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Nachrichten Drogendealer legt Teilgeständnis ab
Region Burgdorf Nachrichten Drogendealer legt Teilgeständnis ab
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20:46 04.06.2019
Der Hauptangeklagte in einem Drogenprozess vor dem Landgericht Hildesheim hat ein Teilgeständnis abgelegt. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Bislang schwieg sich der Hauptangeklagte in seinem Drogenprozess vor dem Landgericht Hildesheim hartnäckig aus. Am dritten Verhandlungstag hat der 25 Jahre alte Burgdorfer sein Schweigen nun gebrochen. Sein Strafverteidiger Dimitrios Kotios aus Hannover verlas am Dienstag eine Erklärung seines Mandanten, in der dieser immerhin ein Teilgeständnis ablegte.

Der Mann ist wegen neun einzelner Straftaten angeklagt. Am schwersten wiegt der angeklagte Vorwurf des bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen. Allein dafür droht ihm eine Freiheitsstrafe von nicht weniger als fünf Jahren. Als nicht geringe Menge gilt alles, was über 7,5 Gramm hinausgeht. Diese Grenze hat der Angeklagte locker gerissen.

150 Gramm Marihuana zur Deckung des Eigenbedarfs?

Nur zwei Taten allerdings will der Mann begangen haben. Er räumte ein, dass das bei seinem wegen Beihilfe am Montag verurteilten Freund in dessen Nachbarwohnung gefundene Marihuana und Drogengeld tatsächlich ihm gehört habe. Der Freund habe ihn mit seinen Bunkerdiensten bei den Drogengeschäften unterstützt. Zudem gab er zu, dass auch die bei einer Wohnungsdurchsuchung im Jahr 2017 bei ihm gefundenen 150 Gramm Marihuana zur Deckung seines Eigenbedarfs gedient hätten. Allerdings anders als die Strafverfolgungsbehörden annehmen, hätten die damals von der Polizei sichergestellten Waffen – eine Schreckschusspistole und ein verbotenes Messer – mit den Drogen nicht das Geringste zu tun.

Ermittler observierten den Burgdorfer

Zudem bestreitet der 25-Jährige, dass er an einen damals 17 Jahre alten Lehrter, also an einen Minderjährigen, in sieben Fällen Marihuana in Mengen von 500 Gramm bis zwei Kilogramm verkauft habe. Das nämlich behauptet der Lehrter, den die Polizei per Zufall mit Drogen erwischte. Nachdem der Jugendliche ausgepackt hatte, wer sein Lieferant war, observierten die Ermittler den Burgdorfer über geraume Zeit und überwachten auch seine Telefongespräche, bis sie genug Beweismaterial gesammelt hatten. Am 27. November vergangenen Jahres schlug die Polizei dann zu, durchsuchten am gleichen Tag vier Wohnungen in Burgdorf und nahmen den Dealer fest. Seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

Urteil vermutlich Ende Juni

Die Große Strafkammer 9 unter Vorsitz von Richter Rainer de Lippe hat zwei weitere Verhandlungstage angesetzt, um herauszufinden, wie sich alles zugetragen hat in der bahnhofsnahen Wohnung des 25-Jährigen und ob der Großcousin des Dealers wie von ihm selbst behauptet, unschuldig ist oder ebenfalls Bunkerdienste leistete. Ein Urteil steht für Ende Juni zu erwarten.

Von Joachim Dege

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