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Wissen Brainfood: Kann man Weisheit mit dem Löffel essen?
Nachrichten Wissen Brainfood: Kann man Weisheit mit dem Löffel essen?
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13:30 17.04.2019
Gut für den Geist? Blaubeeren gelten oft als sogenanntes Brainfood. Wirklich schlauer machen solche Lebensmittel aber nicht. Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
Leipzig

Konzentration, Stressresistenz und mehr Leistungsvermögen: Das verspricht sogenanntes „Brainfood“. Die Snacks und Nahrungsergänzungsmittel gibt es zuhauf – doch wirklich schlauer essen können wir uns nicht, sagen Experten.

Brainfood: Ein Marketing-Trick?

Brainfood sei ein trügerischer Werbebegriff, der nicht genauer definiert ist, sagt Birgit Brendel, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Sachsen. „Es gibt allerdings Lebensmittel, die gut fürs Gehirn sind.“

Wer sich ausgewogen ernährt, versorge auch das Gehirn mit ausreichend Nährstoffen. Nahrungsergänzungsmittel sollte man nur in Erwägung ziehen, wenn ein Defizit droht – zum Beispiel bei langfristigen Diäten oder bei veganer Ernährung, durch die es vielleicht an Vitamin B12 mangelt.

Das A und O: Ausgewogene Ernährung

Vitamin B12 ist einer von vielen Nährstoffen, die dem Gehirn auf die Sprünge helfen. „Dazu braucht es keine Wundermittel“, sagt Gunter Eckert vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen. Besonders wichtig sei eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vollkornprodukten ist – denn die liefern dem Körper langfristig Kohlenhydrate in Form von Glukose. „Glukose ist der Brennstoff unseres Gehirns“, sagt Eckert. Das Gehirn verbrauche fast ein Fünftel des täglichen Energiebedarfs: Das ist etwa so viel, wie den Körper ein Dauerlauf kostet.

Vorsicht: Gezielte Glukoseaufnahme

Nur Glukose einzunehmen – zum Beispiel in Form von Traubenzucker – ist jedoch nicht zwingend die Lösung. Der Blutzucker steigt nach der Einnahme zwar schnell an, sinkt aber rasch wieder in den Keller. Eckert empfiehlt stattdessen komplexe Kohlenhydrate, die langkettigen Vielfachzucker enthalten: Den verwertet der Körper erst nach und nach.

Wer geistig fit bleiben möchte, sollte außerdem darauf achten, ausreichend Eiweiße und Fette zu sich zu nehmen. „Besonders wichtig sind die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, die ein wichtiger Baustein fürs Gehirn sind“, so Eckert. Enthalten sind sie in fettreichem Seefisch wie Lachs oder Makrele.

Auch interessant: Eiweiß für Sportler: Was bringen Riegel, Shakes und Co.?

Viel trinken, um das Gehirn anzutreiben

„Das Allerwichtigste ist, ausreichend zu trinken“, erklärt Brigit Brendel. Wer zu wenig trinke, bekommt nicht nur schnell Kopfschmerzen – auch die Leistung des Gehirns fährt herunter: „Wenn wir nicht ausreichend Flüssigkeit zu uns nehmen, dickt das Blut ein und das Gehirn wird schlechter mit Sauerstoff versorgt“, warnt Brendel.

Gute Hirnleistung: Schon mit 30 Minuten Bewegung täglich

Auch Bewegung sei ein wichtiger Faktor für eine gute Hirnleistung. „Wer viel geistig arbeitet, sollte sich auch bewegen“, sagt Gunter Eckert. Schon 30 Minuten Bewegung pro Tag, die den Puls leicht steigen lässt, oder 75 Minuten Sport pro Woche reichen aus.

Sich bewusst zu ernähren, hat viele Vorteile

Bei der Ernährung rät Eckert zu der mediterranen Variante. Das heißt konkret: „Sehr viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch, viele Milchprodukte und nur moderat Alkohol. Dazu kommen vor allem auch Nüsse und Olivenöl.“

Die Rheinland Studie – eine große Bevölkerungsstudie, die seit März 2016 die Faktoren für gesundes Altern erforscht – weist darauf hin, dass die Ernährung sogar Krankheiten wie Alzheimer beeinflussen könne. Es ist demnach möglich, dass Forscher in Zukunft tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Essen und Demenz finden – Brainfood im wahrsten Sinne des Wortes also.

Lesen Sie auch: Mit den richtigen Vitaminen fit in den Frühling

Von RND/dpa/jo

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