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12:13 05.06.2019
Bienen sind unentbehrlich für das Ökosystem. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Ob nun Honig-, Wild- oder Stadt-Biene: Die kleinen behaarten Insekten sind unentbehrlich für das Ökosystem. Um die Bienen zu schützen, auf den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation aufmerksam zu machen und das Bewusstsein der Menschen über die wichtige Rolle der Insekten zu schärfen, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 20. Mai als Internationalen Weltbienentag ausgerufen.

Honig schmeckt den meisten Menschen. Doch wie genau entsteht er? Wie hart müssen die kleinen Bienen arbeiten für den goldenen Saft?

Honigbiene: Wie lebt ein Honigbienenvolk?

In einem Bienenvolk leben drei verschiedene Arten von Honigbienen: bis zu 60.000 Arbeiterinnen, einige hundert Drohnen und eine Königin. Sie unterscheiden sich sowohl in ihrer Größe als auch in ihren Aufgaben.

• Die Arbeiterinnen: Sie durchlaufen während ihres Lebens mehrere Phasen – von der Brutpflege und Instandhaltung des Stocks bis zur Nahrungsbeschaffung. Obwohl Arbeiterinnen nur 12 bis 14 Millimeter groß sind, können sie 50 bis 70 Mikroliter Blütennektar transportieren. Das ist fast ihr eigenes Körpergewicht. Sie sind in der Regel unfruchtbar, so dass die Fortpflanzung ausschließlich den Drohnen und ihrer Königin überlassen ist.

• Die Drohnen: Sie sind 15 bis 17 Millimeter groß und nehmen über 300 Bilder pro Sekunde wahr. Zum Vergleich: Wir Menschen können etwa 60 bis 65 Bilder pro Sekunde erkennen. Der Grund dafür ist, dass die Drohnen ihre Königin im Freien für den Hochzeitsflug erkennen müssen – denn dazu sind sie da. Nach dem Sex sterben sie, weil ihr Penis in der Königin steckenbleibt und abreißt.

• Die Königin: Mit bis zu 25 Millimetern ist die Bienenkönigin viel größer als eine Arbeiterin. Der Grund: Während die Larven einer Arbeitsbiene mit Pollen und Honig gefüttert werden, ernährt sich die Königin von Weiselfuttersaft, einem Gemisch aus den Sekreten der Futtersaftdüse und der Oberkieferdrüse der Arbeiterinnen.

Honigbienen und Wildbienen: Der Unterschied

In Deutschland gibt es drei Arten von Honigbienen: die Kärntnerbiene, die Buckfastbiene und die Dunkle Biene. Sie sind nicht gefährdet. „Auf die Honigbiene gibt der Imker Acht. Problematisch ist eher der Bestand von Wildbienen: Von 560 Arten stehen 300 auf der Liste der gefährdeten Arten. 30 sind schon ausgestorben“, erklärt Petra Friedrich vom Deutschen Imkerbund. „Sie leben als Einzelgänger. Dazu kommt, dass viele von ihnen oligolektisch leben: Sie haben einen begrenzten Flugradius von etwa 100 Metern und sammeln ausschließlich Pollen einer Pflanzenart oder nah verwandter Pflanzenarten.“ Ist diese Pflanzenart ausgestorben, stirbt auch die Wildbienenart.

Klein, aber oho! Warum ist die Biene so wichtig für die Umwelt?

Bienen tragen dazu bei, dass Wild- und Kulturpflanzen bestäubt werden. „Sie gelten als Nutztier, das der Wirtschaft jährlich etwa zwei Milliarden Euro bringt“, so die Expertin. Dabei schaffen sie zeitgleich eine Nahrungsgrundlage für andere Tiere, zum Beispiel Vögel. Auch zwei Drittel unserer Nahrung, beispielsweise Äpfel, Gurken oder Kürbisse, gäbe es nicht ohne die Honigbiene.

Bienen vom Aussterben bedroht: Insekten stehen unter Naturschutz

Der Deutsche Imkerbund schätzt, dass sich die Zahl der Bienenvölker innerhalb der letzten 67 Jahre von 2,5 Millionen auf 1,4 Millionen reduziert hat. Das liegt zum einen an der wachsenden industriellen Landwirtschaft, zum anderen an der Nutzung von Pestiziden und der Zerstörung wichtiger Lebensräume. Wildbienen wie Hummeln oder Wespen stehen daher laut Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) unter Naturschutz. Sie dürfen weder gefangen noch getötet werden – denn sonst drohen hohe Bußgelder.

Wer zum Beispiel einen Bienenstock bei sich im Garten findet, darf die Tiere nicht selbst umsiedeln: Je nach Bundesland kann ein Bußgeld in Höhe von 60.000 Euro verhängt werden. Auch die Feuerwehr darf zur Nestumsiedlung nur in absoluten Notfällen kontaktiert werden. Stattdessen kann ein regionaler Imker weiterhelfen.

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Wie kann man Wildbienen schützen? Der richtige Umgang mit Bienen

„Jeder kann etwas dafür tun, dass der Wildbienenbestand nicht weiter sinkt“, meint Friedrich. „Wir müssen sensibler auf unser Umfeld achten.“ Sowohl den Balkon als auch den Garten könne man darauf ausrichten, dass Bienen Nahrung finden – zum Beispiel mit Rosmarin oder Thymian. Bienenfreundliche Pflanzen sind im Handel oft gekennzeichnet. „Im privaten Garten kann man außerdem auf die Nutzung chemischer Pflanzenschutzmittel verzichten. Sie werden oft nicht fachgerecht eingesetzt und schaden den Bienen erheblich.“

Eine weitere Maßnahme: ein Insektenhotel oder ein Hummelkasten. Dafür müsse man nicht zwingend tiefer ins Portemonnaie greifen. „Ein Hummelkasten zum Beispiel lässt sich einfach selbst bauen und hilft den Bienen, zu überleben“, so Friedrich.

Was schmeckt den Bienen? Bienenfreundliche Blumen

Wer sich über mehr Bienen im Garten freut, sollte wissen, dass Bienen von bestimmten Pflanzen angelockt werden. Die Honigbiene nimmt eigentlich jede blühende Pflanze an, die Wildbiene jedoch ist auf spezielle Arten angewiesen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bietet online eine Liste mit Pflanzen, die attraktiv für Insekten sind. Beispiele: Akelei, Lavendel,Lupine oder Astern. Generell ist darauf zu achten, dass keine gefüllten Blüten – also Blüten ohne Pollen und Nektar – gepflanzt werden, da die Biene darin keine Nahrung findet. Je nachdem wie groß der eigene Garten ist, ist es auch immer sinnvoll, Felssteine einzuplanen. Solitäre Bienen, sogenannte Einsiedlerbienen, versorgen ihre Brut alleine und brüten gerne in den Ritzen dieser Steine.

Wenn den Tieren dann noch eine Wasserquelle geboten wird, wie zum Beispiel mit einem Miniteich aus dem Baumarkt, steht dem fröhlichen Summen im Garten nichts mehr im Wege.

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Wie schützt man sich vor einem Bienenstich?

Bienen gelten als die harmloseren Insekten, was das Stechen angeht. Männliche Bienen haben gar keinen Stachel. Wenn überhaupt, dann sticht also nur die weibliche Biene – und auch nie grundlos. Bienen werden hauptsächlich aggressiv, wenn man nach ihnen schlägt. Sehr blumig riechende Shampoos können die Biene anziehen, informiert der InsektenschutzVerbund NRW. Falls eine Biene doch einmal zusticht, sollte zuerst der Stachel herausgezogen werden. Eine aufgeschnittene Zwiebel oder etwas Essig ist gut, um eine Entzündung zu verhindern. Auch ein Wärmestift aus der Apotheke hilft. Das reduziert Juckreiz und Schwellungen, so die Experten. Die Stelle mit Alkohol desinfizieren und kühlen, zum Beispiel mit einem feuchten Waschlappen. Für unterwegs gibt es Kühlroller, -gele und -pflaster.

Gegen Brennen, Jucken und Anschwellen hilft kühlendes Gel mit einem Antihistaminikum, essigsaurer Tonerde oder pflanzlichen Bestandteilen. Wichtig ist, nicht an den Einstichstellen zu kratzen, um eine Infektion zu vermeiden.

Für einen Allergiker kann ein Stich gefährlich werden, da es zu einem anaphylaktischen Schock kommen kann. Aus diesem Grund sollten Allergiker im Sommer stets ein Notfall-Set mit sich führen.

Von RND

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