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Region Barsinghausen Nachrichten Frigga Sprenger bietet Diabetikern seit 20 Jahren Hilfe zur Selbsthilfe
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07:12 12.09.2019
Dietmar Simoneit würdigt das ehrenamtliche Engagement von Frigga Springer. Die Barsinghäuserin hilft seit 20 Jahren Diabetikern. Quelle: Lisa Malecha
Barsinghausen

“Ich hatte überhaupt keine Hilfe, als bei mir Diabetes diagnostiziert wurde – es gab nur Vorwürfe“, erinnert sich Frigga Sprenger an die Zeit zurück, in der sie von ihrer Erkrankung erfahren hat. Damit es anderen Erkrankten nicht so ergeht, hat die Frau aus Stemmen eine Selbsthilfegruppe gegründet – und das vor mittlerweile 20 Jahren.

Für ihr Engagement hat Dietmar Simoneit, Vorsitzender des Bezirksverbandes Neustadt der Diabetiker Niedersachsen, Frigga nun geehrt. „Du hast dir in Barsinghausen durch die Selbsthilfegruppe einen Namen gemacht“, sagte Simoneit und verwies auf die zahlreichen Aktivitäten, die Sprenger organisiert hat: So bietet sie Infoveranstaltungen an, ist beim Gesundheitstag mit dabei, hat sogar einen Diabetikertag organisiert.

Alles fing an, als Sprenger vor 35 Jahren erkannte, dass sie selbst Diabetes hat. Lange Zeit hatte Sprenger Probleme mit Ärzten, die sie als Typ-2-Diabetikerin einstuften, dessen Ursache häufig Übergewicht und Bewegungsmangel ist. „Mir wurde immer nur gesagt, ich müsse halt abnehmen“, sagt die heute 73-Jährige. Ein nutzloser Rat, denn die Diagnose war falsch – Sprenger hat Typ-1-Diabetes. „Aber was ich wirklich tun kann, damit es mir besser geht, das sagte mir keiner.“

Mehr als 500 Menschen besuchen Selbsthilfegruppe

Also fing Sprenger an, nach Hilfsangeboten zu suchen. Bei ihrer Recherche zur Krankheit wurde sie auf einen Diabetiker-Tag in Neustadt aufmerksam. Dort lernte sie dann auch den Organisator und dortigen Leiter einer Selbsthilfegruppe, Dietmar Simoneit, kennen. Gemeinsam mit dem Mann, der auch beim Verband Diabetiker Niedersachse“ aktiv ist, begann sie, ein Angebot für Barsinghausen zu erarbeiten.

Seither organisiert Sprenger monatliche Treffen mit Referenten und bietet auch den sogenannten Info-Punkt an. Bei diesem Angebot werden Diabetiker von Sprenger in Einzelgesprächen in Apotheken beraten. „Ich liebe es, ich liebe auch die Menschen, die zu mir kommen – das alles hält mich fit“, sagt Sprenger und ergänzt: „Ich will mich noch nicht in den Sessel setzen und sagen: ’Das war’s!’.“

Und dass ihr Angebot benötigt wird, das zeigen die Zahlen: Innerhalb der vergangenen sechs Jahre haben mehr als 550 Personen bei Sprengers Selbsthilfegruppe Hilfe gesucht – und gefunden. Auch die Info-Punkte kommen so gut an, dass das Angebot vor zwei Jahren erweitert wurde.

Jeden zweiten Dienstag im Monat trifft sich die Selbsthilfegruppe Diabetes um 18 Uhr in der MediCare-Seniorenresidenz Kaiserhof. Zudem bietet Frigga Sprenger jeden dritten Donnerstag im Monat ab 15 Uhr einen Info-Punkt in der Sonnen-Apotheke an. Jeden ersten Dienstag im Monat können sich Interessierte von 17 bis 18 Uhr beim Info-Punkt in der Apotheke hoch 2, Marktstraße 1, beraten lassen.

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