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Nachrichten Bingo-Lotterie übernimmt Idee der blühenden Felder in Hülptingsen
Region Burgdorf Nachrichten Bingo-Lotterie übernimmt Idee der blühenden Felder in Hülptingsen
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19:07 30.07.2019
Peter Zazini von der Stiftung Kulturlandschaft (von links), NDR-Moderator Michael Thürnau, Hinrich und Anne Grundstedt, Björn Rohloff von der Stiftung Kulturlandschaft und Joachim Hasberg vom Landvolk Hannover schauen sich die Blumenwiese an. Quelle: Antje Bismark
Hülptingsen

Mehr biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft: Dieses Ziel hat ein gemeinsames Projekt von Region Hannover, Landvolk und der Stiftung Kulturlandpflege, bei dem auch Hinrich Grundstedt aus Hülptingsen mit seiner Frau Anne mitmacht. Die Familie hat auf fünf Flächen die eigens für das Vorhaben hergestellte Blumensaat MH2 – Mischung Hannover 2 – ausgebracht. Die Pflanzen dienen Bienen und Insekten als Lebensgrundlage, aber auch Hasen, Kaninchen und Rehen als Rückzugsraum.

Ohne Landwirte funktioniert Natur- und Umweltschutz nicht

„Ohne Landwirte“, sagt Joachim Hasberg vom Landvolk, „lässt sich Natur- und Umweltschutz nicht realisieren.“ Diese Einschätzung teilen auch Grundstedts. Sie stimmen mit Hasberg auch in einem weiteren Punkt überein: Die Aufgabe können sie nicht allein meistern. „Landwirte leben von der Bewirtschaftung der Böden“, sagt Hasberg jetzt bei einem Termin mit Vertretern der Stiftung Kulturlandschaft und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die wegen der guten Resonanz ein ähnliche Projekt plant. NDR-Bingoshow-Moderator Michael Thürnau betrachtet die lebendige Wiese mit Blumen und Blüten, Faltern und Hummeln. „Die Vielfalt ist schon beeindruckend“, sagt er und fügt hinzu, dass auch auf dem heimischen Balkon jene Pflanzen wachsen, die Insekten als Lebensgrundlage benötigen.

Angesichts stagnierender oder gar sinkender Preise für Getreide müsse die biologische Vielfalt erwirtschaftet werden, sagt Anne Grundstedt. „Naturschutz funktioniert nicht von allein, zumal der wirtschaftliche Druck groß ist.“ Sie sieht in der finanziellen Förderung – unter anderem zahlt die Region Hannover pro Jahr 300.000 Euro – die Basis für ihre Beteiligung – die durchaus sichtbaren Erfolg außerhalb Hülptingsens zeigt.

Auf einer Fläche von fast einem Hektar hat Hinrich Grundstedt gut acht Kilogramm MH2-Samen ausgesät, der ein- und mehrjährige Pflanzen enthält. „Eigentlich hätten wir mehr Regen gebraucht“, sagt er. Und auch der Zeitpunkt sei schon fast zu spät gewesen. Dennoch wachsen Blumen in vielen Farben, die an diesem Dienstag von Diestelfaltern und Weißlingen, Hummeln und Wildbienen angesteuert werden.

143 Landwirte beteiligen sich an Biodiversitätsprojekt

Die kurzen Wege zwischen den Akteuren mit Region, Landvolk und Stiftung Kulturlandschaft zeigen Wirkung: Im vergangenen Jahr beteiligten sich 90 Landwirte an dem Projekt, in diesem sind es bereits 143. Die Stiftung übernimmt dabei nicht nur die Frage, welche Samen MH2 enthalten soll, sondern auch die Dokumentation der Naturschutzmaßnahmen und Ergebnisse von Blühstreifen, Brachen und etwa Lerchenfenstern.

„Statt Getreide werden nun Hamster geerntet“: Mit diesem Satz verdeutlicht Hasberg die Bedeutung von blühenden Teppichen wie jenem am Ortsrand von Hülptingsen. Denn Biodiversität heiße nicht nur Vielfalt der Pflanzen und der Insekten, deren Überleben in diesem Jahr in den Fokus gerückt ist. Das betreffe auch Tiere wie Hasen, Kaninchen und Hamster, die sich zwischen den Pflanzen vor Greifvögeln verstecken können. Für Karsten Behr, Geschäftsführer der Bingo-Umweltstiftung, und NDR-Moderator Michael Thürnau liegt in diesem Zusammenspiel der Erfolg des Projekts, das sie an drei weiteren Zielgebieten umsetzen wollen – als Beitrag zum 30. Geburtstag der Stiftung.

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Das ist die Bingo-Umweltstiftung

Mit fast 1,4 Millionen Euro hat die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU) im vergangenen Jahr genau 63 Projekte in der Region gefördert. Etwa 6 Millionen Euro gibt die NBU nach Aussage von Geschäftsführer Karsten Behr pro Jahr für Vorhaben im Umwelt- und Naturschutz, in der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege aus – wenn sie Nachhaltigkeit, ehrenamtliches Engagement und Naturschutz umfassen.

Damit sei die NBU die Stiftung in Niedersachsen, die das meiste Geld ausschütte, sagt Behr. Seinen Angaben zufolge stammt das Geld aus der Glückspielabgabe, die sich zu einem großen Teil aus Einnahmen von „Bingo – die Umweltlotterie“ speisen. Als Niedersächsische Umweltstiftung wurde sie vor 30 Jahren gegründet, durchaus noch als Reaktion auf das Reaktorunglück von Tschernobyl. Die erste TV-Sendung der Lotterie BingoLotto wurde am 28. September 1997 im NDR ausgestrahlt, mit Moderator Michael Thürnau. Er wirbt nun mit Behr und Vertretern anderer Verbände für das neue Projekt Fabian – Förderung der Artenvielfalt und Biotopvernetzung in Niedersachsen. bis

Von Antje Bismark

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