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Wissen Hygienemängel und Keime: „Die Krankenhäuser mauern meist“
Nachrichten Wissen Hygienemängel und Keime: „Die Krankenhäuser mauern meist“
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19:37 08.03.2019
„Es geht ausschließlich um Hygienemängel“: Hansjörg Haack ist Fachanwalt für Medizinrecht. Quelle: Privat
Hannover

Eine Gespräch über mangelnde Hygiene, Dokumentation und Vorsorgemaßnahmen.

Herr Haack, mit welchen Problemen kommen die Patienten zu Ihnen?

Da geht es um die ganze Bandbreite an Fällen: Eltern, deren Neugeborene sich gleich nach der Entbindung mit einem Keim infiziert haben, bis hin zu älteren Menschen, die sich nach einer Operation einen Keim zugezogen haben und im schlimmsten Fall daran verstorben sind. Da suchen dann die Hinterbliebenen rechtlichen Beistand. Ein Großteil sind Menschen, die selbst nach einem kleinen Eingriff zum Teil jahrelang mit schweren Wundheilungsstörungen zu kämpfen haben.

Was sind die häufigsten Ursachen für die Keiminfektionen?

Es geht ausschließlich um Hygienemängel und darum, dass sich das Krankenhauspersonal nicht an die Vorschriften gehalten hat. In einem neuen Fall beispielsweise sollte der Patient lediglich eine Injektion bekommen, dabei kam es zu einem Spritzenabszess. Das Personal hatte weder Mundschutz noch Handschuhe getragen und auch kein steriles Abdecktuch benutzt. Nach 14 Tagen hat man bei dem Patienten einen Keim im Rückenmark festgestellt. Es gibt auch immer wieder Fälle, in denen frisch Operierte zu keiminfizierten Patienten ins Zimmer gelegt werden – da ist die Gefahr einer Ansteckung groß.

Wie lassen sich die Versäumnisse nachweisen?

Zumeist schildern mir die Patienten und Zeugen, etwa Besucher, ihre Beobachtungen. Manches lässt sich aus den Behandlungsdokumentationen herauslesen. Das ist aber nicht einfach, zumeist mauern die Kliniken.

Wie groß ist die Chance, dass ein Patient Schmerzensgeld beziehungsweise Schadensersatz erhält?

Vor gut zwei Jahren hat der Bundesgerichtshof die Patientenrechte gestärkt. Vorher musste der Patient beweisen, dass er sich im Krankenhaus oder beim Arzt mit dem Keim infiziert hat und dass der Keim einen Gesundheitsschaden bei ihm ausgelöst hat. Heutzutage muss der Patient nur einen typischen Geschehensablauf vortragen. Wenn etwa der Patient darlegen kann, dass der Arzt keine sterilen Handschuhe trug oder er in das Zimmer eines bereits keiminfizierten Patienten verlegt worden ist, muss das Krankenhaus den Nachweis erbringen, dass die Keiminfektion nicht durch diese Umstände eingetreten ist.

Was können Patienten tun, um sich zu schützen?

Sie sollten darauf achten, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden. Dies gilt insbesondere bei frisch operierten Patienten. Hier sollte zudem darauf geachtet werden, dass nicht der Bettnachbar mit Keimen infiziert ist. Schließlich kann sich der Patient bei der Klinik auch danach erkundigen, ob und wann sogenannte Abstriche gemacht worden und wie diese ausgefallen sind.

Hansjörg Haack ist Fachanwalt für Medizinrecht. Quelle: privat

Von Sonja Fröhlich/RND

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