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Nachrichten Erstklässler sollen zur Schule laufen
Region Barsinghausen Nachrichten Erstklässler sollen zur Schule laufen
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20:36 17.09.2013
Von Nadine Kirst
Ganz allein entlang der Landesstraße: Geht es nach der Region, soll Mathilda (6) jeden Morgen zu Fuß nach Hohenbostel laufen. Quelle: Carmen Eickhoff-Klouvi
Barsinghausen

Die Region Hannover, zuständig für die Schülerbeförderung, begründet ihre Entscheidung, zwei Kindern die sogenannte SchulCard zu verweigern, mit der Gesetzeslage und der Unterschreitung des Zwei-Kilometer-Radius. Zudem könne der Gehweg neben der Landesstraße zwischen Bantorf und Hohenbostel „in zumutbarer Weise genutzt“ werden.

Die Interessengemeinschaft (IG) Bantorf will sich mit dieser Entscheidung nicht abfinden und hat einen offenen Brief an die Regionsverwaltung formuliert. Die Aussage, dass die beiden Erstklässler zu Fuß entlang der Landesstraße gehen könnten, „spottet jeder Beschreibung“, kritisiert IG-Vorsitzende Renate Seegers-Krückeberg. Es handele sich um einen Radweg in miserablem Zustand, der im Winter oft gar nicht nutzbar sei. Seegers-Krückeberg verweist darauf, dass die Bantorfer Kinder nicht freiwillig in Hohenbostel zur Schule gehen. Wenn der Schulstandort Bantorf von der Stadt als Auslaufmodell behandelt werde, „sollten zumindest alle Kinder eine Fahrkarte nach Hohenbostel bekommen“. Zwei Kindern keine Fahrkarte zukommen zu lassen, sei rechtlich aus Behördensicht vielleicht richtig. „Aus unserer Sicht und in Kenntnis der Verhältnisse ist diese Entscheidung unzumutbar und zu korrigieren.“ Barsinghausens Schul-Fachdienstleiter Axel Heyerhorst verweist darauf, dass die Entscheidung über die SchulCards allein bei der Region liege. Die Stadt habe aber ein Gespräch mit der Region geführt. „Wir wollten sicherstellen, dass die örtliche Situation bekannt ist.“

Mathilda fehlen 184 Meter

„Wir dachten, wir hören nicht richtig“, erinnert sich Judith Pommerehn an den Tag vor der Einschulung ihrer Tochter Mathilda. Die Klassenlehrerin musste der Familie mitteilen, dass die Sechsjährige entgegen anderer Aussagen für ihren Schulweg in den Nachbarort Hohenbostel doch keine Fahrkarte bekommen würde. „Wir wohnen 184 Meter zu dicht an der Schule“, sagt die Mutter, die einen Antrag auf eine SchulCard bei der Region Hannover gestellt hatte. Der Antrag wurde abgelehnt mit dem Hinweis, dass es der kleinen Mathilda zuzumuten sei, den Weg entlang der Landesstraße 391 morgens zur Schule zu laufen, auch im Dunkeln. Im Niedersächsischen Schulgesetz ist festgelegt, dass es für Schüler bis zur zehnten Klasse der Normalfall ist, Schulwege bis 2000 Meter Länge zu Fuß zurückzulegen.

Die Familie Pommerehn hatte sich vor rund zwei Jahren zum Hauskauf am Deister entschlossen. Angelockt worden war sie auch von der Grundschule im Ort. Im Sommer 2012 war dort noch ihr Sohn eingeschult worden. Dann kam das Aus für den Schulstandort, und das zweite Kind der Familie musste im Nachbarort eingeschult werden.

Unweit vom Wohnhaus passiert Mathilda auf ihrem Schulweg nun die Bushaltestelle, an der ihre Klassenkameraden gemeinsam in den Bus steigen. Von neun Bantorfer Schülern haben sieben eine Fahrkarte erhalten, die beiden anderen laufen zu Fuß an der Bushaltestelle vorbei zur Schule - eine Groteske, wie Judith Pommerehn findet. „Im Winter war der Ortseingang Hohenbostel häufig wegen Schneewehen unpassierbar“, hat die Mutter beobachtet. Sie findet es auch sonst zu gefährlich, ein kleines Kind allein durch die Felder an der unübersichtlichen, unbeleuchteten Straße laufen zu lassen. Mit dem Rad dürfen Grund-schüler aus Sicherheitsgründen erst ab der vierten Klasse fahren, bleibt also nur das Auto. „Momentan fahren wir unsere Tochter jeden Morgen zur Schule“, sagt Judith Pommerehn.

Andreas Kannegießer und Carmen Eickhoff-Klouvi

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