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Nachrichten Städtische Einnahmen klettern auf Rekordwerte
Region Barsinghausen Nachrichten Städtische Einnahmen klettern auf Rekordwerte
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16:07 30.05.2019
Für das Jahr 2018 hat die Stadt Barsinghausen noch einmal einen hohen Überschuss ausgewiesen. In Zukunft dürfte die Finanzlage weniger entspannt ausfallen. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

Die Stadt Barsinghausen hat das Jahr 2018 nach vorläufigen Zahlen mit einem Jahresüberschuss von rund 4,3 Millionen Euro abgeschlossen. Damit liegt das Ergebnis leicht unter dem Wert des Vorjahres, als der Überschuss mit rund fünf Millionen Euro bilanziert worden war. Die Finanzsituation der Stadt ist damit noch immer hervorragend, auch wenn die Finanzexperten im Rathaus vor einer Verschlechterung in der Zukunft warnen. Nach den Worten von Finanz-Fachdienstleiter Stefan Zeidler steigen die Ausgaben der Stadt seit Jahren stärker an als die Einnahmen. „Das könnte in der Zukunft ein Problem sein“, sagt der Fachdienstleiter.

Personalkosten sind größter Ausgabenblock

Die Einnahmen der Stadt, der sogenannte ordentliche Ertrag, lag 2018 bei rund 68,4 Millionen Euro. „Das ist der höchste jemals erreichte Wert“, sagt Zeidler. Verantwortlich dafür sind vor allem die sprudelnden Steuereinnahmen: Der Gemeindeanteil der Einkommensteuer macht allein rund 21 Prozent der städtischen Einnahmen aus. Ebenfalls einen Allzeitrekord hat die Stadt im vergangenen Jahr bei den Gewerbesteuereinnahmen geschafft: Rund zwölf Millionen Euro haben die örtlichen Betriebe entrichtet. Weitere große Einnahmeblöcke sind die sogenannten Schlüsselzuweisungen des Landes und die Grundsteuer B, die ein Volumen von rund 8,1 Millionen Euro hat.

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Bei den städtischen Ausgaben liegt der Aufwand für Personal ganz vorne: Rund 18,5 Millionen Euro hat sich die Stadt im vergangenen Jahr ihre mehr als 400 Beamte, Angestellte und Arbeiter kosten lassen. Auch das sei ein Topwert im historischen Vergleich, sagt Zeidler – obwohl etliche Stellen zurzeit gar nicht besetzt werden können. Zweitgrößter Ausgabenblock mit 15,3 Millionen Euro ist die Regionsumlage, mit der sich die Region Hannover von den zugehörigen Kommunen finanzieren lässt.

Stadt finanziert Investitionen ohne Kredite

Der Überschuss an frei verfügbaren Mitteln – die sogenannte freie Spitze – lag am Jahresende 2018 nach Zeidlers Worten bei rund 6,46 Millionen Euro und damit um 2,8 Millionen Euro höher als ursprünglich erwartet. Der Finanzüberschuss habe ausgereicht, um sämtliche Investitionen im vergangenen Jahr ohne Kredite zu finanzieren. Zeidler beziffert das Volumen der städtischen Investitionen im Jahr 2018 auf rund 8,23 Millionen Euro. Insgesamt habe es deshalb keine Neuverschuldung gegeben, stattdessen sei sogar ein Schuldenabbau um 2,16 Millionen Euro gelungen. Zurzeit besitzt die Stadt sogar eine Überschussrücklage von rund 30 Millionen Euro für die prognostizierten schlechteren Zeiten in der Zukunft.

„Das gute ordentliche Ergebnis 2018 gibt uns ein etwas größeres Polster für die Zukunft“, sagt Bürgermeister Marc Lahmann. Mittelfristig dürfte sich die Barsinghäuser Finanzsituation allerdings deutlich weniger rosig entwickeln, wie die Stadtverwaltung immer wieder betont. Allein die beiden Schulneubauten für die Lisa-Tetzner-Schule und die Wilhelm-Stedler-Schule dürften rechnerisch die städtische Überschussrücklage beinahe aufzehren. Schulbauten würden zwar mit neuen Investitionskrediten finanziert, „aber die hohen Investitionen treffen uns über die Abschreibungen auch in den Jahresabschlüssen“, sagt der Leiter des Stabes, Stefan Müller. Abschreibungen seien „ein wesentlicher Faktor für die Haushalte der Zukunft“.

Von Andreas Kannegießer