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Nachrichten Wissen Depression: USA erlauben Nasenspray auf Ketamin-Basis
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16:22 07.03.2019
Menschen mit behandlungsresistenten Depressionen können in den USA jetzt mit einem Nasenspray mit Ketamin-ähnlicher Substanz behandelt werden. Quelle: Oliver Berg/dpa
Washington

Ein Ketamin-ähnliches Medikament kann in den USA gegen Depressionen eingesetzt werden. Das Nasenspray ist chemisch mit der auch als Special K bezeichneten Droge verwandt, die seit den 1990er-Jahre in der Clubkultur wegen ihrer psychedelischen Wirkung konsumiert wird. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erlaubte die Behandlung von schwer zu behandelnden Depressionen mit bewusstseinsverändernden Mitteln.

Millionen Erwachsene sprechen nicht auf Antidepressiva an

Das Medikament auf Ketamin-Basis wird für Patienten zugelassen, die mit mindestens zwei herkömmlichen Antidepressiva keine Erleichterung erfahren haben. Bis zu 7,4 Millionen Erwachsene in den USA sprechen nicht auf herkömmliche Behandlungen an. Diese resistenten Formen der Depression erhöhen die Gefahr von Selbstmord, Krankenhauseinweisungen und anderen ernsthaften Schäden, wie die FDA mitteilte. Seit der Einführung des Arzneimittels Prozac in den späten 1980ern (in Deutschland später unter dem Namen Fluctin) hat es keine pharmazeutischen Innovationen für die Behandlung von Depressionen mehr gegeben.

Nasenspray soll schnell gegen Depressionen wirken

Prozac zielt auf das sogenannte Glückshormon Serotonin ab. Es kann Wochen dauern, bis das Medikament Wirkung zeigt. Der Effekt des Nasensprays der Firma Johnson & Johnson ist dagegen nahezu unmittelbar. Die Geschwindigkeit spielt eine entscheidende Rolle: „Depressive Patienten sind stark eingeschränkt und leiden enorm“, sagte der Psychiater und Forscher an der Columbia University John Mann. Sollte das Medikament nicht anschlagen, könnten Ärzte schnell zu anderen Optionen greifen.

Ketamin ursprünglich Narkosemittel und Partydroge

Das Medikament ist deutlich niedriger dosiert als Ketamin, und einfacher zu nutzen. Ketamin wird häufig intravenös verabreicht oder als Pulver geschnupft. Jahrzehntelang wurde es auch als Narkosemittel genutzt, um Patienten auf Operationen vorzubereiten. Ketamin ist aber auch wegen seiner bewusstseinsverändernden Wirkung als Partydroge in der Clubszene bekannt. In der jüngeren Vergangenheit haben Ärzte Patienten mit Depressionen auch ohne Zustimmung der Arzneimittelbehörde mit Ketamin behandelt. Das Medikament ist das erste zugelassene in einer Reihe von psychoaktiven Substanzen.

Helfen weitere psychoaktive Mittel gegen Depressionen?

Ärzte forschen auch an Psilocybin, dem Wirkstoff in psychoaktiven Pilzen, und MDMA, einer Euphorie hervorrufenden Droge. Beide könnten gegen Depressionen und posttraumatische Störungen helfen. Sie werden jedoch von der FDA derzeit in der gleichen Stufe wie Heroin und LSD behandelt und sind verboten. Das Medikament dürfen nur ausgewiesene Spezialisten verschreiben. Sie müssen ihre Patienten außerdem mindestens zwei Stunden nach Verabreichung im Blick behalten, da Trip-ähnliche, desorientierende Effekte auftreten können.

Von RND/dpa

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