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Wissen Gewitter: Spektakuläre Aufnahmen „roter Kobolde“ gelungen
Nachrichten Wissen Gewitter: Spektakuläre Aufnahmen „roter Kobolde“ gelungen
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17:54 23.04.2019
Bei Gewittern mit starker Blitzbildung, wie hier in Sachsen-Anhalt, kann man mit Glück die sogenannten Stripes (rote Kobolde) entdecken. Quelle: Lukas Schulze/dpa
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Oklahoma City

Paul Smith ist mit seiner Kamera stets auf der Jagd nach spektakulären Wetterphänomenen. Die Szenen allerdings, die der Amerikaner am 17. April 2019 über Oklahoma einfing, sind eine wahre Rarität auf Fotos: die sogenannten Sprites (auf Deutsch rote Kobolde), sind elektrische Ladungen, die im Umfeld von Stürmen und Blitzen auftreten. Sie werden, so beschreibt es die „Washington Post“, durch bodennahe Blitze ausgelöst. Obwohl die Funktion von Sprites noch nicht hinreichend erforscht ist, scheinen sie für einen Ausgleich der vertikalen Entladungen in der Atmosphäre zu sorgen. Sie treten in einer Höhe von 48 bis 80 Kilometern auf – in der Mesosphäre.

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Piloten hatten schon über Jahrzehnte von enormen Lichtausbrüchen berichtet, die über Sturmformationen auftauchten. Allerdings wurde erst 1989 bewiesen, dass es das elektrische Himmelsphänomen überhaupt gibt – obwohl sie Durchmesser von etwa 50 Kilometern haben können. Damals gelang dem Physiker John R. Winckler von der University of Minnesota die erste Aufnahme. Denn so eindrucksvoll „Sprites“ auch sind in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen wie „Quallen-Sprites“, „Karotten-Sprites“ oder „Säulen-Sprites“ – so flüchtig sind sie auch. Gerade mal eine Zehntel Sekunde dauert eine Entladung, mit einem Wimpernschlag ist das Phänomen also verpasst.

Sprites sind also keine seltenen Phänomene, sie sind bloß recht schwierig zu erwischen. Man braucht eine uneingeschränkte Sicht auf ein fernes Gewitter mit vielen Blitzen. Es muss dazu noch dunkel genug sein, damit es bei langer Belichtungsdauer der Kamera nicht zu einer Überbelichtung kommt. Das Gebiet muss zudem frei von Lichtverschmutzung sein – und es muss wirklich stürmisch sein.

All dies kam jetzt bei Paul Smith zusammen, der seinen ersten „Sprite“ 2017 erwischte. Zwei Jahre später gelang ihm gleich eine ganze Serie, die er unter anderem auf Twitter präsentierte. Und am Ostersonntag, da erwischte Smith sogar seinen ersten „Sprite“ mit bloßem Auge.

Von Daniel Killy/RND