Barsinghausen: Freilichtbühne setzt auf die Hilfe ihrer Mitglieder
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Barsinghausen: Freilichtbühne setzt auf die Hilfe ihrer Mitglieder

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16:06 29.11.2020
Die Halle Unter den Eichen: Dort will die Freilichtbühne eine neue Heizung einbauen sowie die Gebäudehülle mit den Glasbausteinen und Holztüren sanieren. Quelle: Frank Hermann
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Barsinghausen

Hinter der Deister-Freilichtbühne liegt mit dem Ausfall der kompletten Spielzeit wegen der Corona-Krise ein schwieriges Jahr. Weil die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern fehlen, konnte der Verein keine Rücklagen für Investitionen bilden. Dennoch hat die Bühne jetzt mit den Vorbereitungen für einen neuen Jugendraum begonnen und will demnächst eine neue Heizung in die Halle Unter den Eichen einbauen – mit finanzieller Unterstützung der eigenen Mitglieder.

Container neben der Halle

Direkt neben der vereinseigenen Halle soll ein neuer Jugendraum entstehen. „Wir haben uns für einen Wohncontainer entschieden, den wir an die Halle anpassen“, kündigt der stellvertretende Bühnenvorsitzende Malte Großestrangmann an. Mithilfe der Firma Torsten Walpurgis wurde der alte Toilettentrakt auf der Ostseite des Gebäudes abgerissen, um Platz für den Jugendraum zu schaffen.

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An der Ostseite der Halle lässt der Verein einen neuen Jugendraum errichten: Die Fläche für den Wohncontainer wird schon vorbereitet. Quelle: Frank Hermann

Bis zum Jahreswechsel soll der Container stehen, um dann mit der Inneneinrichtung beginnen zu können. „Es war schon seit langer Zeit unser Ziel, einen eigenen Raum für die Jugendlichen zu schaffen. Dieser Wunsch geht jetzt in Erfüllung“, sagt Großestrangmann. Die Kosten beziffert er auf rund 20.000 Euro. Zwei Drittel erhält der Verein als Fördergeld, ein Drittel muss die Freilichtbühne aus eigenen Mitteln beisteuern.

Gasheizung kommt

Einen weiteren Wunsch erfüllt sich der Bühnenverein mit dem Einbau einer neuen Gasheizung in die Halle Unter den Eichen. Die Heizung sei wichtig, um die Halle auch in den kalten Wintermonaten für die Probenarbeit oder später auch für Aufführungen nutzen zu können. „In der großen Halle können wir die Abstände viel besser einhalten als zum Beispiel im kleineren Spielerheim. Das ist in Corona-Zeiten ein bedeutsamer Faktor“, sagt der Vereinsvize.

Außer der neuen Heizung seien auch Vorkehrungen zum Brandschutz sowie Isolierungen an der Gebäudehülle vorgesehen. Für dieses Vorhaben rechnet die Bühne mit Investitionen in einem mittleren fünfstelligen Euro-Bereich. Fördermittel seien ebenfalls in Aussicht gestellt worden. „Wir erwarten den positiven Bescheid für die nächsten Tage. Außerdem dürfen wir schon jetzt mit den Arbeiten beginnen“, sagt Großestrangmann.

Bausteine als Darlehen

Für den Jugendraum sowie für die Heizung und Isolierung in der Halle Unter den Eichen müsse die Freilichtbühne voraussichtlich rund 35.000 Euro an Eigenmitteln oder Eigenleistungen aufbringen. Unterstützung erhofft sich der Verein von seinen derzeit etwa 770 Mitgliedern und ruft dazu auf, sogenannte Bausteine zum Stückpreis von 100 Euro zu erwerben. Das Geld für diese Bausteine wird dann im Losverfahren zwischen April 2022 und April 2027 an die Käufer zurückgezahlt.

„Das ist dann wie ein zinsloses Darlehen unserer Mitglieder für den Verein. Dieses Bausteinverfahren haben wir vor einigen Jahren schon bei der Finanzierung unseres neuen Technikhauses eingesetzt“, sagt der stellvertretende Bühnenchef. Ohne diese Hilfe sei ein weiterer Ausbau der Halle Unter den Eichen kaum zu realisieren.

Nur kleine Besetzung

Improvisieren muss die Deister-Freilichtbühne auch bei den Planungen für die Spielzeit 2021. Nachdem die Saison 2020 wegen der Corona-Krise abgesagt werden musste, sollten die ursprünglich geplanten Stücke „Aladin und die Wunderlampe“, „Frau Müller muss weg“ sowie „Das Leben ist ein Fest“ in den neuen Theatersommer übernommen werden. Von diesem Vorhaben hat sich der Verein jedoch verabschieden müssen, „weil wir Ensemble-Stücke mit großer Besetzung nicht unter Corona-Bedingungen auf die Bühne bringen können. Da stehen wir in der Verantwortung für die Gesundheit der Spieler“, sagt Großestrangmann.

Konkret heißt das: „Aladin und die Wunderlampe“ sowie „Das Leben ist ein Fest“ werden erneut auf Halde gelegt und durch zwei Stücke mit kleinerer Besetzung ersetzt. Die Auswahl sei jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Kartenvorverkauf für die neue Spielzeit 2021 könne frühestens Ende Februar oder Anfang März beginnen. Derzeit stehe nicht fest, wann und unter welchen Bedingungen die Deister-Freilichtbühne wieder spielen kann.

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Von Frank Hermann