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Region Burgdorf Nachrichten Bios zählt Verkehr an zwei Bahnübergängen
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00:19 20.08.2018
Christian und Petra Reisner zählen in Ehlershausen erstmals Züge, Fußgänger, Autos und Radfahrer. Quelle: Antje Bismark
Otze/Ehlershausen

Wie viele Züge fahren durch Ehlershausen und Otze? Mit wie vielen Dezibel passieren Güterzüge und S-Bahnen die Ortschaften? Wann schließen und wann öffnen Schranken? Und wie oft gehen Menschen oder fahren Autos und Fahrräder über den Bahnübergang? Diese Zahlen haben Freiwillige aus Otze und Ehlershausen von Donnerstag, 6 Uhr, bis Freitag, 6 Uhr, zusammengetragen.

Bereits zum dritten Mal hatte die Bios – Bürgerinitiative Otze Schiene – zu der besonderen Zählaktion in Otze aufgerufen, mindestens zwei der knapp 120 Mitglieder nahmen dazu jeweils für zwei Stunden in einem eigenen Zelt am Bahnübergang Platz. „Wir erfassen wie in den Vorjahren S-Bahnen, Güterzüge, Passanten, Fahrradfahrer und Autos“, sagte Bios-Sprecher Arnim Goldbach. Eine Premiere gab es dennoch: Die Otzer ermittelten auch die Lärmbelastung, die Züge mit sich bringen. „Die Güterzüge sind eindeutig am lautesten“, sagte Goldbach. Der höchste gemessene Wert habe bei 103,9 Dezibel gelegen, bilanzierte er am Freitagmittag. Seinen Angaben zufolge beträgt der durchschnittliche Wert 88,06 Dezibel.

Axel Berndt (von links), Carsten Batke, Manfred Kuchenbecker und Bios-Sprecher Arnim Goldbach messen auch den Lärm der Fahrzeuge und Züge. Quelle: Antje Bismark

Aus der Statistik der Freiwilligen in Otze und in Ehlershausen ergibt sich zudem, dass in den 24 Stunden 108 Güterzüge und 69 S-Bahnen durch die Ortschaften rollten. Damit liegt die Zahl unter dem Vorjahreswert mit 234 Zügen, im Jahr 2016 waren es 215. Das bedeute allerdings nicht, dass weniger Züge auf der Strecke unterwegs seien, betonten Goldbach und Torsten Carl, Bios-Mitglied und Organisator der ersten Zählung in Ehlershausen, unisono. Vielmehr habe eine Bombenräumung in Lüneburg zu einem mehrstündigen Zugausfall geführt, nur die S-Bahnen seien regulär gefahren. „Deshalb lassen sich die Zahlen nur bedingt vergleichen“, sagte der Otzer.

Spannend sei aus seiner Sicht zudem, dass 2610 Autos oder Motorräder, 437 Radfahrer und 321 Fußgänger den Bahnübergang überquert hätten. Allein zwischen 6 und 8 Uhr nutzten 480 Auto- und Motorradfahrer die Strecke: „Angesichts dieser Zahlen müssen wir einen Bahnübergang fordern, der nicht mehr höhengleich ist“, sagte Goldbach. Denn vor allem Berufspendler und Eltern der Grundschüler seien auf der Straße unterwegs – Tendenz steigend.

Lange Schließzeiten der Schranken in Ehlershausen

In Ehlershausen fielen dem ehrenamtlichen Team um Carl die langen Schließzeiten der Schranke auf: „Durchschnittlich bleibt die Schranke gut drei Minuten zu“, sagte er in einer ersten Bilanz. Mitunter, wenn mehrere Züge fahren, müssten Autos mehr als acht Minuten warten. „Die Schranken waren bei 143 Schließungen insgesamt gut siebeneinhalb Stunden geschlossen“, sagte Carl. Das wirke sich nachhaltig auf den Autoverkehr auf, denn etwa 200 Autos oder Motorräder passierten den Übergang durchschnittlich in einer Stunde. Wegen dieses Zusammenhangs hatten sich auch Petra und Christian Reisner entschlossen, die Zählaktion für zwei Stunden zu übernehmen. Dabei konnte das Paar zwischen 16 und 18 Uhr kaum durchatmen: Auto um Auto rollte über die Schienen zwischen Ort und Bundesstraße 3. Spitzenreiter: 90 Fahrzeuge in 15 Minuten.

„Wir sind schon jetzt vom Lärm der Züge betroffen“, sagte Christian Reisner. Doch mit dem Neubau des Penny-Marktes dürfte auch Autolärm hinzukommen, wenn die Fahrer den Weg über das Tankstellen-Gelände wählten. Und seine Frau ergänzte: „Wenn die Schranken so lange geschlossen sind, dann besteht in der Rushhour die Gefahr, dass irgendwann eines der Autos auf den Schienen stehen bleibt.“

Die Ergebnisse der beiden Zählaktionen will Bios jetzt den Landes- und Bundespolitikern für die weitere Beratung zur Alpha-E-Trasse übermitteln und auf der Homepage bios-otze.de veröffentlichen.

Von Antje Bismark

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