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Region Barsinghausen Nachrichten Flüchtlingskinder in Kirchdorf spielen das Märchen vom Wünschen
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14:56 14.07.2019
Etwa zehn Kinder machen seit dem Frühjahr bei dem wöchentlich stattfindenden Projekt mit. Quelle: Maike del Rio
Kirchdorf

Gut zehn Kinder im Grundschulalter sind am vergangenen Freitag im Gemeinschaftsraum der Flüchtlingsunterkunft an der Max-Planck-Straße aufgeregt durcheinandergewuselt. Seit dem Frühjahr fand dort einmal wöchentlich ein Puppen- und Maskentheater-Projekt statt, und nun wurde das fertige Stück vor Kindern und Erwachsenen aufgeführt. „Es heißt: ,Das Märchen vom Wünschen“, erzählte die freischaffende Künstlerin und künstlerische Leiterin des Projektes, Susanne Sauer-Andreae. Für sie und ihre Mitstreiterin Delphine Hindemitt, die das Projekt theaterpädagogisch betreute, war es bereits die zweite Aktion dieser Art. „Im vergangenen Jahr haben wir das Projekt in der Flüchtlingsunterkunft am Rottkampweg in Egestorf durchgeführt“, berichtete Hindemitt und betonte, dass besonders der pädagogische Arbeitsaufwand sehr hoch sei.

Kulturangebot für benachteiligte Kinder

Finanziert wurden die beiden Projekte im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das 2013 gestartete Programm ist bewusst offen gehalten und fördert die gesamte Bandbreite der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Eine Jury aus neun Fachleuten aus Theorie und Praxis der kulturellen Bildung prüft und bewertet jeweils die Anträge. Die Ideen können aus dem Bereich der Alltagskultur kommen, sich mit Theater und Musik beschäftigen oder zum Beispiel auch ein Kunstprojekt sein. „Wir haben uns diesmal als Thema die Kraft des Wünschens ausgesucht und zuerst mit den Kindern über ihre Wünsche gesprochen“, beschrieb Sauer-Andreae ihr Konzept. Ein Besuch der Oper „Die Zauberflöte“, aufgeführt vom Theatrio Figurentheaterhaus Hannover, half den Kindern, eine Vorstellung zu entwickeln, was bei dem Projekt entstehen sollte. Dann waren die Kinder aufgefordert, ihre Ideen zu malen. Langsam entwickelten die beiden Frauen, die von Ehrenamtlichen des Vereins Deistersterne und der Kunstschule Noa Noa unterstützt wurden, mit jedem Kind eine eigene Figur. Daraus entstanden Handpuppen und Masken und sogar ganze Kostüme. Auch die Puppenbühne wurde gemeinsam gebaut und die Kulisse gestaltet. Das „Müllmonster“ etwa entstand aus einem gefährlich brausenden Industriestaubsauger. Es verkörpert im Stück die Berge an Müll, die die Welt bedrohen.

Susanne Sauer-Andreae (rechts) und Delphine Hindemitt haben ein Buch mit Fotos und Bildern der Kinder als Erinnerung an das mehrmonatige Projekt gestaltet. Quelle: Maike del Rio

Wünsche für die Zukunft

„Wir haben gemeinsam mit den Kindern ein Bewusstsein für die Qualität von Wünschen erarbeitet. Will man immer mehr oder wäre es nicht besser, nach etwas zu streben, was einen weiterbringt?“ Diese Frage der Betreuerinnen beantwortete im Stück der Junge mit dem Wunschhuhn. Dieses Huhn legt Wunscheier, wodurch sich beispielsweise die Wünsche des Zauberers erfüllen: „Ich will reich sein! Mehr als alle Menschen haben! Mehr als Ronaldo!“, rief der Kindermund, der für den Zauberer sprach. Auch die Prinzessin wünschte sich immer mehr Spielzeug und konnte nie genug bekommen. Doch dann weinte die Fee: „Mein Land versinkt im Müll, die Natur geht kaputt.“ Der Müll entwickelte sich zu einem gefährlichen Monster. Ironman, der Junge mit dem Wunschhuhn und weitere Helfer konnten jedoch am Ende das Monster besiegen. Was sie daraus gelernt hatten, trugen sie in die Welt: Menschlichkeit, Herzlichkeit und Zuneigung sind wichtig, denn kein Geld der Welt kann Freunde ersetzen.

Mit der Aufführung endete dieses Kulturprojekt. „Ich habe es mit viel Freude begleitet“, zog die Initiatorin Susanne Sauer-Andreae Bilanz. Ob es im kommenden Jahr ein ähnliches Projekt geben wird, stehe noch nicht fest. Sauer-Andreae hat aber auch selbst noch einen Wunsch: „Es wäre schön, wenn wir das Stück einmal öffentlich aufführen könnten. Vielleicht bietet die Eröffnung der Kulturfabrik Krawatte ja eine Möglichkeit dazu.“

Von Maike del Rio

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