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Region Burgdorf Nachrichten Erstes politisches Bild findet Zuspruch
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00:16 29.12.2018
Gegen die Gleichgültigkeit: Rula Grunwald arbeitet an einem zweiten Bild, das sich mit Flüchtlingen beschäftigt. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

 Eine Hand hinter dem Stacheldraht, eine Friedenstaube davor: Mit einem eindrücklichen Bild zeigt die Malerin Rula Grunwald die Schrecken der Flüchtlinge. Und ihre Perspektiven. Denn dieses Thema gab den Anstoß für das Bild, dessen Original mittlerweile in der Schweiz hängt – während Amnesty International ein Duplikat zum Tag der Menschenrechte der Stadt Burgdorf geschenkt hat.

„Der Kunstkreis Laatzen hatte vor drei Jahren das Thema Perspektive für einen Wettbewerb ausgeschrieben“, sagt Grunwald. Zunächst überlegte sie, auf einem Schachbrett oder mit Gebäuden die Perspektiven darzustellen. Aber in einer Zeit, in der viele Menschen eine Zuflucht in Deutschland suchten, habe sie sich schließlich die Frage gestellt, welche Perspektiven die Flüchtlinge erwarten könnten. Vor dem Malen habe sie Bücher gelesen über Syrien, Lampedusa oder die Kurden. „Das Bild wuchs dann Stück für Stück, realistische Motive in einer surrealistischen Darstellung“, sagt sie. Nach zwei Monaten stellte sie ihr Werk aus und gewann damit den Publikumspreis.

Mit diesem Bild thematisiert Rula Grunwald die Perspektive von Flüchtlingen. Quelle: privat

„Für mich war es das erste Mal, dass ich überhaupt politisch gemalt habe“, sagt die Kirchhorsterin. Sie stellt regelmäßig aus, unter anderem im Sofaloft in Hannover, und dort fand sich das Bild schließlich zwischen großformatigen Malereien von Tieren, Szenerien aus dem Alltag und Porträts mit unterschiedlichen Materialien. „Ein Kunstsammler aus der Schweiz hat das Flüchtlingsbild dort gesehen und sofort gekauft“, sagt Grunwald. Er habe es für seinen Privatbesitz erworben, stelle es aber für Ausstellungen zur Verfügung. „Inzwischen haben wir auch schon Einladungen wahrgenommen und gesehen, wo das Bild überall gezeigt wird und für Gesprächsstoff sorgt“, berichtet Grunwald.

Wegen der großen Resonanz habe der Schweizer auch nicht gezögert, ein Duplikat des Originals nach Burgdorf zu schicken: Damit will die Amnesty-Gruppe an den 70. Jahrestag der Allgemeinen Menschenrechte erinnern, der in diesem Dezember gefeiert wurde. Diese Entscheidung bedeutet für Grunwald durchaus etwas Besonderes. Sie kam als Tochter griechischer Eltern in Istanbul zur Welt, eine Fremde dort. Fremd war sie auch, als sie mit ihren Eltern nach Deutschland umzog – sie begannen hier als Gastarbeiter ihr neues Leben. „Wir konnten uns nicht aussuchen, wohin wir gehen“, erinnert sich Rula Grunwald. Letztlich galt Hannover als Arbeitsort, die Familie fand schließlich ein Zuhause in einem kleinen Dorf der Region. „In der Schule waren wir die Exoten“, sagt die Malerin, die sich ihr Wissen und Können selbst angeeignet hat. „Ein Studium kam für uns nicht in Frage.“

Noch immer hallen die Erinnerungen nach: „Ich denke, jeder Mensch kann einmal Flüchtling werden, und dann braucht er die Hilfe anderer.“ Deshalb kehrt sie noch einmal zu dem Thema zurück: Gerade malt sie einen nur scheinbar harmonischen Strandtag – denn auf dem Wasser geht ein Flüchtlingsboot unter, während sich die Menschen an Land in der Sonne räkeln. „Sie reagieren gar nicht auf das Geschehen, sie sind gleichgültig, und das finde ich so erschreckend“, sagt Grunwald, die ihr Wissen in ihrer eigenen Malschule weitergibt.

Amnesty-Gruppe stellt den Pfad der Menschenrechte vor

„Wir werden uns ganz sicher bei dem Aufruf ,Burgdorf steht auf’ einbringen“, sagt Erika Büchse, Vorsitzende der Amnesty-International-Gruppe für Burgdorf, mit Blick auf das Jahr 2019. Die von Dieter Rohles gestartete Initiative plant, eine Kundgebung gegen rechts zu organisieren und so für eine offene Gesellschaft zu werben. Außerdem wollen die Aktiven die Amnesty-Gedenktage gegen Folter und gegen die Todesstrafe in der Öffentlichkeit thematisieren – und beim Regionsentdeckertag den Pfad der Menschenrechte zwischen der Gartenstadt Lohne und Neuwarmbüchen den Besuchern vorstellen.

Von Antje Bismark

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