenelke am Rande der Südstadt zu treffen vermocht. Die Politiker konnten sich nicht entscheiden, welchem Bauträger, die sich bei der Stadt um die Realisierung beworben haben, sie den Zuschlag geben wollen. Der Konflikt rankt sich um die Frage: Soll die Stadt so viele Wohnungen zulassen, wie auf dem kleinen Dreiecksgrundstück möglich sind, oder soll sie Rücksicht nehmen auf den Wunsch der Anwohner, von ihren Balkonen in die freie Landschaft blicken zu dürfen.

Vier Bauträger haben ihre Projektunterlagen mitsamt Plänen bei der Stadt, die das Areal für 663.900 Euro auf dem Markt anbietet, eingereicht. Einer ist aus Sicht der Bauverwaltung nahezu chancenlos, weil er am wenigsten die von der Stadt gemachten Vorgaben erfüllt. Die drei noch im Rennen verbliebenen unterscheiden sich zum Teil ganz erheblich, sowohl mit Blick auf das Volumen der Baukörper als auch mit dem auf die Zahl der geplanten Wohnungen.

Gemessen an den von der städtischen Planungsabteilung erarbeiteten Bewertungskriterien kristallisieren sich inzwischen die Lenz Häuser GmbH und die Restaura Wohnen GmbH, zwei Unternehmen aus Hannover, als Favoriten heraus. Das Angebot von Lenz schafft in zwei mächtigen, im rechten Winkel versetzten, jeweils 40 Meter langen Riegelbauten die meisten Wohnungen, nämlich 64. Das Restaura-Projekt gliedert sich etwas filigraner in drei Baukörper mit Staffelgeschossen und versperrt den Bewohnern des an der Nordseite der Gerickestraße stehenden Wohnblocks nur zum Teil die gewohnte freie Aussicht in die Landschaft. Restaura will allerdings nur 40 Wohnungen schaffen.

Und dann das: Keine der beiden Varianten bekam im Bauausschuss eine Mehrheit, weshalb das Fachgremium am Ende auch keine Empfehlung für den Rat aussprach, der am 13. Dezember entscheiden soll. Für den Lenz-Bauvorschlag sprach sich eine Koalition aus der Grünen Simone Heller, dem Liberalen Ludwig Schrader und den CDU-Ratsherren Oliver Sieke und Klaus Köneke aus. Mit dem Restaura-Vorhaben liebäugelten dagegen Volker Kaever (WGS), die beiden Sozialdemokraten Christa Weilert-Penk und Michael Rheinhardt sowie der Freie Burgdorfer Rüdiger Nijenhof. Für die Lenz-Befürworter war das Beheben der akuten Wohnungsnot das entscheidende Kriterium. Die Restaura-Fürsprecher betonten die ansprechendere Gestaltung, wollten es sich so kurz vor der Bürgermeisterwahl wohl auch nicht mit den Anwohnern verscherzen, die in der Sitzung gehörig Druck machten.

Recht aggressiv attackierte Helmut Erlenhardt, der als Sprecher einer Anwohnergruppe von Anfang an entschieden Front gemacht hatte gegen das Bauvorhaben, die Grüne Heller, weil diese sich für den Riegelbau an der Gerickestraße stark machte. Erlenhardt wünschte sich, dass sich die Ratspolitiker für das aus seiner Sicht innovative Vorhaben der ImmoControl GmbH erwärmen sollten, dessen zurückhaltende Baukörper die Anwohner am wenigsten beeinträchtigten und obendrein ein zukunftsweisendes energetischen Konzept verwirklichen wolle. Damit biss Erlenhardt allerdings auf Granit, zumal diese Variante nur 36 Wohnungen vorsieht.

Von Joachim Dege

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