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14:02 21.07.2019
Apollo 11-Astronaut Edwin Aldrin steht neben der US-Flagge auf dem Mond. 50 Jahre später wollen die USA erneut Menschen zum Erdtrabanten schicken. Quelle: Nasa
Hannover

Die Rechnung kann ganz einfach sein: Für 25 Milliarden Dollar haben Astronauten 382 Kilogramm Steine zur Erde gebracht. Ziemlich viel Geld für ein paar kleine Brocken vom Mond. Trotzdem war das Apollo-Programm, das am 21. Juli 1969 erstmals Menschen auf den Mond brachte, ein gewaltiger Erfolg. Ein Triumph des Westens über die Sowjetunion. 50 Jahre später hat die Politik ihren Blick erneut auf den Erdtrabanten geworfen: In fünf Jahren sollen dort wieder Astronauten landen. Diesmal kommt der Mensch, um zu bleiben. Frappierend sind die Parallelen zur Apollo-Mission: Damals wie heute spielt die Wissenschaft nur eine Nebenrolle.

Ab 2024 sollen Astronauten auf dem Mond eine Basis errichten. Sie soll das Sprungbrett sein für künftige Reisen zum Mars. US-Präsident Donald Trump will in die Geschichte eingehen als der Mann, der den ersten Schritt zur Eroberung des Roten Planeten getan hat. Viel zu erobern oder zu entdecken gibt es dort allerdings nicht mehr. Dutzende Satelliten und Sonden wurden bereits zum Mars geschickt, um den Planeten gründlich zu erkunden.

US-Regierung bereitet sich auf den Krieg im Weltraum vor

Doch für Trump geht es ums Prestige – wie in den 60ern, als Präsident Kennedy die Überlegenheit der USA demons­trieren wollte. Heute kommen für Trump zwei Punkte hinzu: militärischer Nutzen und Kommerz. Ob mit Raumfahrt Geld zu verdienen ist, ist noch nicht ausgemacht. Dass der Weltraum militärisch wichtig ist, ist dagegen sicher. Ohne Satelliten könnte die US-Armee keine Kriege führen, keine Drohnen steuern und keine Raketen exakt ins Ziel bringen. Die Space Force, eine neue Gliederung der US-Armee, soll die amerikanische Vormachtstellung im Weltraum garantieren.

Roboter sind die besseren Astronauten

Für die Mondmission sind in den nächsten Jahren jährlich bis zu 8 Milliarden Dollar vorgesehen – zusätzlich zum Nasa-Jahresbudget, das bei 20 Milliarden Dollar liegt. Die anvisierte Reise zum Mars, die hin und zurück mindestens ein Jahr dauern würde, dürfte ein Vielfaches kosten.

Forschung und Wissenschaft sind billiger zu haben. Denn teuer ist es vor allem, Menschen im Weltraum am Leben zu halten. Doch wozu braucht es Menschen, wenn Roboter ihre Arbeit ebenso gut erledigen können? Maschinen benötigen keinen Sauerstoff, kein Wasser, keine Nahrung – alles Faktoren, die die bemannte Raumfahrt so kostspielig machen.

Menschen in den Weltraum zu bringen war vor 50 Jahren richtig und ist es auch heute noch. Flüge zum Mars jedoch sind abwegig. Das ganze Projekt wäre vor allem ein telegenes Spektakel, weil Männer und Frauen sich in eine absolut tödliche Umgebung wagen würden. Gelingen kann es trotzdem. Aber am Ende wäre es, wie Kritiker schon in den 60ern monierten, ein Triumph des Verstandes, der mit Vernunft nur wenig zu tun hat.

Von Udo Harms / RND

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