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Nachrichten Arzt sammelt wieder für Flüchtlingslager in Uganda
Region Burgdorf Nachrichten Arzt sammelt wieder für Flüchtlingslager in Uganda
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06:00 20.02.2019
Sammelt für Flüchtlingssiedlungen in Uganda: Eberhard Rumpf aus Burgdorf. Quelle: Johanna Stein
Burgdorf

Wenn alles gut geht, soll der Container in zwei Wochen seine Reise gen Süden antreten. Bis die Krankenbetten, Behandlungsstühle, Chirurgieinstrumente, Röntgen- und Ultraschallgeräte aber bei den Flüchtlingslagern Kiryandongo und Bidibidi in Uganda ankommen, kann es noch einige Wochen länger dauern. „Die Afrikaner sagen: ,Ihr in Europa habt die Uhren, wir haben die Zeit’“, sagt Eberhard Rumpf und lacht.

Zum zweiten Mal organisiert Rumpf, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Ruhestand, den Transport von medizinischen Geräten nach Afrika. Dafür hat der 71-Jährige bei Krankenhäusern und Praxen in Burgdorf, Hannover und Umgebung angefragt, ob diese ausgesonderte Geräte haben. Außerdem sammelte der Burgdorfer Spenden für die Transportkosten. Insgesamt kostet es mindestens 11.000 Euro, die Sachen nach Uganda zu bringen. Mit rund 9.000 Euro fördert die Organisation Brot für die Welt die Aktion.

Viele Flüchtlinge aus dem Sudan

Bereits vor zwei Jahren sammelte Rumpf für das Flüchtlingslager Kiryandongo in Uganda. Diese ursprünglich für 4.000 Flüchtlinge ausgelegte Siedlung beherbergt mittlerweile rund 75.000 Menschen. Die meisten von ihnen fliehen aus dem Südsudan. „Uganda hat bisher eine knappe Million Flüchtlinge aufgenommen. Das ist eine große Aufnahmebereitschaft, von der wir uns hier eine Scheibe abschneiden können“, sagt Rumpf. 2017 reiste er für die Übergabe der Spenden selbst nach Uganda, das plant er auch in diesem Jahr. Er schwärmt von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Afrikaner, man habe ihn „mit großem Zirkus“ willkommen geheißen. Die Menschen seien sehr dankbar für die Hilfe, die wirklich nötig sei. „Jede Arztpraxis in Deutschland ist besser ausgestattet als die Krankenstationen dort“, sagt Rumpf.

Entstanden ist die Hilfsaktion nach einem Hilferuf von Bushra Rahama. Er leitet die Menschenrechtsorganisation Hudo, deren Rechercheure im Bürgerkriegsgebiet im Süden des Sudans und im Südsudan Menschenrechtsverletzungen dokumentieren und öffentlich machen. Vor einigen Jahren kam Rahama auf Vermittlung von Amnesty International für einige Monate nach Burgdorf und Hannover, weil er wegen seiner traumatischen Foltererfahrungen behandelt werden musste. „Wir haben bis heute Kontakt“, sagt Rumpf.

Dritter Transport schon geplant

Einen Grundstock an Material für den dritten Transport hat Rumpf auch schon zusammen. Grund dafür ist eine Praxisschließung in Gera, wo der Arzt Verwandtschaft hat. „Wenn der aktuelle Container auf Reise geht und der zweite Transport erst mal abgeschlossen ist, dann geht das Telefonieren wieder los“, sagt Rumpf.

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich unter Telefon (0 51 36) 89 46 23 oder per E-Mail an dr.rumpf@htp-tel.de an Dr. Eberhard Rumpf wenden

Von Johanna Stein

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