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11:52 18.10.2019
Christian Hemschemeier ist Paartherapeut in Hamburg und Experte in Sachen Dating, Partnerschaft und Liebe. Quelle: Privat/Patan

Fragen, die meine Zuschauer und Klienten am meisten interessieren, sind diese: Wo und wie soll ich daten? Und: Wie stehst du zu Online Dating? Ich habe mich oft etwas rausgewunden aus den Fragen. Weil ich fast nur Negatives höre über Online Dating. Dies kann natürlich auch daran liegen, dass erfolgreiche Online-Dater nicht unbedingt bei mir landen.

Es scheint für zumindest einige so verführerisch einfach zu sein und zumindest zu unter Umständen vielen Kontakten zu führen. Bei anderen aber auch zu viel Frust und weiteren Einschlägen im Selbstbewusstsein, weil sie eben nicht viele „Matches“ generieren. Auch meine persönlichen Erfahrungen im Online-Dating waren zwar abenteuerlich (ich kann auch nicht sagen, dass ich sie missen möchte), aber auch wenig „ergiebig“ bzw. nachhaltig.

Ich finde Online Dating zunehmend problematisch, aus folgenden Gründen:

1. Das Spiel mit Gefühlen

Im virtuellen Raum ist es besonders leicht, Traumwelten zu generieren und auch (ohne Wertung) manipulativere Kommunikationsweisen ausgiebig zu nutzen. Das ist oft nicht zum Besten der Menschen, die nicht noch mal verletzt werden möchten.

2. Roher Umgangston

Die Umgangsformen verrohen immer mehr, soweit ich das beobachte. Man braucht schon manchmal ein echt dickes Fell. Natürlich gefällt einem nicht jeder – und man selber gefällt nicht jedem. Das bekommt man hier sehr gespiegelt, mehr als im echten Leben.

3. Online Dating ist ein Frauenmarkt

Online Dating ist grundsätzlich ein Frauenmarkt. Frauen werden natürlich sowieso mehr angesprochen als Männer, das ist normal. Viele – vor allem eher jüngere Frauen – haben ein volles Postfach, und möchten wie alle ihre Chancen optimieren. Man sagt, dass sich 80 Prozent der Frauen um 20 Prozent der attraktivsten Männer „streiten“. Das ist vielleicht etwas extrem, aber es geht schon so in die Richtung. Das geht natürlich nicht wirklich gut.

4. Altersunterschiede sind groß

Ältere Frauen wiederum fühlen sich (wie auch oft Männer) unsichtbarer auf diesen Plattformen und ich höre oft die „Klagen“, dass nur deutlich ältere Männer oder interessanterweise deutlich jüngere Männer sie anschreiben. Viele Männer schreiben gehäuft deutlich jüngere Frauen an. Auch das führt wie einige andere Punkte hier dazu, dass man aneinander „vorbei“ datet.

5. Optische Oberflächlichkeit

Vermeintliche optische Attraktivität ist das Hauptauswahlkriterium. Wie kann es anders sein im Online-Bereich? Das ist aber bei Weitem nicht der beste Garant für ein gelingendes Dating. Viele Menschen, die „normal attraktiv“ sind, haben vielleicht mehr an ihren Ecken und Kanten gearbeitet, weil ihnen nicht alles zugefallen ist.

6. Gestellte, unechte Fotos

Weil alle wissen, dass die Optik so wichtig ist, wird das Aussehen meist besonders positiv dargestellt. Die Fotos sind oft nicht wirklich aktuell, haben Filter und wirken auch oft stereotyp. Bei Männern sind viele Fotos von der Art „mein Auto, mein Motorrad, mein Sport“ dabei. Bei Frauen ist es unglaublich, wie viele ein Foto dabei haben, wo sie am Strand hochspringen. Fotos, die einen „wirklich“ zeigen, sind oft nicht dabei.

7. Mehr Treffen nötig

Wenn man sich dann trifft, kann man erst weitere Merkmale wie Ausstrahlung, Geruch, Charakter einschätzen – was vielleicht viel wichtiger ist. Die Dating-Situationen haben oft etwas Künstliches. Entsprechend muss man vielleicht mehr Menschen treffen, als einem lieb ist.

Im echten Leben "Augen offen halten"

Der moderne Dating-Markt bietet also erst mal viele, scheinbar SEHR viele „Optionen“. Das ist natürlich eigentlich etwas Wunderbares. Aber man darf sich schon die Frage stellen, ob das immer ein Fortschritt ist. Was ist denn nun die Alternative?

Ich denke, wenn man online datet, sollte man sich so authentisch wie möglich zeigen. Und mal „in die Breite“ daten, nicht immer versuchen, die eigenen Chancen zu optimieren. Tatsächlich empfehle ich aber auch, mal mehr dem „Universum“ zu vertrauen, dass einem schon jemand geschickt wird, der einem über den Weg läuft. Im echten Leben. Vielleicht sollten wir alle mal mehr im Hier und Jetzt die „Augen offen halten“. Und wenn uns jemand gefällt im echten Leben, sollten wir das vielleicht auch mal mehr zeigen!

Von Christian Hemschemeier/RND

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