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Wirtschaft VW baut weniger Stellen ab als gefordert
Nachrichten Wirtschaft VW baut weniger Stellen ab als gefordert
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18:49 05.06.2019
Neuer Plan: VW-Personalvorstand Gunnar Kilian (von links), der operative Markenchef Ralf Brandstätter sowie Betriebsratschef Bernd Osterloh in Wolfsburg. Quelle: Foto: dpa
HANNOVER/WOLFSBURG

Es ist nicht lange her, da hing der Haussegen mächtig schief in Wolfsburg: VW-Konzernboss Herbert Diess und Betriebsratschef Bernd Osterloh hatten sich Anfang des Jahres heftig ineinander verhakt, weil Diess in der Verwaltung 5000 bis 7000 Stellen streichen wollte – zusätzlich zum bereits vereinbarten Personalabbau. Wochenlanger Zoff war die Folge, dann wurde verhandelt. Nun hat VW das Ergebnis präsentiert: Tatsächlich werden in den kommenden Jahren bis zu 4000 Stellen im indirekten Bereich wegfallen, im Gegenzug entstehen aber 2000 neue Jobs im Bereich Digitalisierung, teilte VW am Mittwoch mit. Zudem wurde die Beschäftigungsgarantie bei der Kernmarke VW und bei VW Sachsen bis Ende 2029 verlängert – bis dahin sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Beschäftigte sollen entlastet, Abläufe beschleunigt werden

In der Roadmap Digitale Transformation vereinbarten Management und Betriebsrat, dass durch „agile Arbeitsweisen, verbesserte Prozesse und Digitalisierung“ Beschäftigte entlastet und Abläufe beschleunigt werden sollen – so könnten bisher manuell ausgeführte Tätigkeiten durch verbesserte IT-Programme vereinfacht werden. Bis zu vier Milliarden Euro werden in entsprechende Digitalisierungsprojekte investiert. Die bis zu 4000 Arbeitsplätze werden abgebaut, indem die Stellen von in Rente gehenden Mitarbeitern im indirekten Bereich nicht wieder besetzt werden. „Wenn Stellen durch Digitalisierung wegfallen, machen wir das entlang der demografischen Kurve so sozialverträglich wie möglich“, sagte der operative VW-Chef Ralf Brandstätter. So wird das Angebot für Altersteilzeit für die Jahrgänge 1962 bis 1964 geöffnet.

Im Gegenzug werden mindestens 2000 neue Jobs mit Digitalbezug geschaffen. Das Qualifizierungsbudget aus dem Zukunftspakt werde zudem um 60 Millionen Euro auf rund 160 Millionen Euro erhöht, hieß es.

Osterloh: „Der Arbeitsplatz bei VW bleibt sicher“

Betriebsratschef Osterloh lobte die Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis 2029. „Das ist ein wichtiges Signal: Die Digitalisierung bringt Veränderungen, aber der Arbeitsplatz bei VW bleibt sicher“, so Osterloh. Zudem müsse klar sein, dass beim möglichen Abbau von Jobs diese Tätigkeiten tatsächlich entfallen. „Ansonsten wird weiterhin jede Stelle nachbesetzt, denn Arbeitsverdichtung wird es mit uns nicht geben.“ Die Vereinbarung zeige, dass „Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung bei Volkswagen stets zusammengehören“. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte, es sei „gut, dass sich Vorstand und Betriebsrat von Volkswagen ein weiteres Mal auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt haben“. Zwar bedauere die Landesregierung den Stellenabbau. Dieser erfolge aber „sozialverträglich und unter fairen Rahmenbedingungen“.

Auf die VW-Konzernschwester VW Nutzfahrzeuge in Hannover hat der Plan keine Auswirkungen. Hier gilt bereits eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028. Die Zahl der Mitarbeiter am Standort (rund 14 000) soll bis dahin bei mehr als 10 000 bleiben.

Von Inken Hägermann

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