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Region Burgdorf Nachrichten Kein Halt: Regiobus-Fahrer lässt Senioren zwei Kilometer weit laufen
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08:04 06.09.2019
Weil der Bus nicht an der Haltestelle Velper Straße stoppte, mussten zwei Senioren zu Fuß mehr als zwei Kilometer gehen. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Massive Kritik am Unternehmen Regiobus übt jetzt der Fahrgast Egenhard Acker: Der Burgdorfer wollte am 1. August mit einem Bus der Linie 910 vom Spittaplatz nach Hause fahren – doch statt sich schnell bis fast vor die Tür fahren zu lassen, musste er letztlich mehr als zwei Kilometer laufen.

Acker wartete mit einem Bekannten an der Haltestelle. Um 18.14 Uhr kam der Bus, und beide stiegen ein. Ihr Ziel: die Haltestelle an der Velper Straße. An der Grenzstraße drückte Acker die Stopptaste, um dem Fahrer das Aussteigen zu signalisieren. „Dann leuchtete auch die Schrift auf, dass der Bus hält“, erinnert er sich. Doch der Fahrer habe das Signal ignoriert und sei einfach weitergefahren, obwohl beide Männer laut durch den Bus gerufen und um schnelles Anhalten gebeten hätten.

Busfahrer wirft Senioren in Sorgensen aus dem Fahrzeug

Der Fahrer habe aber überhaupt nicht reagiert, obwohl noch Zeit und Platz für einen Stopp gewesen wären. Erst in Sorgensen habe der Fahrer dann gebremst und die Türen zum Aussteigen geöffnet: „Wir haben ihn dann zur Rede gestellt, doch er ist dann sehr laut geworden und hat uns aus dem Bus geworfen“, schildert der 77-Jährige seine Erfahrung. Mit seinem zwei Jahre älteren Begleiter habe er sich dann zurück auf den Weg nach Burgdorf gemacht und die gut zwei Kilometer lange Strecke zu Fuß in praller Hitze gehen müssen. „Zum Glück hatten wir einen Rollator dabei, sonst hätten wir das nicht geschafft“, sagt Acker.

Er suchte am nächsten Tag einen Mitarbeiter bei Regiobus am Ostlandring in Burgdorf auf, um sich über das Verhalten des Fahrers zu beschweren. „Er hat alles aufgeschrieben, doch dann passierte eine Woche lang nichts mehr“, sagt der Burgdorfer, der sich deshalb nach dem Stand der Dinge erkundigte und erfuhr, dass der Busfahrer im Urlaub sei. Weitere zwei Wochen vergingen, dann bekam Acker auf erneute Nachfrage die Information, dass der Sachbearbeiter erkrankt sei. „Inzwischen sind vier Wochen vergangen, ohne dass sich Regiobus entschuldigt oder uns entschädigt hätte“, sagt der Senior, der mit seiner Frau mehrmals wöchentlich den Bus nutzt. „Letztlich haben wir uns unsere Wohnung ausgesucht, weil es eine Haltestelle in der Nähe gibt.“

Regiobus-Sprecher will Kontakt aufnehmen

Regiobus-Sprecher Tolga Otkun bedauert die Verärgerung des Burgdorfers, gleichwohl kann er zur Aufklärung des Falls noch nicht viel sagen, denn: „Der Kollege aus Burgdorf ist leider immer noch krank.“ Er könne deshalb nicht nachvollziehen, ob und welche Schritte der Sachbearbeiter vor seiner Erkrankung angeschoben habe. „Es tut mir sehr leid, dass das so versandet ist“, sagt Otkun und fügt hinzu, er werde zeitnah Kontakt aufnehmen mit Acker. Für Beschwerden und Nachfragen habe Regiobus zudem ein zentrales Kundenmanagement aufgebaut, dessen Mitarbeiter per E-Mail an kundendialog@regiobus.de und unter Telefon (0511) 36888715 erreichbar seien.

Von Antje Bismark

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