Barsinghausen: Feuerwehreinsatz: Graphitrückstände geraten in Brand 
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Barsinghausen: Feuerwehreinsatz: Graphitrückstände geraten in Brand 

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16:26 19.11.2020
Einsatzkräfte aus sechs Ortsfeuerwehren sind zu dem Schornsteinbrand alarmiert worden. Quelle: Christian Elsner (Archiv)
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Großgoltern/Barsinghausen

Brennende Produktionsrückstände in einem Schornstein eines Industrieunternehmens an der Hannoverschen Straße zwischen Großgoltern und Barsinghausen haben am Mittwochnachmittag zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Allerdings konnte der Schornstein letztlich schnell gelöscht werden.

Die Alarmmeldung kam um 16.46 Uhr. Weil ein offenes Feuer zu diesem Zeitpunkt bereits bestätigt war, setzte die Regionsleitstelle neben den Ortsfeuerwehren aus Großgoltern, Nordgoltern, Eckerde, Stemmen und Göxe auch die Schwerpunktfeuerwehr Barsinghausen in Marsch. Um vor Ort eine geordnete Ansammlung der vielen anrückenden Kräfte zu ermöglichen, wurde zunächst ein Bereitstellungsplatz auf dem Parkplatz vor der Fabrik zugeteilt, wie Großgolterns Feuerwehrsprecher Malte Westerschell berichtet. Lediglich die Ortswehr Großgoltern fuhr zunächst auf das Gelände.

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Löschversuch von Mitarbeitern scheitert

Die Feuerwehrleute stellten Flammenschlag und Funkenflug an einem Schornstein auf einem Flachdach fest, der zu einer Absauganlage einer Schmiedepresse gehört. Erste Löschversuche von Mitarbeitern des Unternehmens, das Motorenventile herstellt, waren ohne Erfolg geblieben. Laut Feuerwehr hatten nun Laub und Teile der Dachpappe bereits wegen der starken Hitze Feuer gefangen. Wegen des klaren Lagebildes konnten aber vier der sechs Feuerwehren wieder abrücken, lediglich die Ortsfeuerwehren aus Groß- und Nordgoltern erledigten die Löscharbeiten.

In Brand geraten war laut Feuerwehr ein Graphit-Öl-Gemisch, das sich im Laufe der Zeit an der Innenseite des Schornsteins abgelagert hatte. Die Einsatzkräfte öffneten die Wartungsklappen des Schornsteins und kontrollierten den Bereich mit der Wärmebildkamera. Durch gezielte Schläge mit einem Hammer an der Außenwand des Schornsteins sowie stoßartiges Ablöschen mit Wasser gelang es der Feuerwehr, die brennenden Reste zu lösen. Diese fielen nach unten in einen Metallbehälter und wurden von einem weiteren Trupp im Inneren des Gebäudes abgelöscht. Gegen 17.30 Uhr konnten die Einsatzkräfte „Feuer aus“ melden.

Die Einsatznachbereitung und Reinigung der Geräte zog sich laut Westerschell noch bis in die Abendstunden hin. Auch am Donnerstag waren noch letzte Arbeiten zu erledigen. Die Ortsfeuerwehren Groß- und Nordgoltern waren mit fünf Fahrzeugen und 29 Aktiven im Einsatz, weitere 41 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen mussten letztlich nicht eingreifen.

Von Andreas Kannegießer