Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft ZF will Bremsenspezialisten Wabco übernehmen
Nachrichten Wirtschaft ZF will Bremsenspezialisten Wabco übernehmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:08 28.03.2019
HOCHMODERN: Das neue Wabco-Forschungszentrum in Hannover wurde erst 2018 eröffnet.
HOCHMODERN: Das neue Wabco-Forschungszentrum in Hannover wurde erst 2018 eröffnet. Quelle: Dröse
Anzeige
HANNOVER

Jetzt ist das Geschäft perfekt: Der Zulieferkonzern ZF Friedrichshafen will den hannoverschen Bremsenspezialisten Wabco übernehmen. Die Aufsichtsräte der Unternehmen haben den Plan abgenickt, jetzt müssen noch Wabco-Aktionäre und Aufsichtsbehörden zustimmen, teilten Wabco und ZF mit. Der Deal kostet um die 6,2 Milliarden Euro. Betriebsrat und IG Metall begrüßten die Ankündigung.

Bereits vor zwei Jahren hatte ZF versucht, Wabco zu kaufen, damals scheiterte der Plan an der leeren Kasse der Friedrichshafener. Vor rund vier Wochen wurde bekannt, dass es erneut zu Gesprächen gekommen sei. Am Donnerstag meldeten Wabco und ZF, dass eine Vereinbarung zur Übernahme unterschrieben worden sei. Ein Vollzug der Transaktion wird für Anfang 2020 erwartet. Zusammen kommen ZF und Wabco auf einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro im Jahr – damit würde man nah an die Branchengrößen Bosch und Continental heranrücken.

Globales Technologieunternehmen entsteht

„Durch den Zusammenschluss mit ZF entsteht ein globales Technologieunternehmen, das gut positioniert ist, um die zukünftige Nachfrage nach autonomen, effizienten und vernetzten Nutzfahrzeugen zu bedienen“, sagte Wabco-Chef Jacques Esculier. Wolf-Henning Scheider, Vorstandsvorsitzender bei ZF, sagte, ZF könne gemeinsam mit Wabco „den weltweit führenden Systemanbieter für Nutzfahrzeugtechnik bilden“. Dadurch entstünde langfristig Mehrwert und Sicherheit für Kunden, Mitarbeiter und Gesellschafter. Wabco hat weltweit 16 000 Mitarbeiter, davon rund 2200 in Hannover (darunter 750 Ingenieure), und ist spezialisiert auf Brems- und Assistenzsysteme für Nutzfahrzeuge. ZF beschäftigt weltweit rund 146 000 Mitarbeiter.

Betriebsrat begrüßt Entwicklung

Der Wabco-Betriebsrat begrüßte die Entwicklung. „Die Produkte von Wabco und ZF ergänzen sich, es gibt so gut wie keine Überschneidungen“, sagte Wabco-Betriebsratschef Jens Schäfer. In einer Stellungnahme der Wabco-Betriebsräte der drei deutschen Standorte Hannover, Gronau und Mannheim heißt es dazu, man sehe in der geplanten Übernahme „deutlich mehr Chancen als Risiken für die Belegschaften in Deutschland“. Sascha Dudzik von der IG Metall sagte, das sei „eine gute Entscheidung für Wabco und ZF“. Ein Abbau von Arbeitsplätzen befürchte die Gewerkschaft nicht. ZF sei ein tarifgebundenes Stiftungsunternehmen, mit dem man gute Erfahrungen gemacht habe. Niedersachsens IG-Metall-Chef Thorsten Gröger erklärte, vor dem Hintergrund des tiefgreifenden Wandels in der Autoindustrie sehe die Gewerkschaft „gute Chancen für eine gemeinsame Zukunft“ der Unternehmen.

Von Inken Hägermann