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00:15 03.04.2019
Kandidaten aus Niedersachsen für das Europaparlament: Larissa Freudenberger (SPD) (von links), Katrin Langensiepen (Grüne), Johannes Drücker (Linke), Niklas Drexler (FDP) und Tilman Kuban (CDU) stellen sich den Fragen der Berufsschüler. Quelle: Laura Beigel
Burgdorf

Wie geht es nach einem möglichen Brexit weiter? Welche Auswirkungen hat der von der EU-Kommission genehmigte Artikel 17 des Urheberschutzgesetzes? Spielen junge Menschen für das EU-Parlament überhaupt eine Rolle? Und: Wie wichtig wäre eine Digitalsteuer? Solche Fragen haben Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) am Freitag im Haus der Jugend diskutiert. Antworten geben sollten die EU-Kandidaten Tilman Kuban (CDU), Larissa Freudenberger (SPD), Niklas Drexler (FDP), Katrin Langensiepen (Grüne) sowie Johannes Drücker, Kreisvorsitzender der Linken, der bei der Europawahl selbst nicht antritt.

Ziel: Schüler für EU-Wahl mobilisieren

„Uns war es wichtig, dass die Kandidaten in etwa genauso jung sind wie unsere Schüler“, sagte Carl-Christian Sievers. Der BBS-Fachgruppenleiter für Politik moderierte die Diskussion: „Natürlich wollen wir die Schüler damit für die Europawahl am 26. Mai mobilisieren.“

Und die zeigten reges Interesse an Europapolitik. Vor allem die Klimapolitik und „Fridays for Future“-Demonstrationen sorgten für Diskussionsstoff – auch unter den Schülern. Dass junge Menschen sich politisch engagieren müssten, darüber waren sich Schüler und Kandidaten einig. Ob während oder nach der Schule, darüber gingen die Meinungen auseinander. Statt auf der Straße für den Klimaschutz zu demonstrieren, sollten die Schüler lieber im Wald Müll aufsammeln, forderte ein Berufsschüler. Der Christdemokrat Kuban pflichtete bei: „Proteste sind genauso wirksam, wenn sie nach der Schule stattfinden.“ Die Grüne Katrin Langensiepen hielt dagegen: Sie begrüßte ausdrücklich, „dass viele junge Menschen für Klimaschutz demonstrieren“.

Mehr junge Menschen ins EU-Parlament

Weitere Themenschwerpunkte waren die Weiterentwicklung der EU nach dem Brexit sowie Auswirkungen europäischer Rechtsvorschriften wie Artikel 17 des neuen Urheberschutzgesetzes. Auch das Thema Europa und die Jugend beschäftigte die BBS-Schüler. „Werden junge Menschen überhaupt von den EU-Politikern wahrgenommen?“, wollte eine Schülerin von den Kandidaten wissen. Damit das geschieht, will SPD-Politikern Larissa Freudenberger vor allem eine junge Europäische Union schaffen: „Wir brauchen mehr junge Menschen im EU-Parlament.“ Ein Wahlrecht ab 16 Jahren sei überfällig.

Ob die Berufsschüler überhaupt zur Europawahl gehen würden, wollte Carl-Christian Sievers bei einer Vorabstimmung genauer wissen. Fast alle Schüler hoben ihre Hände. Auch einige der eingeladenen Politiker konnten offenbar überzeugen. Denn auch die Frage „Könntet Ihr Euch vorstellen, einen der vorne Sitzenden zu wählen?“ quittierten die Schüler mehrheitlich mit Handzeichen.

Die Kandidaten im Überblick

96 Abgeordnete entsendete Deutschland 2014 nach der Wahl ins EU-Parlament nach Brüssel und Straßburg. Auch die geladenen Kandidaten kämpfen mit folgenden Standpunkten um einen solchen Platz.

Tilman Kuban (CDU): Der frisch gewählte Bundesvorsitzende der Jungen Union ist 31 Jahre alt und Jurist. Er lebt in Barsinghausen und will nach eigener Darstellung „den Wohlstand in Europa verteidigen“. Kuban möchte mehr junge Menschen in der EU zusammenbringen, zum Beispiel mit einem Interrail Ticket für alle 18-Jährigen, mit dem sie Europa bereisen können. Auch die Freiheit spielt in seinem Wahlprogramm eine bedeutsame Rolle, die er gestärkt sehen will. Ebenso die Schaffung und Erhaltung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen – damit Deutschland „Innovationsweltmeister“ bleibe.

Larissa Freudenberger (SPD): Die „überzeugte Europäerin“, wie sie sich nennt, kandidiert zum ersten Mal für das Europäische Parlament. Sie ist 23 Jahre alt und studiert globale Politik in Göttingen. Freudenberger setzt sich vor allem für eine Sozialunion ein: Als Ziele nennt sie einen europäischen Mindestlohn, eine Ausbildungsgarantie für alle unter 25-Jährigen sowie eine soziale und solidarische Flüchtlingspolitik. Ein „Europa für die Menschen“ wolle sie schaffen, sagt sie. Deshalb solle auch das Wahlalter bei Europawahlen auf 16 Jahre herabgesetzt werden.

Niklas Drexler (FDP): Der 30-jährige Jurist findet, dass die EU ein „Garant für Freiheit geworden ist“, der reformiert werden müsse. Der Liberale findet, dass viele Menschen den Eindruck hätten, dass die EU nicht mehr in der Lage sei, Probleme zu lösen. Seine Wahlkampf-Schwerpunkte sind die Schaffung eines Initiativrechts für das EU-Parlament, stärkere Investitionen in Europa und der Ausbau einer Grundfreiheit in der EU, insbesondere einer Bildungsfreizügigkeit. Jedem Schüler solle das Recht zustehen, über längere Zeit ein Auslandssemester machen zu dürfen.

Katrin Langensiepen (Grüne): Auch die Grünen-Politikerin strebt eine „soziale Union“ an, in der unter anderem ein europäischer Mindestlohn eingeführt und dem Klimawandel entgegen gewirkt werden sollen. Langensiepen ist 39 Jahre alt und lebt in Burgdorf. Sie hat einige Zeit in Marseille gelebt und in den Niederlanden studiert. Langensiepen bezeichnet sich selbst als „erste Frau mit sichtbarer Behinderung im Europäischen Parlament“. Mit einer Demokratie sei nicht zu spielen, mahnt sie. Jedes Kreuz auf dem Wahlbogen habe Folgen für die Politik.

Johannes Drücker (Die Linke): Auch wenn der Kreisvorsitzende aus Hannover sich selbst nicht für ein Mandat im Europaparlament bewirbt, verrät er etwas über das Wahlprogramm seiner Partei. Die EU müsse eine Friedens- und Sozialunion sein, ansonsten mache man es den rechten Parteien zu leicht, sagt er. Auch die Linke sei für einen europäischen Mindestlohn von 12,50 Euro in Deutschland. Außer für den Frieden setze sich seine Partei auch für eine liberalere Drogengesetzgebung ein. Es könne nicht sein, dass im 21. Jahrhundert immer noch Leute wegen „ein wenig Gras verknackt werden“.

Von Laura Beigel

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