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Nachrichten Schule zeigt Flagge für den jetzigen Standort
Region Barsinghausen Nachrichten Schule zeigt Flagge für den jetzigen Standort
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17:24 26.01.2019
Schüler, Lehrer und Eltern beteiligen sich an der Aktion am Thie, um für den jetzigen Schulstandort zu werben.
Schüler, Lehrer und Eltern beteiligen sich an der Aktion am Thie, um für den jetzigen Schulstandort zu werben. Quelle: Frank Hermann
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Barsinghausen

Schüler, Eltern und Lehrer der Wilhelm-Stedler-Schule (WSS) gehen auf die Straße, um für einen Schulneubau am jetzigen Standort einzutreten. Mit Plakaten haben die rund 40 Kinder und Erwachsenen am Sonnabend in der Fußgängerzone auf ihre Forderung aufmerksam gemacht. Die Gruppe sammelte außerdem 345 Unterschriften innerhalb von drei Stunden.

Kinder aus der Klasse 3b zeigen auf Plakaten, as sie wollen: Die Schule am jetzigen Standort belassen. Quelle: Frank Hermann

Nachdem die Stadtverwaltung erst vor wenigen Tagen einen Neubau auf dem Gelände der jetzigen Bert-Brecht-Schule an der Schulstraße favorisiert hatte, tritt die Wilhelm-Stedler-Schule nun vehement für einen Erhalt des jetzigen Standortes in der Innenstadt ein. „Dahinter stehen Kollegium und Eltern in großer Einigkeit. Und auch die Schüler wünschen sich ihre Schule am jetzigen Platz“, erläuterte Konrektorin Kathrin Flade.

Als Argumente für einen Neubau am angestammten Platz im Zentrum führen die WSS-Vertreter unter anderem die Nähe zur Glück-Auf-Halle und den sicheren Schulweg durch die autofreie Fußgängerzone an. „Von der Schulstraße ist die Glück-Auf-Halle für die Schüler nur in Begleitung von zwei Lehrkräften erreichbar, weil die Kinder eine Straße überqueren müssen. Diese Ressourcen haben wir nicht“, machte die Konrektorin deutlich. Außerdem ginge für den Hin- und Rückweg zuviel Unterrichtszeit bei einer 45-minütigen Sportstunde verloren.

Die ehemalige WSS-Shülerin Mara Steding (10) beteiligt sich an der Unterschriftenaktion. Quelle: Frank Hermann

Bislang profitiere die Grundschule auch von der Nähe zur Klosterkirche und zum Marienkäfer-Kindergarten – etwa bei gemeinsamen Veranstaltungen. Eine künftige Zusammenarbeit von der Schulstraße aus sei lediglich mit starken Einschränkungen und einem deutlich größeren Aufwand möglich.

Bei einem Umzug in die Schulstraße müsste die WSS auch auf die räumliche Nähe zur Stadtbücherei verzichten – aus Sicht der Konrektorin wäre das ein erheblicher Verlust. „Regelmäßig gehen unsere Schüler in den Pausen zum Lesen in die Bücherei. Und die Lehrkräfte leihen sich Themenkisten aus, in denen die Schüler zu einer Unterrichtseinheit stöbern können“, erklärte Kathrin Flade.

Passante tragen sich in die Unterschriftenliste ein. Innerhalb von drei Stunden kommen 345 Unterschriften zusammen. Quelle: Frank Hermann

Ein weiterer Punkt: Kinder aus dem Neubaugebiet am Ende der Wilhelm-Heß-Straße müssten einen längeren Schulweg verkraften. Eine Strecke von bis zu 1,8 Kilometern, um die Schulstraße zu erreichen, sei für Erst- und Zweitklässler kaum zu schaffen.

„Und nicht zuletzt sind wir der Meinung, dass Kinder ins Zentrum gehören und nicht verlagert werden sollten“, betonte Flade, die von interessanten Gesprächen mit Passanten während der WSS-Aktion am Thie berichtete. „Es gab viel Zustimmung für unsere Positionen, und etliche Leute haben wir im Gespräch mit unseren Argumenten überzeugen können“, betonte die Pädagogin.

Voller Eifer beteiligten sich auch rund 20 Schüler mit ihren Eltern an der Forderung nach einem Erhalt des jetzigen Schulstandortes. „Wir haben dort einen schönen Platz mitten in der Stadt, und der Schulweg ist auch nicht so lang und so gefährlich“, sagte zum Beispiel die neunjährige Franka aus der Klasse 3b, die mit Schulfreunden fleißig Unterschriften sammelte.

Die Unterschriftenliste wird laut Kathrin Flade am Dienstag, 29. Januar, an die Mitglieder des Schulausschusses überreicht. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr in der Aula des Schulzentrums Am Spalterhals.

Von Frank Hermann