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Region Barsinghausen Nachrichten SPD will Goetheschule stärker in den Fokus rücken
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17:34 26.11.2018
Der stellvertretende KGS-Schulleiter Christian Bohn (von links), SPD-Fraktionssprecher Peter Messing, Ratsherr Maximilian Schneider und Schulleiter René Ehrhardt begutachten die Aula der Goetheschule, die aus Sicht der Verantwortlichen viel zu klein ist.
Der stellvertretende KGS-Schulleiter Christian Bohn (von links), SPD-Fraktionssprecher Peter Messing, Ratsherr Maximilian Schneider und Schulleiter René Ehrhardt begutachten die Aula der Goetheschule, die aus Sicht der Verantwortlichen viel zu klein ist. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

In der Diskussion um die Zukunft der Lisa-Tetzner-Oberschule (LTS) bezieht die Barsinghäuser SPD-Ratsfraktion eine Minderheitenposition: Die Sozialdemokraten würden die Oberschule gerne an die Kooperative Gesamtschule (KGS) an der Goethestraße angliedern und dort einen zusätzlichen Trakt für die Oberschüler errichten lassen – so, wie es das Wirtschaftlichkeitsgutachten der Unternehmensberatung Partnerschaft Deutschland empfohlen hatte. Damit stellt sich die SPD gegen die Ratsmehrheit von CDU, FDP, Grünen, AfD und UWG, die sich bereits im Vorfeld der anstehenden Ratsentscheidung für einen LTS-Neubau am bisherigen Standort am Schulzentrum Am Spalterhals ausgesprochen hatten.

„Fast alle Fraktionen wollen an der Barsinghäuser Schulstruktur nichts verändern“, bedauerte der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Maximilian Schneider, am Montag bei einem Ortstermin in der Goetheschule. Die SPD habe auf einen anderen Ausgang der Diskussion gehofft, sagte er. „Wir hätten die große pädagogische Chance gehabt, etwas zu verändern und zu verbessern“, argumentierte Schneider. Eine größere Schule hätte mehr Möglichkeiten geboten, qualitative Verbesserungen umzusetzen, meinte er. Das Argument, dass mit dem Erhalt der unabhängigen Oberschule die Vielfalt der Schullandschaft in Barsinghausen gestärkt werde, zieht aus Sicht der SPD nicht. „Die Goetheschule und die Lisa-Tezner-Schule sind nicht so grundlegend anders“, sagte Schneider. Im Schulleben mache das „keinen so einen großen Unterschied“. KGS-Schulleiter René Ehrhardt ergänzte, dass seine Schule und die Lisa-Tetzner-Oberschule „miteinander um jeden einzelnen Schüler im Jahrgang 5 ringen“. Das sei unbefriedigend. Eine Einigung auf einen gemeinsamen Standort der beiden Schulen wäre aus seiner Sicht sinnvoll.

Die SPD-Fraktion hat sich angesichts der Mehrheitsverhältnisse schon vor der nächsten Beratung in der Schulausschusssitzung am Dienstag, 27. November, damit abgefunden, dass sie in den Abstimmungen das Nachsehen haben wird. Die Sozialdemokraten richten den Blick deshalb weiter nach vorne: „Unser Wunsch ist die Entwicklung eines Schulkonzeptes für Barsinghausen“, betonten Schneider und Fraktionssprecher Peter Messing. Die Stadt müsse sich bald entscheiden, wie die Schullandschaft in den Jahren 2030 und danach aussehen solle. In der jüngsten Diskussion habe den anderen Fraktionen „der Mut gefehlt, sich richtig damit auseinanderzusetzen“.

Im Fokus aus Sicht der SPD soll in den nächsten Jahren stärker die Goetheschule stehen. „Wir müssen uns um die KGS kümmern und dürfen sie nicht aus den Augen verlieren“, sagten Schneider und Messing. „Wir lassen die Goetheschule nicht ins Hintertreffen geraten.“

KGS-Schulleiter René Ehrhardt dankte den Sozialdemokraten, die zudem kontinuierlich den Kontakt zu seiner Schule hielten. „Das schaffen nicht alle Fraktionen“, sagte er. Auch Ehrhardt betonte, wie wichtig das bisher fehlende Schulkonzept sei. „Das ist für den Schulfrieden in der Stadt wichtig“. Ehrhardt und sein Stellvertreter Christian Bohn erläuterten, dass es über die laufenden Brandschutzbauarbeiten hinaus großen Handlungsbedarf für Investitionen an der Goetheschule gebe. „Die Aula reicht mit ihren 200 Plätzen auch nicht im Ansatz aus für eine Schule mit 920 Schülern“, sagte Ehrhardt. Leider werde die Goetheschule vom Schulträger aber „nicht so wertgeschätzt, wie wir uns das wünschen“.

Die Schulleitung der Goetheschule hat ein umfangreiches Positionspapier erarbeitet, das an Rat und Verwaltung geschickt worden ist. Darin sind auch die Investitionsforderungen aufgelistet, die die Verantwortlichen für notwendig halten. Außer einem Aulaneubau sind das unter anderem zusätzliche Klassenräume, Fachräume sowie überdachte Pausenbereiche.

Auch nach der Umsetzung des Brandschutzkonzeptes gibt es aus Sicht der Schulleitung und der SPD gewaltigen Investitionsbedarf in der Goetheschule (KGS). Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer