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Nachrichten Aufsichtsrat empfiehlt Neubau des Grundwasserwerks
Region Barsinghausen Nachrichten Aufsichtsrat empfiehlt Neubau des Grundwasserwerks
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15:20 10.07.2019
Das Grundwasserwerk Eckerde soll nach dem Votum des Aufsichtsrates möglichst schnell ganz neu gebaut werden. Quelle: Andreas Kannegießer
Eckerde

Die Vorentscheidung für die Erneuerung des Grundwasserwerks Eckerde ist gefallen: Der Aufsichtsrat der Barsinghäuser Stadtwerke hat nach einer dreieinhalbstündigen Sitzung entschieden, dass ein neues Grundwasserwerk auf einem Grundstück schräg gegenüber des alten Werkes an der Gehrdener Straße gebaut werden soll. Auch auf ein technisches Verfahren für die künftige Wasseraufbereitung hat sich der Aufsichtsrat festgelegt: Die Wahl ist auf das sogenannte Carix-Verfahren zur Enthärtung des Trinkwassers gefallen, wie Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Härdrich berichtet. „Wir halten am Neubau fest“, betont er. Die Sanierung des Wasserwerks im Bestand sei nicht sinnvoll.

Das Votum des Aufsichtsrates hat wegweisenden Charakter. Die endgültige Entscheidung über das Zehn-Millionen-Projekt wird allerdings erst in der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause Mitte September fallen. Der Rat berät über das Vorhaben und erteilt dann eine Weisung zum Abstimmungsverhalten an jene Ratsmitglieder, die die Stadt in der Gesellschafterversammlung des kommunalen Versorgungsunternehmens vertreten.

Veraltete Technik sorgt für Probleme

Über den Neubau des Wasserwerks hatte es zuletzt immer wieder Diskussionen gegeben, weil sich das Projekt gegenüber den ursprünglichen Planungen deutlich verzögert hat. Das alte Grundwasserwerk ist marode und reparaturanfällig, zudem reicht die Aufbereitungskapazität für den im Sommer erhöhten Trinkwasserverbrauch häufig kaum noch aus. Obwohl im Grundwasserleiter unter dem Eckerder Werk genug Wasser zur Verfügung steht, bereiten die veraltete Technik und die fehlende Speicherkapazität den Verantwortlichen der Stadtwerke immer wieder große Probleme.

In den vergangenen Monaten hatten im Auftrag des Aufsichtsrates noch einmal Experten ein ausführliches Gutachten erstellt, das die verschiedenen Aufbereitungsverfahren, die Kosten der jeweiligen Anlagen und die Betriebskosten bewertet. Seit Mai liegt das 105-seitige Papier vor und hat den Aufsichtsratsmitgliedern nun als Basis für ihre Entscheidung gedient.

Neubau neben Tiefbrunnen geplant

Nach den Worten von Dirk Härdrich liegt der vorgesehene Neubaustandort nördlich der Gehrdener Straße unmittelbar neben der Galerie der Tiefbrunnen. „So sind die Wege und Leitungen kurz“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende. Eine Hintertür bezüglich des Standortes hält sich der Aufsichtsrat allerdings noch offen: Eine weitere Prüfung soll zeigen, ob auch auf dem alten Werksgrundstück neu gebaut werden könnte, und ob einzelne vorhandene Gebäudeteile in das Neubauvorhaben einbezogen werden könnten. Das zuerst als Neubaustandort vorgesehene Areal unmittelbar südlich des vorhandenen Werksgeländes ist aus dem Rennen, weil es sich dabei um eine potenzielle Überschwemmungsfläche handelt.

Bei den Aufbereitungsverfahren für das kalkhaltige Grundwasser standen bis zuletzt drei Verfahren zur Auswahl: die bisher schon in Eckerde genutzte Schnellentkarbonisierung, die Umkehrosmose und das Carix-Verfahren. Der Aufsichtsrat habe sich für das Carix-Verfahren entschieden, „weil wir es in der Summe seiner Eigenschaften am ehesten für zukunftsfähig halten“, wie Härdrich sagt. Mit dem Verfahren könne das Wasser nicht nur enthärtet werden, auch Sulfat und Nitrat würden entfernt. Hier wird mithilfe von Kohlensäure das Wasser teils entsalzt und gereinigt. Beim Umkehrosmoseverfahren haben der hohe Energieverbrauch und die damit verbundenen langfristig hohen Betriebskosten die Aufsichtsratsmitglieder von einem positiven Votum abgehalten. Das bisher genutzte Verfahren der Entkarbonisierung sei „nicht zukunftsweisend“, urteilt Härdrich.

Rückstände müssen entsorgt werden

Rückstände, die entsorgt werden müssen, fallen nach den Worten des Aufsichtsratsvorsitzenden bei allen drei Verfahren an. Beim Carix-Verfahren handelt es sich dabei um Salze. „Wir müssen klären, wie stark verdünnt diese werden müssen, damit sie in den Vorfluter eingeleitet werden können“, sagt Härdrich. Die Region als Aufsichtsbehörde benötige zunächst konkrete Zahlen für eine Beurteilung. „Dann können wir sagen, ob und wie es geht.“

Zentrale Bauelemente der Wasserenthärtung beim Carix-Verfahren sind sechs großvolumige Stahlzylinder, die auf dem neuen Werksgelände entstehen müssen. Darüber hinaus planen die Stadtwerke den Neubau von zwei jeweils 1500 Kubikmeter fassenden Speicherbehältern auf dem Werksgelände, um die Versorgungssicherheit zusätzlich zu erhöhen.

Nach Härdrichs Worten ist vorgesehen, dass unmittelbar nach dem Votum der Gesellschafterversammlung die Planungsleistungen für den Neubau ausgeschrieben werden. Möglich sei, dass dabei das schon mit dem Gutachten beauftragte Unternehmen zum Zuge komme, aber auch alle anderen Planungsbüros hätten gleiche Chancen.

Die mächtigen Pumpen befördern das in Eckerde aufbereitete Wasser zu den Hochbehältern im Deister und auf dem Stemmer Berg. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

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