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Nachrichten Rundgang mit Verwaltung - Bürger sagen, was sie im Ort wirklich nervt
Region Barsinghausen Nachrichten Rundgang mit Verwaltung - Bürger sagen, was sie im Ort wirklich nervt
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00:18 28.05.2019
Auch an der Einmündung der Straße Am Brohmhof gibt es Probleme mit dem Sichtfeld, wenn auf der Nenndorfer Straße Autos parken. Quelle: Andreas Kannegießer
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Hohenbostel

Der Mittelfeldweg in Hohenbostel ist in weiten Teilen in schlechtem Zustand. Teilweise ist die Fahrbahn mit Betonplatten hergestellt, die Gossen sind nur notdürftig befestigt. Etliche Anlieger beklagten beim Dorfrundgang mit Bürgermeister Marc Lahmann und weiteren Verwaltungsmitarbeitern die vielen Unebenheiten auf ihrer Straße. Nirgends im Straßenverlauf sind Ablaufschächte zu erkennen, die das Regenwasser in die Kanalisation abführen.

Vermutlich sei die Straße gar nicht offiziell erschlossen, erläuterte Lahmann beim Rundgang. „Die fehlende Kanalisation deutet darauf hin.“ Sollten die Anlieger dennoch darauf pochen, dass der Mittelfeldweg nach modernem Standard hergerichtet wird, könnte es teuer für sie werden: „Bei einer Erschließung müssten die Anlieger 90 Prozent der Baukosten übernehmen“, sagte der Bürgermeister. Die Reaktion der Anwohner wurde auch ohne viele Worte deutlich: Vielleicht lässt es sich mit dem bisherigen Straßenzustand ja doch noch ein paar Jahre aushalten. Die Verwaltung will nun zumindest prüfen, welchen Status die Straße tatsächlich hat.

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Bordsteine nicht eigenmächtig bearbeiten

Auf dem Spielplatz am Münchhausenweg wünschen sich die Anwohner mehr Sitzgelegenheiten für Eltern und Kinder. Zudem sei ein Klettergerät vor rund zwei Jahren abgebaut worden, hieß es. „Da könnte die Stadt mal für Ersatz sorgen.“ Ansonsten gab es aber Lob für den meistens sehr gepflegten Zustand der Anlage.

Dass Dorfrundgänge mit Verwaltungsmitarbeitern durchaus auch unangenehme Folgen für die Anlieger haben können, werden in den nächsten Wochen wohl mehrere Grundstückseigentümer an der Straße Im Mittelfelde erfahren: Sie haben die nicht abgesenkten Bordsteine vor ihren Grundstücks- und Garagenzufahrten auf eigene Faust mit Beton abgeschrägt, sodass das Überfahren reifenschonender möglich ist. Das aber sei streng verboten und könne sogar mit Bußgeldern geahndet werden, hieß es aus dem Verwaltungstross. „Es wird demnächst wohl Post vom Ordnungsamt geben“, sagte Daniel Afkhami vom Fachdienst Tiefbau.

An der Einmündung der abschüssigen Straße Goldener Winkel in die Bäckerstraße ist die Gosse so tief, dass viele Autos selbst bei geringer Geschwindigkeit mit Teilen der Karosserie aufsetzen. „Viele Fahrer beschweren sich darüber“, sagte Hohenbostels Ortsbrandmeister Ralf Buch. Betroffen seien vor allem auswärtige Fahrer.

Private Hecken dürfen bleiben

Schlecht einsehbar ist nach dem Urteil vieler Anlieger die Einmündung der Bäckerstraße in die Heerstraße. Eine hohe Hecke auf einem Eckgrundstück erschwert dort die Sicht auf die aus einer leichten Kurve heranrollenden Fahrzeuge auf der Heerstraße. Auch wenn die Verwaltung bemüht ist, viele kleine beim Dorfrundgang angesprochene Probleme abzustellen, so sind den Möglichkeiten auch Grenzen gesetzt: Nur die Beseitigung der störenden Hecke würde den Blick im Einmündungsbereich öffnen, aber die Pflanzen stehen auf Privatgrund. „Da können wir als Stadt nichts machen“, musste Lahmann zugeben.

Auf dem Spielplatz am Münchhausenweg gibt es für die Verwaltung Lob für den guten Pflegezustand des Platzes, aber auch Kritik wegen fehlender Sitzgelegenheiten. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer