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Nachrichten Marokkanische Delegation informiert sich Jugendbeteiligung
Region Barsinghausen Nachrichten Marokkanische Delegation informiert sich Jugendbeteiligung
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00:19 30.06.2019
Vor der Einfahrt in den Klosterstollen warten Erster Stadtrat Thomas Wolf (von links), Yousra Adlane (GIZ), El Mustapha Sebti (Tiznit), Brahim Bouakhaden (Bürgermeister Tiznit), Taib Nafai (stellvertretender Bürgermeister Tiznit), Karima Köhler und Grubenführer Gerhard Seegers auf das Besteigen des Zuges. Quelle: Privat
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Barsinghausen

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung pflegt den Erfahrungsaustausch mit Kommunalvertretern aus Marokko. In dieser Woche ist eine Delegation aus der 75.000-Einwohner-Stadt Tiznit im Süden Marokkos am Deister zu Gast gewesen, um mit den Barsinghäusern über die Bürgerbeteiligung bei kommunalen Projekten zu diskutieren. Die Begegnung ist Teil des Projekts „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“, das 2016 begonnen hat. Inzwischen sind 14 deutsche Städte aktiv und setzen mit derzeit 18 Kommunen aus Marokko, Algerien und Tunesien gemeinsame Projekte um.

Marokkanische Stadt will Jugendliche einbinden

In Barsinghausen ist die Kommunalkonferenz mit den marokkanischen Gästen im Zechengebäude am Besucherbergwerk ausgerichtet worden. Teil des Besuchsprogramms für die Delegation um den Bürgermeister von Tiznit, Brahim Bouakhaden, und dessen Stellvertreter Taib Nafai war dabei auch eine Einfahrt mit der Grubenbahn in den Klosterstollen. Im Mittelpunkt stand aber der fachliche Austausch: Die Stadtverwaltung von Tiznit hat mit verschiedenen Ideenwettbewerben begonnen, um Jugendliche stärker in die Stadtentwicklung einzubinden. Die Gäste waren besonders interessiert daran, wie die Stadt Barsinghausen ein zielorientiertes Steuerungswesen eingeführt hat und wie am Deister Jugendbeteiligung praktiziert wird.

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„Ein solcher Austausch weitet nicht nur unseren eigenen Blick auf die Fragen, die wir uns in Barsinghausen stellen, sondern hilft auch den Kommunen in den maghrebinischen Staaten, ihre Strukturen zu stärken“, sagt Bürgermeister Marc Lahmann. „Neben unseren Bemühungen um die Integration geflüchteter Menschen in Barsinghausen helfen wir zugleich, mögliche Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen“, ergänzt der Erste Stadtrat Thomas Wolf.

Vernetzung stärkt Profil der Kommunen

 Die dreiköpfige Delegation mit Vertretern der Verwaltung und des Gemeinderates aus Tiznit ist begleitet worden von einer Vertreterin des marokkanischen Ministeriums für lokale Angelegenheiten, mit dem Tiznit eng zusammenarbeitet. Von dem Austausch in Barsinghausen haben nach Einschätzung der Barsinghäuser Stadtverwaltung alle Beteiligten profitiert. „Das Kennenlernen anderer kommunaler Lösungsansätze ist eine fachliche Bereicherung, und die globale Vernetzung stärkt das internationale Profil beider Kommunen“, heißt es in der abschließenden Bewertung.

Der Besuch der Delegation in Deutschland und das Projekt in Tiznit werden maßgeblich finanziert von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Am Donnerstag hat Bürgermeister Marc Lahmann die Gäste aus Marokko vor deren Rückreise offiziell verabschiedet.

Gastgeber aus Barsinghausen und Gäste aus Marokko haben sich auf dem Zechengelände zum Gruppenbild aufgestellt. Quelle: Privat

Von Andreas Kannegießer