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Region Barsinghausen Nachrichten Erstes Styroporhaus wird gebaut
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11:26 16.06.2012
Die Kluth-Mitarbeiter Thomas Hoth (links) und Eugenius Zeyluk bereiten die 20 Zentimeter dicken Styroporplatten für den Einbau als Gebäudewand vor. Quelle: HAZ
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Barsinghausen

Das erste Gebäude mit Wänden ausschließlich aus Styroporplatten wird nun doch nicht als Anbau an das Göxer Feuerwehrgerätehaus errichtet. Die Herstellerfirma Kluth hat zuvor kurzfristig ein Projekt auf dem eigenen Grundstück am Reihekamp realisiert. Dort entsteht ein kleines Bürogebäude, weil der bisherige Verwaltungsbereich zu klein geworden ist.

Es handele sich um das erste Styroporhaus überhaupt, das praktisch genutzt wird, sagt Firmenchef Marcus Kluth. Das Barsinghäuser Unternehmen hat große Pläne, wenn sich der Prototyp wie erwartet bewährt. „Wir wollen die Styroporbauweise am Markt einführen“, sagt Kluth. Dazu solle noch im Sommer ein neues Unternehmen gegründet werden.

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Der umtriebige Unternehmer hatte Styroporgebäude ursprünglich ausschließlich als kostengünstige Notunterkünfte für Krisengebiete vorgesehen. Aber auch bei Garagen, Anbauten, Bürogebäuden und selbst kleinen Wohnhäusern sei die Styroporbauweise geeignet, sagt Kluth. „Noch sind viele skeptisch, so richtig glaubt es keiner“, sagt er. Die Fakten sprechen aber eine andere Sprache: Lediglich ein oder zwei Tage benötigen Monteure, um ein Styroporhaus aufzustellen.

Die Styroporplatten werden auf allen Seiten von Aluminiumprofilen fixiert, auf denen auch das vorgefertigte Dach montiert werden kann. Entgegen verbreiteter Vorurteile sei Styropor schwer entflammbar und zudem extrem belastbar, sagt Kluth. „Unsere Platten können mit 13,5 Tonnen pro Quadratmeter belastet werden.“

Die Styroporfassaden werden später normal verputzt und sind von massiven Gebäuden kaum zu unterscheiden. Das Haus sei fast vollständig recycelbar und konkurrenzlos günstig. Den Materialwert seines Bürogebäudes beziffert Kluth auf etwa 9000 Euro. Vier Mitarbeiter und ein Auszubildender sollen in dem 70 Quadratmeter großen Gebäude künftig arbeiten. Die Baugenehmigung sei nach dem Nachweis des Brandschutzes schnell erteilt worden: „Die Stadt war sehr aufgeschlossen“, sagt Kluth.