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Region Barsinghausen Nachrichten Das Grundwasserangebot im Deistervorland reicht langfristig aus
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17:03 11.01.2019
Die Technik im Grundwasserwerk Eckerde ist veraltet, die Aufbereitungskapazität begrenzt. Das Werk ist der derzeit das Sorgenkind der Barsinghäuser Stadtwerke. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Im Barsinghäuser Stadtgebiet und den umliegenden Kommunen wird das Trinkwasser auch in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich nicht knapp. Aktuelle Probleme gibt es aber, weil die Aufbereitungskapazitäten im technisch veralteten Grundwasserwerk Eckerde nicht ausreichen. Das ist das Ergebnis eines Informations- und Diskussionsabends zum Thema Wasserversorgung und Naturschutz, den die Barsinghäuser Stadtwerke und der Naturschutzbund (Nabu) gemeinsam ausgerichtet haben. Das Interesse am Trinkwasser ist offenbar groß: Fast drei Dutzend Interessierte Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil, sodass der Sitzungsraum im neuen Domizil der Stadtwerke aus allen Nähten platzte.

„Wir machen uns Sorgen“, sagte Nabu-Ortsvorsitzende Elke Steinhoff. Der vergangene Sommer sei ein Schock gewesen. „Was passiert mit unseren Böden und dem Wald, wenn das Wasser rar wird?“, fragte sie. Wassermeister Heiko Bartling von den Stadtwerken erläuterte das Konzept der Barsinghäuser Trinkwasserversorgung, das auf zwei Säulen basiere: den Tiefbrunnen im Grundwasserwerk Eckerde und den Deisterquellen, deren Ergiebigkeit sehr unterschiedlich ist. „Unser Problem liegt in Eckerde: Wir sind technisch begrenzt und veraltet“, sagte Bartling. Im vergangenen heißen Sommer lag der Tagesverbrauch demnach oft höher als die Aufbereitungsleistung des Wasserwerks von rund 6400 Kubikmeter pro Tag. „Wir haben das Werk mit 112 Prozent Last gefahren“, berichtete der Wassermeister. Als Folge des verregneten Winterhalbjahrs 2017/2018 waren die Deisterquellen im Sommer allerdings noch recht ergiebig. „Nur das hat uns gerettet“, schilderte Bartling.

Der Wassermeister und auch Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller berichteten, dass eine Versorgungsunterbrechung in einzelnen Ortsteilen nur äußerst knapp vermieden werden konnte. Eine Unterbrechung wiederum zöge weitere Probleme nach sich: Wenn eine Trinkwasserleitung einmal leer gelaufen ist, muss sie erst desinfiziert werden, bevor sie wieder genutzt werden kann. Jede Unterbrechung würde deshalb wahrscheinlich mindestens zwei Tage andauern, schätzte Bartling. Auf Versorgungsengpässe sind offenbar weder Versorger noch Behörden eingestellt: „Die Region Hannover und auch die benachbarten Wasserversorger haben keine Notfallpläne“, berichtete Möller.

Der Hydrogeologe und Trinkwassersachverständige Ralf Ronschke erläuterte während der Veranstaltung die Perspektiven der künftigen Wassergewinnung im Deisterraum. „Die Deisterquellen sind Pralinen der Wasserversorgung“, sagte er. Die Quellen seien im Gegensatz zu Grundwasserleitern niemals von Verunreinigungen bedroht. Anhand von statistischen Daten und Messwerten zeigte Ronschke auf, dass in der Region rund um den Deister üblicherweise mehr Wasser als Folge von Niederschlägen neugebildet wird als im selben Zeitraum verdunstet. Im vergangenen Sommer sei diese Bilanz aber deutlich negativ ausgefallen, sagte er.

Wie die Wasserneubildung sich in Zukunft im Zuge des Klimawandels entwickeln werde, sei schwer abzuschätzen, meinte Ronschke. Es gebe Dutzende Rechenmodelle mit unterschiedlichen Ergebnissen. Sehr wahrscheinlich seien im Durchschnitt trockenere Sommer, aber nassere Winter. Die Extremereignisse wie der letzte trockene Sommer häuften sich, die Bedarfsspitzen wüchsen. „Auch die Ansprüche an die Aufbereitungs- und Verteilungstechnik steigen an.“

Das Wasserangebot des Grundwasserleiters unter dem Deistervorland beurteilt der Experte trotzdem vorsichtig optimistisch: „Wir müssen mittel- und langfristig um das Dargebot keine Sorgen haben“, sagte er. Zugleich plädierte er aber für entschlossenes Handeln: „Regionale Grundwassergewinnung erzwingt regionalen Grundwasserschutz“, betonte der Experte. „Grundwasser darf niemals im Raubbau gefördert werden.“

Der Naturschutzbund sieht die Notwendigkeit, „viel mehr Wasser zu sparen, um das Potenzial zu erhalten“, wie Steinhoff betonte. Sie plädierte zudem für weniger Flächenversiegelung und Anstrengungen, den schnellen Wasserablauf als Folge begradigter Bäche zu stoppen. „Wir müssen das Wasser bei uns behalten“, sagte sie.

Die Technik im Grundwasserwerk Eckerde ist veraltet, die Aufbereitungskapazität begrenzt. Das Werk ist der derzeit das Sorgenkind der Barsinghäuser Stadtwerke. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

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