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Region Barsinghausen Nachrichten Sollen städtische Fahrzeuge Abbiegeassistenten erhalten?
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14:14 26.03.2019
Um die Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr zu senken, fordern SPD und auch Bürger eine Ausrüstung von Lastwagen mit sogenannten Abbiegeassistenten. Quelle: dpa
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Barsinghausen

Wird die Stadt ihre Fahrzeuge mit Abbiegeassistenten ausstatten? Diese Frage stellt unter anderem Jennifer Gäfke. Die Barsinghäuserin würde sich wünschen, dass die Laster mit den Systemen ausgestattet werden. „Anlass sind die vielen Unfälle mit Kindern an Ampeln“, sagt sie. In der Region Hannover diskutieren derzeit viele Kommunen darüber, ihre großen Fahrzeuge mit dem Assistenten auszurüsten. Anlass für die Diskussion war unter anderem der Unfalltod einer 11-Jährigen durch ein abbiegendes Müllfahrzeug in Lehrte. Am Morgen des 18. Januar war ein elfjähriges Mädchen an einer Kreuzung von einem Müllfahrzeug erfasst worden – der Fahrer (35) konnte erst Stunden später ermittelt werden. Gegenüber der Polizei gab er an, den Unfall nicht bemerkt zu haben.

So funktioniert der Abbiegeassistent

Wie funktionieren Abbiegeassistenten?

Die Systeme sollen den „toten Winkel“ überwachen. Sie weisen den Fahrer auf Radfahrer und Fußgänger hin, die er in seinen Rückspiegeln nicht oder nur kurz sehen kann. Dafür überwachen Kameras, Laser oder Radarsensoren den Bereich neben dem Lkw.

Gibt es Unterschiede zwischen den Systemen?

Ja, bei einigen Systemen wird dem Fahrer das Geschehen lediglich auf einem Monitor gezeigt. Einige Experten bemängeln diese Systeme, da sie nur in dem Moment helfen, in dem der Fahrer auf den Monitor schaut. Die Fahrer müssen aber ja auch alle Rück-, Gegen- und Querverkehr sowie Schilder und Ampeln beachten. Außerdem funktionierten die Systeme im Dunkeln und bei schlechtem Wetter nur begrenzt.

Es gibt aber auch Abbiegeassistenten, die akustisch warnen, sobald sie einen Fußgänger oder Radfahrer neben dem Lkw entdecken.

Können Fahrzeuge nachgerüstet werden?

Ja, mehrere Hersteller bieten Nachrüstsysteme an. Die Kosten liegen bei mehreren Tausend Euro pro Fahrzeug. Unter bestimmten Voraussetzungen fördert die Bundesregierung die Anschaffung.

In Barsinghausen wird die Politik dieses Thema nun im Mai diskutieren. Die SPD-Fraktion hatte einen entsprechenden Antrag eingereicht. Sie fordern, dass alle Nutzfahrzeuge der Stadt über 3,5 Tonnen mit einem Abbiegeassistent-System aus- beziehungsweise nachgerüstet werden. Fördermittel sollen beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beantragt werden.

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Anlass für den Antrag sind die vielen Unfälle

„Anlass für diesen Antrag sind die Unfälle in diesem und im vergangenen Jahr in der Region Hannover sowie in Oldenburg. In Deutschland sterben pro Jahr etwa 30 bis 40 Menschen durch abbiegende Lastkraftwagen. Diese Gefahr besteht nicht nur für Kinder, sondern auch für ältere Verkehrsteilnehmer“, begründet die SPD ihren Antrag.

So sieht es im Rest der Region aus

Abbiegeassistenten in Lastwagen sind derzeit in der Region noch die Ausnahme. Allerdings planen unter anderem Üstra und Regiobus, aber auch die Abfallentsorger Aha und Remondis die serienmäßige Einführung oder Umrüstung ihrer Bus- und Lkw-Flotte.

Die Stadt Langenhagen rüstet ihre Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen ebenfalls mit Assistenzsystemen aus – für zusammen 73 000 Euro. Auch der Rat der Stadt Sehnde hat beschlossen den städtischen Fuhrpark mit Abbiegeassistenten nachrüsten. Das gilt für alle 25 städtische sogenannte Großfahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Davon sind 21 Feuerwehrautos und vier Fahrzeuge des Baubetriebshofes betroffen. Die Kosten beziffert die Verwaltung mit 87 500 Euro.

21 große Feuerwehrfahrzeuge in Lehrte sowie der Spülwagen der Stadtentwässerung und ein Gefährt des Baubetriebs werden auch so schnell es geht mit sogenannten Abbiegeassistenten ausgerüstet. Kostenpunkt: Etwa 40.000 Euro.

SPD und CDU in Isernhagen haben die Nachrüstung von Abbiegeassistenten gefordert. Dies wäre für die 18 Feuerwehrfahrzeuge und drei Unimogs des Bauhofs denkbar, die mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht unterwegs sind. Die Feuerwehren in Isernhagen sehen diesen Bedarf allerdings nicht.

Der Rat der Stadt Garbsen hat in seiner Sitzung auf Antrag der SPD-Fraktion ebenfalls den Einbau von Abbiegeassistenten in geeigneten Fahrzeugen – das betrifft die Garbsener Servicebetriebe und die Feuerwehr. Diskutiert wird darüber auch in Seelze, ebenfalls auf Antrag der SPD. Diese will in allen Kommunen der Region Hannover einen entsprechenden Antrag einbringen.

Nach Schätzung von ADFC und Unfallforschung können durch elektronische Abbiegeassistenten über 60 Prozent der schweren Unfälle mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern verhindert werden. „In Deutschland könnten jährlich etwa 28 tödliche Unfälle und 160 mit schwer verletzten Radfahrern durch rechtsabbiegende Lkw vermieden oder deren Folgen deutlich gemindert werden“, schreibt die SPD und sieht in der Maßnahme einen Beitrag für die Sicherheit im Straßenverkehr.

Politik bespricht Thema im Mai

Zudem weisen sie darauf hin, dass seit dem 21. Januar jährlich 5 Millionen Euro Fördergelder abgerufen werden können. Von Seiten der Stadt werden derzeit die Kosten für die Ausrüstung der Fahrzeuge ermittelt, sagt Pressesprecher Andreas Schröter. Diese seien, je nach Fahrzeugtyp, unterschiedlich hoch. Der Antrag wird dann bei der Sitzung des Finanzausschusses am 16. Mai diskutiert.

Da kann ich soweit sagen, dass sich die Verwaltung mit dem Thema befasst. Die SPD-Fraktion hat hierzu einen Antrag gestellt dass die städtischen Nutzfahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen mit Abbiegeassistent-Systemen ausgestattet werden sollen. Derzeit werden die Kosten für die Ausrüstung der Fahrzeuge ermittelt, da diese unterschiedlich je Fahrzeugtyp sein können.

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Von Lisa Malecha