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Wissen Ebola im Kongo: Ruft die WHO eine „internationale Notlage“ aus?
Nachrichten Wissen Ebola im Kongo: Ruft die WHO eine „internationale Notlage“ aus?
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16:24 17.07.2019
Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes wird nach einem Einsatz in einem Ebola-Behandlungszentrum desinfiziert. Quelle: Al-Hadji Kudra Maliro/dpa
Berlin/Goma

Nach dem ersten Todesfall einer Ebola-Infektion in der Millionenstadt Goma im Osten Kongos erwägt die Weltgesundheitsorganisation ( WHO) erneut die Ausrufung einer „Notlage von internationaler Tragweite“. Der unabhängige Ausschuss berät dazu am Mittwochabend in Genf. Rund 2500 Menschen haben sich im Kongo seit Beginn des jüngsten Ausbruchs der Seuche vor etwa einem Jahr mit Ebola infiziert, mehr als 1660 sind an der Viruskrankheit gestorben.

In Goma, einer Grenzstadt zu Ruanda, wurden derweil 77 Menschen geimpft, die mit dem infizierten Mann Kontakt hatten. Er war am Wochenende in die Stadt gereist, wo das hochansteckende Virus festgestellt wurde. Kurz darauf erlag der Pastor seiner Krankheit.

Medizinisches Personal misst die Körpertemperatur von Passanten am Grenzübergang zu Uganda. Quelle: Al-Hadji Kudra Maliro/dpa

Der WHO fehlt Geld für den Kampf gegen Ebola

Seit dem Ausbruch ist es das vierte Mal, dass die Experten über die Erklärung eines internationalen Gesundheitsnotstands beraten. Bislang sahen sie das nicht als nötig an. Wenn sie dieses Mal anders entscheiden, würde die WHO noch schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche empfehlen. Dazu können mehr Grenzkontrollen, das Einrichten von mehr Behandlungszentren oder die vorsorgliche Impfung weiterer medizinischer Fachkräfte gehören. Bislang fehlt der WHO fast die Hälfte des Geldes, die für den Einsatz zwischen Februar und Juli veranschlagt wurde: Von den 98 Millionen Dollar (etwa 87 Millionen Euro) sei bis Mitte Juni weniger als die Hälfte zusammengekommen.

Anhaltende Kämpfe zwischen ethnischen Gruppen im Ostkongo erschweren die Eindämmung der Krankheit. Laut dem UN-Menschenrechtsbüro wurden innerhalb weniger Tage mindestens 117 Menschen getötet. Einige der Opfer seien geköpft worden und Häuser seien geplündert und niedergebrannt worden. Die Grausamkeit der Angriffe deute darauf hin, dass die Täter versucht hatten, die Überlebenden von einer Rückkehr in ihre Dörfer abzuhalten.

Ein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dekontaminiert eine Türöffnung eines Grundstückes, auf dem zwei Ebolafälle entdeckt wurden. Quelle: Al-Hadji Kudra Maliro/dpa

Bürgerkrieg und Ebola: 300.000 Menschen auf der Flucht

Die meisten Opfer gehören laut UN der Bevölkerungsgruppe der Hema an, die Angreifer sind Berichten zufolge vom Volk der Lendu. Zwischen den beiden Gruppen in der Provinz Ituri im Nordosten des Kongo gab es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte, die jüngst wieder entflammt waren. Innerhalb weniger Wochen wurden 300.000 Menschen vertrieben, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) jüngst berichtete. Viele flohen in Orte oder Städte der Provinz, andere über den Albertsee nach Uganda.

Wie die WHO am Montag mitteilte, wurden auch zu zwei Ebola-Helfer kürzlich zu Opfern: Sie wurden bei einem Überfall auf ihre Unterkunft in der Stadt Beni im Nordosten getötet.

Deutschland schickt Experten nach Uganda

Nach der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014/2015 mit mehr als 11.000 Todesopfern ist dies der bislang schlimmste Ebola-Ausbruch. Er ist besonder schwer in den Griff zu bekommen, da die Region sehr instabil ist und dort etliche bewaffnete Gruppen aktiv sind. Für Länder wie Deutschland, fernab des Krisenherdes, hat das zunächst keine Auswirkungen. Je nach Entwicklung könnten aber Empfehlungen für Reisende in die Region folgen.

Flüchtlinge aus dem Kongo. Quelle: Unicef

Derweil hat die Bundesregierung Ende Juni ein Expertenteam nach Uganda, ein Nachbarland des Kongo, geschickt. Zuvor hatte es auch dort drei Todesfälle durch Ebola gegeben. Das Team werde die Behörden vor Ort unterstützen, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Die Experten können etwa bei dem Transport von Proben in das Labor helfen. Die ugandischen Behörden hatten die Hilfe angefragt, wie Müller sagte. Inzwischen sind in Uganda vier Ebola-Impfteams der WHO unterwegs, nachdem eine Kongolesin an Ebola gestorben ist, die auch im Nachbarland Uganda auf dem Markt gewesen war.

Von RND/man/dpa/epd

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