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Nachrichten Kulturverein bespricht Pläne für die Krawatte
Region Barsinghausen Nachrichten Kulturverein bespricht Pläne für die Krawatte
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00:17 27.06.2018
Sie wollen die Krawatte nach vorne bringen: Bärbel Cronau-Kretzschmar (von links), Frank Plorin, Annabell Reymann, Volkmar Jesiek, Irene Cholewinski, Andreas Hartig, Karen Bremer und Friedrich Holtiegel, der dem Vorstand nun nicht mehr angehört. Quelle: Malecha
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Barsinghausen

Wie der aktuelle Bauplan aussieht und wie es um die Finanzierung für den Umbau der ehemaligen Krawattenfabrik an der Egestorfer Straße in ein Kulturzentrum steht, darüber hat der Vorstand des Kulturvereins Krawatte bei seiner Mitgliederversammlung am Freitagabend informiert. Bereits einen Tag zuvor hatte der Rat dem städtischen Zuschuss von 100 000 Euro für den Umbau zugestimmt. Zudem haben die Anwesenden ein neues Vorstandsteam gewählt.

Die Geschicke des Vereins leiten ab sofort Annabell Reymann als Vertreterin der Kunstschule Noa Noa, die wiedergewählt wurde. Neu im Vorstandsteam sind Andreas Hartig, der die bisherige Vorsitzende Karen Bremer ersetzt und Bärbel Cronau-Kretzschmar als Vertreterin des Barsinghäuser Kunstvereins. Sie hat lange Zeit ein eigenes Architekturbüro betrieben, wodurch sie viele Erfahrungen mit Fördergeldern sammeln konnte, die sie nun im Verein einbringen möchte. Cronau-Kretzschmar übernimmt das Amt von Friedrich Holtiegel, der aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Karen Bremer ist nun Teil des Beisitzer-Teams, in das auch Irene Cholewinski und Volkmar Jesiek gewählt wurden. Weitere Beisitzer sind Frank Plorin und Elke Thiele, deren Amtszeit erst 2019 endet. Cholewinski gehört dem Kulturverein erst seit Dezember vergangenen Jahres an und ist Sozialpädagogin und Künstlerin, Jesiek ist dem Verein sogar erst am Abend der Mitgliederversammlung beigetreten und hat sich sofort zur Wahl aufstellen lassen. Der gebürtige Braunschweiger lebt seit drei Jahren in Barsinghausen und ist selber künstlerisch tätig.

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Rund 1,7 Millionen Euro wird es den aktuellen Schätzungen zufolge kosten, das alte Fabrikgebäude in ein Kulturzentrum umzuwandeln. Zumindest der erste Bauabschnitt sei inzwischen komplett finanziert, berichtete Reymann. Dieser Abschnitt umfasst vor allem die Sanierung des Daches. Das hat der Verein vor allem den Förderern zu verdanken. Mittlerweile sind 400.000 Euro für den ersten und zweiten Bauabschnitt fest zugesagt. Bei weiteren Fördergelder wartet der Verein nur noch auf die offiziellen Bescheide, zudem werden neue Fördermöglichkeiten geprüft . „Aber die Gelder wurden uns schon zugesagt“, sagt Reymann erfreut. Der erste Bauabschnitt wird voraussichtlich insgesamt 297.774 Euro kosten und noch Ende des Jahres abgeschlossen sein. 100.000 Euro davon kommen vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, weitere 50.000 Euro steuert die Stiftung Niedersachsen bei und auch die Stadt Barsinghausen beteiligt sich mit 100.000 Euro. 47.774 Euro muss der Verein ausbringen. Auch der zweite Bauabschnitt, den der Verein nun in zwei Teile aufgegliedert hat, soll dann zügig beginnen. „Durch das defekte Dach sind auch die Räume nass und schimmelig, da muss jetzt schnell etwas passieren“, sagte Cronau-Kretzschmar. Zunächst solle so schnell wie möglich dafür gesorgt werden, dass zumindest die Räume für die Kunstschule Noa Noa sowie für den Kunstverein Barsinghausen soweit hergerichtet sind, dass dort schon Kurse und Ausstellungen ab Frühjahr 2019 angeboten werden können. Nur so könne Geld eingenommen werden, um die laufenden Kosten zu decken. „Wenn die Menschen sehen, dass es auch unter den schlechten provisorischen Bedingungen läuft, dann wird es sicherlich leichter, neue Förderer und Sponsoren zu gewinnen“, sagt Holtiegel zuversichtlich.

Wenn das Großprojekt realisiert ist, sollen Künstler und Kulturschaffende aus ganz Barsinghausen in der Kulturfabrik Krawatte eine neue Heimat finden – von Musik und Theater über Comedy und Kleinkunst bis zur Malerei.

Von Lisa Malecha